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    NEUES AUS DEM RATHAUS GROSS-ROHRHEIM: Das Schiedsgericht ist zum „Schlichten, nicht richten“ da / Hundebestandsaufnahme / Städtebauliches Entwicklungskonzept

    Bürger sind zu drei Workshops im August eingeladen

    Bürgermeister Karsten Krug stellte das Schiedsgericht vor, das mit Hubert Haas als Stellvertreter der vorsitzenden Schiedsperson Doris Öhlenschläger wieder komplett ist. „Schlichten, nicht richten“ ist die Aufgabe der der ehrenamtlichen Schiedspersonen.
    Foto: Hannelore Nowacki

    GROSS-ROHRHEIM – Am heißesten Tag der Woche hatte Bürgermeister Karsten Krug zu angenehmer Morgenstunde zu einem Pressetermin mit drei Themen ins Rathaus eingeladen. Das Schiedsamt in Groß-Rohrheim ist wieder voll besetzt: Schiedsfrau Doris Öhlenschläger hat mit Hubert Haas einen Stellvertreter bekommen. Gewählt wurde er von der Gemeindevertretung, die notwendige Bestätigung des Lampertheimer Amtsgerichtsdirektors sei eingetroffen, teilte Krug mit. Zuständig ist das Schiedsamt bei Streitigkeiten unter Nachbarn zum Beispiel wegen Lärms, Laubfalls oder Grenzabständen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit beschreibt Doris Öhlenschläger mit dem griffigen Motto „Schlichten, nicht richten“. Ziel sei, einen bestmöglichen Vergleich zu schließen, den beide Parteien gehen können ohne das Gesicht zu verlieren, bestenfalls werde eine gemeinsame Lösung erarbeitet. Wie die Zahlen zeigen, gibt es im dörflichen Groß-Rohrheim mit seinen rund 3.700 Einwohnern wenig Streit unter Nachbarn. Aus ihrer Amtszeit seit 2023 berichtet Doris Öhlenschläger von durchschnittlich fünf bis zehn Fällen im Jahr, bei einem Viertel der Fälle werde man sich aber nicht einig. Bevor man mit einer Klage ein Gericht in Anspruch nimmt, sei bei Nachbarschaftsstreitigkeiten das Schiedsgespräch sogar verpflichtend. Die Fachkenntnisse werden den Schiedspersonen in Aus- und Weiterbildungen des Fachverbandes zu Beginn ihrer Tätigkeit und jährlich fortlaufend vermittelt. Zwar seien die Termine planbar, erklärte Bürgermeister Krug, aber es seien zwei ausgebildete Schiedspersonen vorgeschrieben. Beide Schiedspersonen haben mit dem Ehrenamt bereits Erfahrung. Doris Öhlenschläger, von Beruf Verwaltungsangestellte, berichtet, dass sie auch Jugendschöffin am Landgericht Darmstadt sei. Bekannt ist sie zudem aus der Lokalpolitik. Für die Freien Wähler – Bürger für Groß-Rohrheim ist sie Beigeordnete im Gemeindevorstand. Hubert Haas, als Industriemeister Metall bei einer Maschinenbaufirma in Darmstadt beschäftigt, ist dort seit sechs Jahren im Betriebsrat und ehrenamtlich im Vorstand des Handball-Fördervereins.  

    Im Rathaus wird an einer Hundebestandsaufnahme gearbeitet – die Bürger können ihre Angaben per Post und E-Mail oder digital über die Homepage und QR-Code einsenden.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Wer hat einen Hund oder mehrere? 

    Ende 2025 hat die Gemeindevertretung die Hundesteuersatzung aktualisiert, darauf wies Bürgermeister Krug hin. Tatsächlich weiß man nicht genau, wer in Groß-Rohrheim einen Hund hat. Daher werden alle Haushalte angeschrieben und um Auskunft gebeten. Dabei verlasse man sich auf die Ehrlichkeit der Bürger. Bislang bringe die Hundesteuer über 20.000 Euro jährlich ein, berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Bettina Reiher, die auch die Briefaktion an alle 2.400 Haushalte organisiert. Gefragt werde nach Anzahl und Rasse der Hunde im jeweiligen Haushalt. Zurzeit seien etwa 350 Hunde gemeldet. Mit den jährlichen Gebühren von 48 Euro für den ersten Hund und 96 Euro für jeden weiteren Hund bleibe Groß-Rohrheim sogar unterhalb des Durchschnitts ließ Bürgermeister Krug wissen. Befreiungen von der Hundesteuer werden durch Vorlage von Nachweisen geprüft. Für Kampfhunde werden 600 Euro im Jahr fällig, dazu wird ein Wesenstest mit Fotoausweis verlangt. In der Sitzungsrunde im September/Oktober werde das Ergebnis in der Gemeindevertretung vorgestellt. 

    Drei Workshops für das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept

    Der Zeitplan steht, um baldmöglichst vom Förderprogramm des Landes Hessen profitieren zu können. „Wir sind mittendrin“, sagt Bürgermeister Krug. Bis zum Jahresende will Groß-Rohrheim das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) bei der Landesregierung vorlegen, zuvor werde im Oktober den politischen Gremien der Sachstand vorgetragen. Mit der Anerkennung des Konzepts rechnet Krug im Frühjahr. Bis dahin ist noch einiges zu tun, auch die Bürger sind wieder gefragt, Ideen und Anregungen einzubringen. Der Input aus dem ersten Workshop vor der Sommerpause in der Rathausscheune fließe in die Planung ein. Bei der Konzepterstellung ist ausdrücklich die Bürgerbeteiligung verlangt und Voraussetzung für die Anerkennung. Der Förderzeitraum wird dann bis zu 10 Jahre betragen.

    Die Bürger sind im August zu drei Workshops in den Treff 21 eingeladen, um Ideen für die Entwicklung ihres Orts einzubringen.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Drei Workshops im August  – drei Themenfelder

    Nach der Sommerpause werden drei themenbezogene Workshops im Treff 21 stattfinden. Am 10. August geht es um 18.30 Uhr um die zukünftige Entwicklung der Flächen an der Allee. Dazu hat die Gemeindevertretung den Ankauf des Geländes des ehemaligen Supermarktes mit 1.800 Quadratmetern auf der Tagesordnung. Ebenfalls an der Allee liegt das 1.600 Quadratmeter große Gelände einer ehemaligen Gärtnerei, bereits im Besitz der Gemeinde. Im Workshop am 19. August um 16.30 Uhr (!), geht es um Ziele für Kinder, Jugend und Senioren. Der Jugendrat habe schon einige Ideen vorgebracht. Im Workshop am 27. August um 18.30 Uhr sind Ideen zur Weiterentwicklung und Gestaltung des Ortskerns gefragt, zum Beispiel zum Rathaus-Innenhof, zum Treff 21 und zum Grundstückserwerb neben dem Rathaus.  

    Hannelore Nowacki

     

     

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