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  • Di., 21. August 2018, 07:54 Uhr
    Kerwerede und Kranzaufhängen bei der Feuerwehr

    Bobstädter Kerwe diesmal wieder anders 

    Nach alter Sitte tunkte „Uralt Kerwevadder“ Rupert Getrost die Bürste tief in den Krug, dann bespritzte er weiträumig den Kerwekranz zur Weihe. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – „Uff die Bobstädter Kerwe muss getrunke soi“. Eigentlich der Hinweis von „Uralt Kerwevadder“ (laut Aufdruck auf seinem Kerwehemd) Rupert Getrost an seine Begleitmannschaft, ihm bei der Kerwerede den Humpen zu reichen. Aber auch die zahlreichen Kerwegäste in den Zelten bei der Freiwilligen Feuerwehr nahmen sich die Aufforderung zu Herzen. Durst löschen und lecker essen stand an beiden Tagen ganz oben auf der Wunschliste der Kerwebesucher, die bei ihrer Feuerwehr nicht enttäuscht wurden. Pressewart Kevin Wiedemann berichtete vom gelungenen Freitagabend mit vollen Zelten und toller Stimmung. Mit der Band „eight-team“ stand am Samstagabend bis in die Nacht hinein Livemusik auf dem Programm. Am frühen Samstagabend bei strahlendem Sonnenschein stand die Leiter für die Kerwerede bereit, einige Zuschauer positionierten sich zum Zuhören und der blauweiß geringelte Kerwebaum lag vor dem Loch – dann lief mit leichter Verspätung die kleine gut gelaunte Kerwe-Crew mit dem Kerwekranz ein. Was der „Uralt Kerwevadder“ zunächst verlas war die Erklärung für das Faktische, dass nämlich die Kerwe diesmal wieder anders war. Und zwar nicht zum Gefallen aller, wie er durchaus selbstbewusst einräumte. „Doch so lang es noch so läuft, find ich das gut“, meinte er, was sich glücklicherweise nicht gut auf „kaputt“ reimte. Der Nachwuchs fehle überall, das sei das Problem. Dabei sei die Vereinsmeierei „schee“. Die gleiche Klage wie letztes Jahr, denn „leider war mein Aufruf vergebens“. Aber immerhin: Bei der Feuerwehr waren ein paar Junge dabei. Den kleinen Rummelplatz gleich um die Ecke auf dem Parkplatz vom SV Vorwärts Bobstadt lobte er ebenso wie die Cheforganisatorin der Kerwe Susanne Kaiser, während die Telekom mit dem Breitbandausbau nicht so gut abschnitt. „Jetzt sind die Vereine dran“ sprach Getrost und machte dem SV Vorwärts Mut. Werbung machte er für den Gesangverein Liederkranz, der am Kerwesonntag zum Bosselturnier eingeladen hatte und im Foyer der Sporthalle zum Kaffee viel selbst gebackenen Kuchen anbot. Auch für den Arbeitskreis Ortsgeschichte warb Getrost, der am Alten Rathaus mit Gemütlichkeit und Bewirtung durch einen Wirt die Kerwe feierte. Auch der Hinweis auf die dortige Bilderausstellung fehlte nicht. Viel zu tun hatte die Feuerwehr in diesem Sommer, berichtete der „Uralt Kerwevadder“ – Großalarm mit fast 100 nassen Kellern am 11. Juni, ein Ereignis, das bei der Fotoausstellung im Alten Rathaus bildlich dokumentiert war. Beim Zeltlager der Jugendfeuerwehr sei „alles glatt gelaaafe“, dies sei ein Applaus wert. Und was gab es bei der TG? Getrost kommentierte gnädig, dass sie an Kerwe „nix mache“, da sich der Umbau nach hinten verschiebe.

    Junge Kräfte am Werk – und schon hing der Kerwekranz vor strahlend blauen Himmel. Foto: Hannelore Nowacki


    Nach alter Sitte tunkte er sodann die Bürste tief in den Wein und weihte den Kerwekranz, mit einigen nicht versehentlichen Seitenspritzern. Bald darauf hing das Prachtstück hoch am strahlend blauen Himmel. „Kerweborsch, des habt ihr gut gemacht“, kam prompt das gereimte Lob. Freibier floss aus dem Fass und nicht wie „barsch“ angedacht „aus der Flasch“. Wehrführer Sebastian Kaiser griff zum Holzhammer, ein Schlag und schon konnte zügig in die vielen Becher gezapft werden. Damit die jüngsten Besucher vom Kinderwagen aufwärts auch ihr Vergnügen haben, verteilte Kaiser Freichips für das Karussell, von den Müttern mit Strahlen quittiert. Die zweite „Afterparty“ beim SV Vorwärts fiel aus, den Hinweis gab Getrost vor seiner Kerwerede – wegen Leuten, die sich nicht benehmen können wie am Vorabend geschehen. Gemütlichkeit war unter dem Zeltdach am Alten Rathaus angesagt, wo die  Bobstädter den milden Sommerabend für Gespräche in der Tischrunde nutzten. Da die Bilderausstellung der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte schon fertig war und die Tür einladend offen stand, gingen einige Bobstädter schon am Samstag auf historische Entdeckungsreise mit 1200 Fotos und weiteren Exponaten. Volker Utz erklärte, dass diesmal viele neue Bilder dabei seien und noch mindestens 200 Fotos im Archiv schlummern. Hannelore Nowacki

     

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