Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 17. November 2022, 07:15 Uhr
    GEMEINDESEE: Workshop als zweite Stufe der Bürgerbeteiligung brachte konstruktive  Ideen für Verbesserungen

    Budget von 200.000 Euro setzt den Wünschen Grenzen

    Im Rahmen des Stadtumbaus wird es auch um den Gemeindesee mit Bürgerbeteiligung im Sinne einer verbesserten Aufenthaltsqualität schöner werden. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Beim Abtauchen in die Ideenvielfalt beim Planungsworkshop für eine schönere Zukunft des Gemeindesees tauchten viele Ideen auf, die in den Kleingruppen in anderthalb Stunden intensiv diskutiert wurden. Am Ende des dreistündigen See-Workshops am Samstagnachmittag fasste Albrecht Schaal vom beauftragten Landschaftsarchitekturbüro grün3 die Ergebnisse zusammen. In dieser zweiten Stufe der Bürgerbeteiligung lag bereits die Auswertung der ersten Stufe vor. Nach dem Rundgang mit rund 60 Bürgern um den Gemeindesee herum waren über 200 Stellungnahmen von Bürgern mit Ideen und Vorschlägen eingegangen, berichtete Bürgermeister Volker Scheib. Als gelungene Öffentlichkeitsarbeit wertete er diesen großen Rücklauf sowie die beachtliche Teilnehmerzahl beim Rundgang und beim Planungsworkshop, den er gegenüber dem TIP als „äußerst konstruktiv mit vielen neuen und vertieften Ideen“ einschätzte. Die Ergebnisse fließen in die Planung ein, die voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zuvor müssten jedoch das Gutachten zur Wasserqualität und Genehmigungen der beteiligten Behörden vorliegen, dann beginne die Ausschreibung. Mit der Fertigstellung der neuen Aufenthaltsqualität rechnet Scheib 2024. In Kleingruppen an vier großen Tischen befassten sich die Teilnehmer mit einem der insgesamt vier Themenbereiche rund um den See, unter ihnen mehrere Vereinsvertreter und Parlamentarier. Ein kleiner Aufkleber beim Empfang auf die Hand geklebt wies das Thema zu – Frosch für den See-Eingang, Vogel für die Ruheoase, Libelle für den Bereich an der alten Kläranlage und Fisch für den Bereich Schilfgürtel. In hübsch gestalteten Karten hingen die Ideen vom Seerundgang als Girlanden im Rathausaal und lagen auf den Tischen aus. Über den aktuellen Stand der Auswertung berichtete Landschaftsarchitekt Schaal. Die Themenaufteilung bei den Rückläufen sei relativ gleichmäßig gewesen. Neben dem Rundweg sei ein Uferweg die häufigste Nennung gewesen, mit einer Länge von einem Kilometer direkt am See. Auch die Schaffung von Sitzplätzen und einer Aktionsfläche für Kunst sei genannt worden. Allerdings bewertete er einiges als schwierig in der Umsetzung. Seine Zuhörerrunde irritierte Schaal zunächst mit seiner langen Liste der nicht umzusetzenden Vorschläge, unter anderem soll es keinen Joggingparcours und keine Fitnessgeräte geben, keinen Streichelzoo und keine Unterwasserkamera, kein mobiles Catering und keine Badestelle. Dann schließlich gab Schaal bekannt, was im Konzept umgesetzt werden könne: Die Renovierung des Rundwegs, eine Ruheoase und eine bessere Sicht auf den See. Bei allem müsse die Instandhaltung gewährleistet sein, insgesamt soll es kein „Disneyland“ werden. Das Konzept umriss Schaal mit „die Seele baumeln lassen“ gegen die Tendenz von „immer schneller und immer mehr“. Daher werde es auch keinen WLAN-Hotspot geben. Angelplätze seien wichtig für die Angler, wie Vorgespräche ergeben hätten. Einige Bürger meldeten sich zu Wort, dass ein Unterstand und Toiletten wichtig seien, ein paar Ideen zur Umsetzung folgten sogleich. Den Wunsch nach Toiletten werde er gerne aufgreifen, meinte Schaal. Aber das zur Verfügung stehende Gesamtbudget von 200.000 Euro könne nicht überschritten werden, gab Maren Mischo von Kokonsult zu bedenken. Davon seien 67 Prozent staatlicher Zuschuss, ergänzte Bürgermeister Scheib. Das vorgeschlagene Gebäude könne nicht reaktiviert werden, das WC muss laut Scheib neu gebaut werden. Ein Zielkonflikt ergab sich auch bei der Frage, wieviel Schilf der Gemeindesee brauche, das als Kinderstube der Fische und für bessere Wasserqualität von Vorteil sei. Zuviel Schilf werde sich nicht ansiedeln, kam Schaal den Einwänden entgegen, dafür seien die Ufer zu steil. Gehölze seien vielmehr das Problem für freie Sicht. Der Zugang für Boote und Taucher der DLRG sei ein anderes Projekt und nicht im Kostenrahmen enthalten. Hannelore Nowacki

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Biblis und Ortsteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1