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  • Di., 20. Februar 2024, 06:36 Uhr
    Rückschau und Ausblick: Jahresempfang der Stadt Bürstadt im Licht des Erreichten

    Bürgermeisterin Schader kündigt Abschied an

    Bürgermeisterin Barbara Schader, Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Eberle und Erster Stadtrat Christoph Lang begrüßten die Bürger persönlich zum Jahresempfang. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Bürgermeisterin Barbara Schader, die schwere Amtskette hatte sie umgelegt, schüttelte am Eingang zum großen Saal des Bürgerhauses viele Hände, ebenso der Erste Stadtrat Christoph Lang und Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Eberle. Gerne reihten sich die Besucher des Jahresempfangs in die Warteschlange ein. Wenig später begann im vollen Bürgerhaus der Jahresempfang, der zweite nach der Coronapause. Eingeladen waren alle Bürstädter und zahlreiche Ehrengäste, deren Namen auf der großen Bildleinwand zu lesen waren. Auf dem Programm standen Begrüßung und Ansprache der Bürgermeisterin sowie die Ansprache des katholischen Pfarrers Peter Kern, das Schlusswort sprach Stadtverordnetenvorsteher Eberle, der die Besucher zum anschließenden geselligen Umtrunk mit herzhaftem Gebäck einlud. Eberle rief dazu auf, mutig neue Wege zu beschreiten und das neue Jahr 2024 als Chance zu begreifen, Brücken zu bauen anstatt Mauern zu errichten, die Demokratie zu schützen, ein Klima der Akzeptanz zu schaffen und gemeinsam an einer gerechten und solidarischen Gesellschaft zu arbeiten. Mit Blick auf das Erreichte nannte Eberle zum Thema Klimawandel und Umwelt die hundert gepflanzten Bäume auf dem Campus, im Bereich Senioren das Paula-Projekt, den neu gegründeten Behindertenbeirat sowie die Integrationsleistungen durch das Interkulturelle Büro in Zusammenarbeit mit dem Verein Lernmobil.  

    Lebensfroh in die Zukunft blicken
    Die vier Musikstücke, die Tobias Molitor am Piano spielte, spiegelten Themen und Stimmungen aus den Ansprachen wider. Zu Beginn hörten die Besucher die dynamische Campus-Hymne „Campus Entrada“, die Molitor zur Eröffnung des Bildungs- und Sportcampus komponiert und gespielt hatte. Später folgten die Stücke „Living Hope“ und „My Dream“, am Ende „Viva la vida“, Lebe das Leben“, ein Hit der Pop-Rock-Band Coldplay. Bürgermeisterin Schader betonte, dass es positive Darstellungen und Optimismus brauche, „um die Menschen ins Handeln zu bringen“ - angesichts der Weltlage, des bedrohten Friedens und der kranken deutschen Wirtschaft. Lebensfroh, grün und fortschrittlich könne die Zukunft sein, „wenn wir uns um die Erde und umeinander kümmern“.

    In Bürstadt sieht Schader die Bürger als Garant für ein lebenswertes, angenehmes und zukunftsfähiges Zusammenleben. „Wir können den Wind nicht ändern – aber wir können die Segel richtig setzen“. In diesen Worten des Philosophen Aristoteles sieht Schader einen Aufruf zur Selbstbestimmtheit und zum proaktiven Handeln als Gemeinschaft. Was die Zukunft von Bürstadt angeht, sieht Schader viele Herausforderungen, doch die Chance zur Gestaltung der Zukunft durch kluge Entscheidungen der Bürger mit Blick auf das Wohl aller. Dazu brauche es gemeinsame Visionen, wie beim Bildungs- und Sportcampus, der im gemeinsamen Beteiligungsprozess gelungen sei. Ein Video zeigte die Begeisterung aller Generationen bei der Nutzung der neuen Bewegungsmöglichkeiten und des Campus als Treffpunkt.

    Beim Bau des Bildungszentrums sei ein nachhaltiges Gebäude entstanden, mit Innenwänden aus Stampflehm für das Raumklima und Photovoltaik als Beitrag zur autarken Energieversorgung des gesamten Sport- und Bildungscampus. Ein weiteres Video zeigte Eindrücke von der Einweihungsfeier. Bürgermeisterin Schader beschrieb positives Denken als positive Energie für emotionales Wohlbefinden und zwischenmenschliche Beziehungen. Es gehe darum, eine andere Perspektive einzunehmen und sich auf das zu konzentrieren, was „in unserer Kontrolle liegt“. Bilder des Jahres 2023 vermittelten lebhafte Eindrücke vom Leben in Bürstadt – mit Frühjahrsmarkt, Spargelwanderung, Stadtfest, Campus-Eröffnungswoche, Vereinsfesten und vielen weiteren Ereignissen. Schader dankte den Bürgern, den Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten für ihr ehrenamtliches Engagement. 

    Keine dritte Amtszeit
    Gegen Ende ihrer Ansprache überraschte die 62-jährige Bürgermeisterin Schader die Zuhörer mit ihrer Mitteilung in Absprache mit ihrem Mann nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. „Wenn alles gut läuft, ist es auch Zeit Abschied zu nehmen“. Seit 2013 ist Schader im Amt, 2025 wird neu gewählt. Bis dahin freue sie sich auf die Fertigstellung des Sport- und Bewegungskindergartens, die Feste und Jubiläum im Jahr 2024. 


    Bürgermeisterin Barbara Schader verkündete am Ende ihrer Ansprache, dass sie 2025 nicht mehr für das Bürgermeisteramt kandidieren wird. Foto: Hannelore Nowacki


     

    Pfarrer Peter Kern nimmt Abschied
    Zum letzten Mal bei einem Jahresempfang hatte Pfarrer Peter Kern, zuständig für die Gemeinden St. Michael und St. Peter, Gelegenheit für das geistliche Wort. Bald ist er im Ruhestand, deshalb habe ihm Pfarrerin Johanna Gotzmann, die eigentlich im Turnus war, den Vortritt gelassen. Nachdenklich gestimmt sprach Kern von den vielen Gründen für  Vertrauensverlust in diesen Tagen, aber auch vom Hoffnungsschimmer und fragte: „Was wäre, wenn es keine Hoffnung gäbe, würde uns etwas fehlen?“ Freude, die sich im freudigen Hüpfen kund tut und Freundlichkeit untereinander, dafür spricht sich Kern aus. Dabei denkt er an die Bürgermeisterin, die hüpft, wenn sie ein neues Projekt akquiriert hat. Ein menschenfreundlicher Mensch gebe anderen Kraft. Beim Lieben liege die Schwelle ungleich niedriger als beim Glauben und Hoffen, die Liebe überwinde umstandslos jede Hoffnungslosigkeit. „Wir selber können Hoffnungsmenschen werden“, gab Kern den Zuhörern mit auf den Weg. Mit „Gottes Segen für Sie alle“ beendete Pfarrer Kern sein geistliches Wort. 

    Hannelore Nowacki

    Pfarrer Peter Kern sprach zum letzten Mal in seiner Amtszeit beim Jahresempfang das geistliche Wort. Foto: Hannelore Nowacki


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