INTEGRATION: Drei neue Integrationslotsinnen für Lampertheim / Atiye Bakirtzis, Nafisa Mohamad und Touran Chaharmahali erweitern das sprachliche Angebot
Brücken statt Mauern bauen
Atiye Bakirtzis (3.v.l.), Nafisa Mohamad (3.v.r.) und Touran Chaharmahali (2.v.l.) sind neue Integrationslotsinnen in Lampertheim – sehr zur Freude der Stadtverwaltung Lampertheim um den Ersten Stadtrat Marius Schmidt (r.) sowie Kristina Delceva (l.) und dem Lernmobil Viernheim, vertreten durch Dr. Brigitta Eckert (2.v.r.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Strahlend nahmen am Dienstag Atiye Bakirtzis, Nafisa Mohamad und Touran Chaharmahal die durch den Ersten Stadtrat Marius Schmidt überreichten Urkunden zur erfolgreich absolvieren Ausbildung zur Integrationslotsin entgegen. Damit bieten nun neun Integrationslotsinnen und -lotsen in Lampertheim eine wichtige Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten, ergänzt wird das Angebot durch eine enge Kooperation mit den Integratsionslotsen in Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim, Heppenheim und Viernheim.
Mit dem ehrenamtlichen Einsatz der drei motivierten Frauen ist nun in Lampertheim neben den Sprachen Russisch, Griechisch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Kurdisch, Dari, Farsi, Urdu und Deutsch auch Somali und Persisch abgedeckt.
In 36 Unterrichtseinheiten wurde den drei neuen Lotsinnen unter anderem Kommunikation und Gesprächsführung vermittelt, besonders die interkulturelle Kommunikation fand dabei ihren Platz. Auch die Bereiche Werte und Haltungen sowie Antidiskriminierung spielten eine wichtige Rolle. Grundsätzlich wurde eine ausgezeichnete Basis gelegt, um dabei zu helfen, sprachliche Barrieren gerade in der Ämtersprache abzubauen und Migranten so bei einem guten Einstieg in das neue Lebensumfeld in einem fremden Land zu unterstützen.
Auf acht Workshops verteilt wurden sowohl Theorie als auch Praxis vermittelt, wie Atiye Bakirtzis erläuterte. „Es wurde viel interagiert, mit realen Beispielen, wie jeder persönlich reagieren würde. Dies war eine sehr gelungene Ausbildung und es war auch untereinander sehr harmonisch, am Ende waren wir wie eine kleine Familie.”
Nafisa Mohamad ergänzte mit Blick auf ihre Motivation, dass sie selbst vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen sei. „Ich habe erlebt wie es ist, hierher zu kommen und möchte auf diesem Weg Menschen, die hierher kommen, helfen und diese motivieren. Es freut mich sehr, dass es heute eine solche Möglichkeit wie die der Integrationslotsen gibt”, erläuterte sie.
Migration im Fokus
Der Erste Stadtrat Marius Schmidt freute sich, dass „gemeinsam mit dem Lernmobil Viernheim drei neue Lotsinnen ausgebildet werden konnten. Diese sind Brückenbauerinnen zu verschiedenen Kulturen, die sich in Deutsch und mindestens einer weiteren Sprache verständigen und so Landsmännern und -frauen eine Anlaufstelle für die Orientierung in Deutschland bieten können. Wir wollen heute gerne für diese Ausbildung werben und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass es dieses Angebot gibt”, so Marius Schmidt im Rahmen der Zertifikatsübergabe.
Zudem hatte er Neuigkeiten für den Bereich Migration dabei: So wird Kristina Delceva, die für den Bereich Migration zuständig ist, die Aufgabe Integrationslotsen von der bisherigen Verantwortlichen Silke Reis übernehmen. Diese hingegen wird ebenfalls eine neue Aufgabe übernehmen, die demnächst genauer vorgestellt wird. Zudem habe man als Stadt die Themen Vielfalt und Zusammenarbeit verschiedener Kulturen fest im Blick und möchte diesen mehr Raum einräumen. So soll in diesem Jahr ein Front Office Migration eingerichtet werden, welches alle Leistungen um dieses wichtige Thema an einer Anlaufstelle bündelt.
Mit Blick auf das Angebot der Integrationslotsinnen und -lotsen betonte Kristina Delceca abschließend: „Wir suchen weitere Bewerber, besonders in den Sprachen albanisch, bulgarisch und der eritreischen Sprache Tigrinya. Und: Jeder in Lampertheim soll wissen, dass es diese zertifizierten Hilfen gibt, die nicht nur beim Übersetzen helfen sonder auch kulturelle Aufgaben schultern.” Benjamin Kloos