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  • Di., 10. August 2021, 09:38 Uhr
    Bebauung des Bankareals: „Im Moment wissen wir nichts“

    CDU-Sommerradtour stellte Ideen für Nordheim und Wattenheim vor

    Natur mit viel Grün – ein möglicher Standort für eine Art Waldkindergarten. Als Alternative schauten sich die CDU-Sommertourradler das Gebiet hinter dem Sportplatz an. Foto: Hannelore Nowacki


    NORDHEIM/WATTENHEIM – Bei schönstem Ausflugswetter machten sich am Montagabend rund zwei Dutzend CDU-Mandatsträger und Mitglieder mit dem Fahrrad auf den Weg durch Nordheim und Wattenheim. Erster Treffpunkt dieser CDU-Sommerradtour war der Hochzeitswald am Sportplatz in Nordheim, ein idyllisches ruhiges Fleckchen im Grünen, auf dem eine Art Waldkindergarten entstehen könnte. Denn auch Biblis mit seinen Ortsteilen wächst und der Bedarf sei da, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Ortsbeirats Christopher Wetzel den Mitfahrern. Für diesen Standort sprächen einige Vorteile wie die Verkehrssituation für die Eltern und der offene grüne Raum, der durch Hecken abgegrenzt sei. Wichtig auch das nahegelegene Vereinsheim mit sanitären Anlagen. Also ein idealer Standort für einen Bauwagen wie von Peter Lustig. Immer draußen zu sein gehöre zum pädagogischen Konzept des Naturerlebens, das ein Trend und bei Eltern und Erzieherinnen beliebt sei. Der Bibliser CDU-Vorsitzende und Vorsitzende der Gemeindevertretung Konstantin Großmann will diese Idee als Prüfauftrag mitnehmen. Auch für Wattenheim werde langfristig eine Lösung zu finden sein, meinte er. Um Kinder ging es auch beim zweiten Halt, dem Spielplatz an der alten Natostraße, der an sich mit Spielgeräten sehr gut ausgestattet sei, wie die Nordheimer Ortsbeirätin Kirsten Kreider feststellte. Daher kämen auch Kinder aus den anderen Ortsteilen hierhier. Nur für die Kleinsten im Alter von anderthalb bis zwei Jahren könnte noch einiges ergänzt werden, zum Beispiel fehle eine kleine Rutsche und eine Kleinkindschaukel. Außerdem wünscht Kreider sich noch mehr Sitzbänke und Sitzgruppen an Schattenplätzen für die Eltern. Ihre Idee zur Haushaltsschonung – die Sitzbänke könnten vielleicht gestiftet werden. Im Haushalt der Gemeinde seien für alle Spielplätze jährlich 10.000 Euro eingestellt, teilte Großmann mit: „Wir sind froh, dass wir die Zehntausend haben“. Allerdings werde damit auch Ersatz finanziert. Riesensprünge werde man nicht machen können, aber wenigstens im Kleinen anfangen. Die Idee für einen Tiefseilgarten kam in der großen Runde gut an. Ein großformatiges Foto, das Wetzel in mehreren Exemplaren zur Ansicht verteilte, zeigte eine solche Anlage. Der Bauhof könne diesen Tiefseilgarten, der in gutem Zustand sei, im Einvernehmen mit dem Kreis Bergstraße abbauen. Der Bolzplatz sollte zur Straße hin mit einer dicht wachsenden Hecke abgeschottet werden, damit die Kinder dem Ball nicht auf die Straße hinterherlaufen könnten. Bis die Hecken so dicht werden, könnte ein Bauzaun des Bauhofs helfen. Das habe er dem Bürgermeister bereits vor der Sommerpause mitgegeben, ließ Großmann die Mitfahrer wissen. In Wattenheim warteten schon mehrere Anwohner bei der Filiale der Raiffeisenbank in der Rheinstraße auf die Radler, einiger Unmut hatte sich aufgestaut, wie bald deutlich wurde. Thema war das Bauvorhaben einer Investorengruppe, die das Bankgrundstück gekauft hat und nach dem Abriss des Bankgebäudes und des früheren Jugendheims der katholischen Kirche hier zwei Wohnhäuser mit insgesamt 16 barrierefreien Wohnungen, Fahrstuhl und Tiefgarage errichten will. Die Bankfiliale wird zukünftig kleiner und in ein Gebäude integriert. Wegen der Geschosshöhen befürchten die Anwohner die Verschattung ihrer Häuser und Gärten. Nur 1,5 Stellplätze pro Wohnung, das ist nach Ansicht der Anwohner viel zu wenig und verschärfe die Parksituation in den umliegenden Gassen. Das entspreche jedoch der Stellplatzsatzung der Gemeinde Biblis, erklärte der Architekt der Bauherren. Architekt und ein örtlich bekannter Unternehmer als Vertreter der Investoren erläuterten das Vorhaben, das sich aktuell in der Phase der Bauanfrage beim zuständigen Bauamt in Heppenheim befinde. Die Gemeinde habe die Unterlagen vom Kreis erhalten, dürfe aber keine Akteneinsicht geben, bestätigte Gemeindevertreter und CDU-Vorstandsmitglied Christopher Wetzel. „Im Moment wissen wir nichts“, betonte er.

    Die Planung sei nicht in Stein gemeißelt, versuchte Großmann die Wogen der Empörung zu glätten. Da es keinen Bebauungsplan gebe, müsse sich das Bauvorhaben lediglich in das Umfeld einfügen. Die Vorsitzende des Ortsbeirats Sigrid Ambros erinnerte an das geplante Parkraum- und Verkehrskonzept der Gemeinde Biblis, in dessen Rahmen würde die Stellplatzsituation überprüft. Großmann lud die Bürger ein, ihre Probleme der noch zu gründenden Verkehrskommission vorzutragen. Für das unter Denkmalschutz stehende Kreuz an der Ecke sei bereits mit Einverständnis der Denkmalschützer aus Heppenheim eine Lösung gefunden, berichtete der Architekt, der neue Platz sei auf der Straßenseite gegenüber. Zum gemütlichen Abschluss ihrer Sommerradtour wollten sich die Mitfahrer im Golfpark treffen. Hannelore Nowacki



    So könnte ein Tiefseilgarten aussehen. Christopher Wetzel hatte großformatige Fotos zur Ansicht mitgebracht. Foto: Hannelore Nowacki

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