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Fr., 04. September 2015, 07:12 Uhr
Landrat Matthias Wilkes: Zum Ehrenvorsitzenden der Wirtschaftsförderung Bergstraße ernannt
Botschafter der Bergstraße und Motor der Entwicklung
Landrat Matthias Wilkes mit Ehefrau Katrin Tönshoff (vorne links) und Nachfolger im Amt Christian Engelhardt (neben Wilkes) mit Mitgliedern der Gremien der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH. Foto: Hannelore Nowacki
KREIS BERGSTRASSE – Der Burgherr im historischen Kostüm und bestens gelaunt begrüßte die versammelte Gesellschaft und insbesondere den Landrat als „wahren Helden, der das Nibelungenland auf den Weg gebracht hat“. Das sei etwas, was auch der Gastronomie gut tut. Der besondere Anlass: Die Wirtschaftsförderung Bergstraße verabschiedete Landrat Matthias Wilkes am Mittwochabend im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung an einem außergewöhnlich schönen Ort. Dem Landrat fast zu Füßen, tief unter dem Schloss Auerbach lag ein großer Teil seines räumlichen Wirkungskreises. Der Blick ging in die Rheinebene mit dem Ried, in der Abendsonne eine malerischere Aussicht. Erfolge begleiten seinen Weg, die er nicht mit dem Strom schwimmend erreicht hat. Stromlinienförmig sei er nie gewesen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter, und betonte, dass er dies als großes Kompliment meine. Dr. Jürgen Gromer, der Vorsitzende des Beirates, sprach als Laudator, Wegbegleiter und auch als Freund, wie er ausdrücklich hervorhob. „Der Chef, Hauptakteur und Macher“ musste nun eine Weile zuhören, bis er selbst zu Wort kam. Den Menschen Matthias Wilkes beschrieb Gromer aus dem Erleben der gemeinsamen erfolgreichen Arbeit, wie er erklärend vorausschickte. Kennzeichnend für Wilkes sei der enorme Arbeitseinsatz gewesen. Als charakterfest, ehrlich und direkt, als Motivator und als Stratege, als entscheidungsfreudige Persönlichkeit, als Umsetzer und als Macher beschrieb Gromer Landrat Wilkes - als Mensch, der seine Versprechen hält und sich vor allem für die Belange der Bürger einsetzt. Neuen Dingen gegenüber sei er aufgeschlossen und denke stets positiv und zielgerichtet. Und „er ist erfolgreich“. Nach dem Applaus der Versammlung für Landrat Wilkes ging Gromer auf die Geschichte der Wirtschaftsförderung Bergstraße ein, die 1998 mit der Gründung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Mittlere Bergstraße begann und 2004, nach der Aufnahme der Gesellschafter Kreis Bergstraße, der Sparkassen Starkenburg und Worms/Alzey/Ried zur Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) wurde - mit Landrat Matthias Wilkes als Vorsitzender. Zwei Jahre später wurde Landrat Wilkes Aufsichtsratsvorsitzender. Ende 2008 war erreicht, was Wilkes angestrebt hatte: Alle 22 Städte und Gemeinden des Kreises Bergstraße waren Mitglieder der Wirtschaftsförderung Bergstraße. 29 Mitglieder zählt der aus Vertretern der Wirtschaft gebildete Beirat. Ausdrücklich wies Gromer darauf hin, dass Landrat Wilkes durch persönliche Entscheidung mit Wirkung zum 15. September aus seinen Ämtern in der Wirtschaftsförderung ausscheide. Zur Wiederwahl als Landrat hatte Wilkes wegen seiner Erkrankung nicht antreten wollen und dies auch öffentlich so bekannt gegeben.
Landrat Matthias Wilkes und Ehefrau Katrin Tönshoff nahmen die Bilder und das Schreiben in Augenschein, bevor der Landrat zum Messser griff und die Versammlung mit Tortenstücken zum Dessert versorgte (im Bild Laudator Dr. Jürgen Gromer). Foto: Hannelore Nowacki
Zur Verabschiedung aus dem Aufsichtsrat sprach der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter, der den Vorsitzenden, Landrat Wilkes „als Motor der Gesellschaft“ sieht, für den die Stadt- und Kreisgrenzen längst keine Rolle mehr spielen. „Für mich bist du der Botschafter der Bergstraße“. Das bekannte „Bergsträßer Modell“ habe für alle Seiten zu einer „Win-win-Situation“ geführt, mit vorbildlichen Schulen und bislang 46.000 Aufträgen für die regionalen handwerklichen Betriebe. Der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Bürgermeister Joachim Kunkel aus Wald-Michelbach, überreichte Landrat Wilkes anschließend die Urkunde zur Ernennung als Ehrenvorsitzender der Wirtschaftsförderung Bergstraße. Mit lang anhaltendem, rhythmischem Applaus im Stehen feierte die Versammlung den geehrten Landrat Wilkes. In der Choreografie der Verabschiedung folgte ein weiterer Höhepunkt mit Musik und Riesentorte, auf der Wunderkerzen funkelten, als die Tür aufging und das Konditorenteam das süße Prachtstück hereinrollte. Später, nach einem üppigen Abendessen mit Salat, Bratkartoffeln und Schweinebraten in burgherrlicher Atmosphäre, griff Landrat Wilkes zum Messer und portionierte die Cremetorte zum Dessert, ohne jedoch die süße Verzierung zu zerteilen - das Verabschiedungsschreiben und ausgesuchte Erinnerungsfotos in essbarer Form. Doch zunächst hatte Landrat Wilkes das Wort und umriss mit Elan und der gewohnten unterhaltsamen Sachlichkeit die Entwicklung, die als Erfolgsgeschichte in der Zukunft fortwirkt. „Das war ein richtiges Stück Arbeit“, sagte Wilkes in Erinnerung an die Wirtschaftsförderung im Jahr 2008, als mit Rimbach die letzte Gemeinde im Kreis hinzugekommen war. Wilkes hält es für wichtig, nicht nur in großen Strukturen zu denken, sondern auch mit Menschen vor Ort in den Dörfern zu sprechen. Dem Kirchturmdenken erteilt Wilkes eine Absage, denn die Region stehe im Wettbewerb mit Shanghai, San Francisco und Mumbai. Dies drücke sich auch im Drei-Länder-Staatsvertrag aus, der einzigartig in Deutschland sei. „Alle ziehen an einem Strang in der Region mit 8 Millionen Einwohnern“. Die Zusammenarbeit in der Metropolregion und Vernetzung sei das innovativste Modell und Garantie für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Mittelstand. Der designierte Landrat Christian Engelhardt wurde anschließend von den Gremien einstimmig in seine neue Doppelfunktion gewählt. Hannelore Nowacki