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Di., 10. Juni 2014, 08:30 Uhr
Ökumenischer Wortgottesdienst von Mariä Verkündigung und Martin-Luther-Gemeinde am Pfingstmontag mit vielen Besuchern
Blauer Himmel, starke Sonne und heitere Einsichten
Zwei Konfessionen, ein Gott – der katholische Pfarrer Erhard Schmitt und sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Ralf Kröger gaben beim ökumenischen Wortgottesdienst am Pfingstmontag im Garten bei der Kirche Mariä Verkündigung ein gelungenes Beispiel für gemeinsames Feiern des Glaubens. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Gratulation! Die Kirche feiert an Pfingsten ihren Geburtstag und den feierten zwei Kirchengemeinden in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam. Mariä Verkündigung und die Martin-Luther-Gemeinde hatten alle zum ökumenischen Wortgottesdienst am Pfingstmontag in den Garten hinter der katholischen Pfarrkirche eingeladen. Aber wie viele Gäste werden wohl kommen? Eine Frage, die sich bei einer großen Feier stellt, zumal wenn es eine Premiere ist und noch keine Erfahrungswerte vorliegen. Mit wie vielen Gästen kann man beim Essen rechnen, werden Schnitzel und Kartoffelsalat reichen? Auch die beiden Geistlichen, der katholische Pfarrer Erhard Schmitt und sein evangelischer Glaubensbruder Pfarrer Ralf Kröger hatten sich diese Fragen gestellt. Die Besucher waren sehr zahlreich gekommen, schnell wurden weitere Sitzbänke herbeigeschafft, damit alle einen guten Sitzplatz im Schatten der blühenden Linden hatten. Auch Zeltpavillons und Sonnenschirme schützten vor der Sonne, die es besonders gut meinte.
Diese Geburtstagsfeier mit rund 200 Besuchern endete mit einem gemütlichen Zusammensein im Grünen. Die Küche des Altenheims Mariä Verkündigung bot den Gästen ein schmackhaftes Mittagessen, für das kein Preis festgelegt war – jeder sollte spenden, soviel er wollte. Die Kirche hatte Geburtstag und die Besucher durften sich über ein riesiges, bunt eingepacktes Geschenkpaket und Geschenkpäckchen freuen. Fröhlich und mit den Gaben bepackt, eilten die beiden Geistlichen zum Altar und reichten sich zur Gratulation herzlich die Hände. Beim Auspacken der Gaben im Laufe des Gottesdienstes erlebten die Besucher eine heitere Inszenierung des Glaubens, die deutlich machte: Es gibt so vieles Gemeinsames, nicht das Trennende soll im Vordergrund stehen. So machte es Spaß - den beiden Geistlichen und den Gottesdienstbesuchern, die auf diese unterhaltsame Weise erfuhren, wie die „anderen“ glauben. Feuer und Flamme für den Glauben an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist, dieser Funke zündete. Am Ende gingen Pfarrer Schmitt und Pfarrer Kröger zu den Besuchern und überreichten jedem eine symbolische Flamme in Form eines leuchtend roten Glassteins. Abgezählt lagen sie in den Körbchen. „Sonne der Gerechtigkeit“ war das erste Lied. Ein Heft mit Liedern und Texten lag für jeden bereit. Maria Karb begleitete den Gottesdienst am Keyboard, für Technik und Ton sorgte Charly Hartnagel.
Andrea Krüger sprach einen Teil der Fürbitten, Michaela Fröhlich von der Martin-Luther-Gemeinde hielt die Lesung. Wenn man schenkt, soll das Geschenk auch zum Beschenkten passen. Pfarrer Schmitt erhielt eine Bibel. „Aber die habe ich doch schon“, rief er aus. Und dann: „Dieses Geschenk ist ein richtiger Schatz“. Eine Stola hatte er für seinen evangelischen Kollegen mitgebracht, der ihn wiederum mit einer protestantischen Regenbogenstola überraschte, als Sinnbild der Vielfalt. Wobei die Einheit der katholischen Glaubensgeschwister den Vorteil habe, dass der Gottesdienst überall auf der Welt einheitlich sei, meinte Pfarrer Kröger. Das nächste Mal werde bei der Martin-Luther-Gemeinde gefeiert, kündigte Pfarrer Kröger an, aus dem gelungenen Anfang soll eine Tradition werden. Die Idee war schon im Herbst gereift, angeregt von Pfarrer Roland Schein von der Martin-Luther-Gemeinde und begeistert aufgenommen von den Glaubensgeschwistern beider Konfessionen. Bernd Lohmann und Richard Hinz, beide in der Stadtökumene engagiert, erhielten von Pfarrer Kröger den Segen.
Hannelore Nowacki
Die Flamme des Glaubens war für alle da, in Gestalt leuchtend roter Glassteine, die Pfarrer Ralf Kröger und Pfarrer Erhard Schmitt austeilten. Foto: Hannelore Nowacki