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Do., 17. November 2016, 09:35 Uhr
Zusammenarbeit von Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mit Stadt Lampertheim
Blick auf den Altrhein soll wieder möglich sein
Jetzt beginnt das Aufräumen am Uferstück des Altrheins. Erste Durchblicke vom Radweg auf dem Hochwasserdamm zum Altrhein sind dann möglich. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der idyllische Ausblick auf den Altrhein soll wieder möglich werden. Vielen Radfahrern und Spaziergängern ist der dicht mit Gebüsch und Bäumen bewachsene Uferstreifen seit langer Zeit ein Ärgernis. Aber es gibt auch ein Sicherheitsproblem, wenn beispielsweise der Damm durchwurzelt oder der Wasserdurchfluss behindert wird. Morsche Weiden und Pappeln können zudem die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger auf dem Hochwasserdamm gefährden. Das wird jährlich ein- bis zweimal vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim geprüft, denn der Altrhein ist hier zwischen Kilometer 3,9 und 4,6 eine Bundeswasserstraße. Beim Vororttermin am Mittwochmittag nahmen Bürgermeister Gottfried Störmer und Petra Herzog, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Mannheim gemeinsam mit dem Außenbezirksleiter Frank Römer und Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt Lampertheim, den Wildwuchs in Augenschein und erklärten die anstehenden Maßnahmen. Auf dem 25 Meter breiten Uferstreifen am Altrhein haben sich Bäume und Gebüsch breit gemacht, einige Baumarten wie die größeren Weiden können sogar den Wasserabfluss behindern und erhöhen damit die Hochwassergefahr in diesem Bereich von der Biedensandstraße Richtung Wassersportverein. Die Pappeln und großen Weiden müssen aus Gründen des Hochwasserschutzes und der Verkehrssicherheit weichen. Robinien haben sich als nichtheimische Pflanzen angesiedelt und werden wie die Pappelauswüchse bekämpft, Weiden werden auf den Kopf zurückgeschnitten. So sieht es der Leitfaden für Umweltbelange bei der Unterhaltung der Bundeswasserstraße vor, der vom Bundesverkehrsministerium herausgegeben wurde. Es werde jedoch kein Kahlschlag entstehen, machte Römer deutlich. Das auf drei Jahre angelegte Konzept sehe vor, immer in der Hieb- und Fällperiode in Abschnitten von 50 bis 60 Metern Bäume zu fällen und nichtheimische Bäume, sogenannte Neophyten zu entfernen, große Weiden werden gestutzt. Das Holz werde über das Wasser abtransportiert, bei Nordheim gesammelt und dann thermisch verwertet. Bürgermeister Störmer kündigte an, dass die Stadt Lampertheim die Fäll- und Pflegeaktionen mit Material, Personal und Fahrzeugen unterstützen könne. Ein zukünftig regelmäßig gepflegtes Ufer mit Ausblick auf den schönen Altrhein harmoniert bestens mit den ambitionierten Tourismusplänen der Stadt Lampertheim, machte Störmer deutlich: „Es ist einer dieser vielen kleinen Schritte“. Ein weiterer Aspekt sei der Laubfall, der zur Verschlammung des Altrheins beitrage. Mit der Unteren Naturschutzbehörde sei alles abgeklärt. Amtsleiterin Herzog stellte für alle Seiten eine Win-Win-Situation fest. Die landschaftsprägende Gestaltung des Ufers bleibe erhalten, der Naturschutz werde ins Boot genommen. Ziel sei eine Weichholzaue zu entwickeln, die alle fünf Jahre immer wieder verjüngt werde. Ein vorbeikommender Radfahrer erkannte die Situation und rief der Gruppe zu: „Vom Altrhein sieht man nichts mehr, es wird Zeit was zu machen“. Bei leichtem Nieselregen endete die Begehung unter dem schützenden Dach eines Zeltpavillons mit heißem Kaffee. Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste hatten ihre Motorsägen mitgebracht. Hannelore Nowacki
Petra Herzog, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim, erläuterte während der gemeinsamen Begehung des Radweges mit Bürgermeister Gottfried Störmer und der Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis die geplanten Maßnahmen im Uferbereich. Foto: Hannelore Nowacki