So., 24. Mai 2015, 13:36 Uhr
Sylvia Markgraf aus Lampertheim und Bernd Kalusche aus Bürstadt stellen im Locher Palais von Hausen aus
Blickfang: Schmuck und Kunst
LORSCH/BÜRSTADT/LAMPERTHEIM - Im Lorscher Palais von Hausen konnte man schon etliche interessante Ausstellungen zeitgenössischer Kunst sehen. Beginnend mit dem 12. Juni wird diese Abfolge in einer ganz besonderen Weise fortgesetzt: Malerei und Schmuck im ästhetischen Bezug aufeinander.
Doch der Reihe nach: Die Künstlerin Sylvia Markgraf und der Künstler Bernd Kalusche haben sich erst 2014 durch ihr Engagement im Bürstädter Künstlerverein kennengelernt. Ihre jeweilige künstlerische Arbeit könnte unterschiedlicher nicht sein und ist doch verwandt. Ist das möglich? Ja, das geht! Und die Ergebnisse sind interessant und sehenswert.
Sylvia Markgrafs Schmuck zeichnet sich durch ein hohes Maß an Präzision, ästhetischer Raffinesse und Ausgewogenheit aus. Ihr bevorzugtes Material sind Glasperlen aus antiker und neuerer Produktion. Hinzu kommen Edelmetalle, Schmuckteile, dekorative Gebrauchsstücke aus aller Herren Länder: traditionelle Arbeiten der Tuareg, schmückende Gegenstände aus Java, Emailperlen der Berber und und. All diesen Fundstücken von asiatischen und afrikanischen Märkten und Händlern gibt Sylvia Markgraf durch ihr unkonventionelles Design ein neues Gesicht - eine neue Ästhetik. Nahezu alle Stücke sind künstlerische und handwerkliche Unikate.
Bernd Kalusches Malerei ist geprägt durch eine kräftige Farbigkeit, durch den oft unkonventionellen Einsatz verschiedener Mal-Materialien und Techniken. Seine Bildwelt ist nicht konstant gegenständlich realistisch, bleibt aber wiedererkennbar verankert in den Grundformen der belebten oder bewegten Natur: Bäume und Sträucher, Gärten und Blumen, Wind und Wasser, die Jahreszeiten. Für die Ausstellung im Palais von Hausen wurden über 40 Werke ausgewählt, deren Formen und Farben bevorzugt in der Pflanzenwelt beheimatet sind. Das starre/harte, steinerne und gläserne Material des Schmucks trifft damit auf die weiche, farbige und vermeintlich chaotische Welt der Pflanzen.
Beiden Künstlern gemeinsam ist der stetige Wunsch nach „gefestigter“ Form, nach einer gewissen „Klassizität“ und Eleganz. Man kann auch sagen, dass die künstlerischen Produkte oft leicht und vielleicht auch verspielt oder farbenfroh wirken, dass sie aber einem strengen formalen Gerüst unterworfen sind. Dadurch erhalten sie ihre „Festigkeit“ und spezielle Schönheit.
Die interessante und schön inszenierte Ausstellung im Palais von Hausen wird am 12. Juni um 19 Uhr eröffnet und kann bis Ende September besucht werden.
Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag nach Anmeldung unter
s.markgraf@kvb1994.de oder
bernd.kalusche@kuenstlerverein-buerstadt.de sowie zu den Bürozeiten der Entwicklungsgesellschaft Lorsch, bitte vorher unter 06251 / 58478-15 anrufen. zg