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  • Mi., 24. Januar 2018, 19:13 Uhr
    Delegiertenversammlung wählte Bauer erneut zum Direktkandidaten – weniger Harmonie bei der Ersatzkandidatenvorstellung

    CDU geht mit Alexander Bauer in den Wahlkampf 

    CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Bauer wird wieder als Direktkandidat in den Wahlkampf ziehen. Als Ersatzkandidatin wählten die Delegierten Christiane Ludwig-Paul. Foto: Hannelore Nowacki


    RIEDRODE/BERGSTRASSE WEST – Mit 93,4 Prozent der Stimmen geht der 45-jährige CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Bauer mit „großem Rückenwind aus der Heimat“ wieder als Direktkandidat für den Wahlkreis Bergstraße West in den Landtagswahlkampf, wie Versammlungsleiter Peter Stephan nach dem Wahlgang verkündete. Am 28. Oktober sind die Hessen aufgerufen, den neuen Landtag zu wählen, bis zum 31. März müssen die Parteien ihre Wahlkreisbewerber und Ersatzbewerber nominiert haben. Der CDU-Kreisverband Bergstraße hatte 96 Mitglieder eingeladen, 89 nahmen als stimmberechtigte Delegierte an der Versammlung am Montagabend im Riedroder Bürgerhaus teil. Von ihnen stimmten in geheimer Wahl 82 mit „Ja“ für Bauer, fünf Delegierte kreuzten „Nein“ an, die zwei Enthaltungen gelten nach der Satzung als ungültig. Bauer war der einzige zur Wahl stehende Kandidat, auf den auch die Saaldekoration abgestimmt war. Auf den Bannern zu beiden Seiten lächelte der Kandidat gewinnend, auf einem weiteren Banner unter der Frage „Wussten  Sie schon?“ war zu lesen, was Bauer auch in seiner Bewerbungsrede als Leistungen der CDU auf Landesebene mit den werbenden Worten „Noch nie … „ hervorhob. Ein dynamischer Videofilm über den Landtagsabgeordneten Alexander Bauer bereitete die Delegierten auf seine kämpferische Rede vor, mit der er seine Vita und sein Wirken im Hessischen Landtag als belastbarer „Brücken-Bauer“  zwischen Landtag und Region darstellte. Schon dreimal wurde er von den Wählern als Direktkandidat nach Wiesbaden abgeordnet, zum ersten Mal 2008. Seit 2010 ist er innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender des Landesfachausschusses Innenpolitik der CDU Hessen, seit 2016 ist er Mitglied im Bundesfachausschuss Innenpolitik der CDU Deutschland. In dieser Wahlperiode ist Bauer zudem im Rechtspolitischen Ausschuss, im Datenschutzausschuss und im Untersuchungsausschuss zum Mord des „NSU“-Trios in Kassel. In seiner Heimatstadt Bürstadt ist Bauer Stadtverordneter und Parteivorsitzender. Die politische Bilanz seiner Partei in Hessen könne sich sehen lassen, Hessen sei unter der Führung der CDU in vielerlei Hinsicht ein „Spitzenland“, was Bauer mit einer Vielzahl an Hinweisen und Zahlen unterstrich. Dabei spielten die Worte „noch nie“ mehrfach eine tragende Rolle, beispielsweise, habe es „noch nie“ so viele Lehrer gegeben oder Geld für den Straßenbau. Niemals habe es mehr Polizei im Land gegeben. Einig waren sich Bauer und Versammlungsleiter Stephan, der auch stellvertretender CDU-Kreisverbandsvorsitzender ist, dass es kein leichter Wahlkampf werde. „Es wird verdammt schwer“, meinte Stephan.

    Als Ersatzbewerberin stellte sich zunächst die 41-jährige Lorscher Stadtverordnetenvorsteherin und selbständige Werbe- und Webdesignerin Christiane Ludwig-Paul vor, die sich in ihrer engagierten und ausführlichen Bewerbungsrede auf ihre zwanzigjährige Erfahrung in der Politik und Parteiarbeit fokussierte und sich den Delegierten auch als Privatperson vorstellte. In die Waagschale warf sie auch das Argument „Politik von Frauen für Frauen“ – Politik dürfe keine reine Männerdomäne sein. Bei der Wahl erhielt sie 64 Ja-Stimmen, 15 Delegierte stimmten mit „Nein“, zehn ungültige Stimmzettel wurden abgegeben. Nachdem eigentlich nur zehn Minuten Redezeit vorgesehen waren, fiel die Rede des zweiten Bewerbers Jürgen Semmler aus Heppenheim kürzer aus. Als bisheriger Ersatzkandidat in dieser Legislaturperiode hatte sich der 58-Jährige wiederum beworben, doch am Ende seiner Rede überraschte er die Zuhörer im Saal mit seiner Stellungnahme zum Rückzug seiner Bewerbung. Seiner Konkurrentin gratulierte er sogleich. Uneigennützig und erfolgreich habe er Bauer unterstützt und eigentlich spreche alles dafür, weiterhin auf das „Gespann Bauer und Semmler“ zu setzten, führte Semmler zu Beginn der Rede aus. Seit 2005 sei er politisch in verschiedenen Funktionen im Ehrenamt kommunal- und parteipolitisch aktiv, habe aber aus beruflichen Gründen im vergangenen Jahr den Partei- und Fraktionsvorsitz in Heppenheim niedergelegt. Anderslautende Gerüchte, die im Kreisverband die Runde gemacht hätten, wies Semmler entschieden zurück. Allerdings habe er festgestellt, dass er im Kreisverband isoliert und abgehängt worden sei, deshalb stelle er sich nicht zur Wahl. Mit einem „herzlichen Glückauf“ verließ er das Rednerpult und gratulierte seiner Konkurrentin Ludwig-Paul. Auf Nachfrage im persönlichen Gespräch mit dem TIP erklärte Semmler, dass nach seiner Kenntnis die Wahl von Ludwig-Paul bereits informell abgesprochen worden sei, er habe nicht den Hauch einer Chance gehabt, aber erst am Vortag der Delegiertenversammlung habe er seine Rückzugsentscheidung getroffen. Versammlungsleiter Stephan kündigte an, dass diese Angelegenheit im Kreisvorstand besprochen werde. Wie ein Trost wirkte seine Erklärung, dass Ersatzkandidat zu sein oft frustrierend sei, jedoch gehöre die Konkurrenzsituation ganz ausdrücklich zur Demokratie, sei Teil der Demokratie.  Anwesend waren  Staatssekretär Thomas Metz, mehrere Bürgermeister und die Bürstädter Bürgermeisterin Barbara Schader, die als Hausherrin die Versammlung begrüßt hatte und positiv auf die „Weichenstellung 2018“ einstimmte. Hannelore Nowacki

     

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