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  • Do., 21. Juli 2016, 15:35 Uhr
    2015 mit 180.000 Besuchern ein Rekordjahr, aber 630.000 Euro Zuschuss

    CDU-Sommertour zu den Biedensandbädern

    Bei der CDU-Sommertour in den Biedensandbädern informierte Erster Stadtrat und Biedensandbäder-Geschäftsführer Jens Klingler die Lokalpolitiker über die Investitionen und Neuerungen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Bestes Badewetter hatten die acht CDU-Parlamentarier am Montagabend bei ihrer Sommertour zu den Biedensandbädern. Im Freibad lockte das Schwimmerbecken mit 26 Grad Wassertemperatur, die Nichtschwimmer konnten sich bei 24 Grad im Wasser tummeln. Bei Sonnenschein in Mittelmeerqualität waren Urlaubsgefühle in der weitläufigen Bäderlandschaft und an den Ufern des Badesees angesagt, der mit Sandstrand und idyllischer Lage Besucher aus der ganzen Region begeistert. Das natürliche, nicht gechlorte Wasser hatte bereits 23 Grad erreicht. Größer geworden ist der Badesee vorerst durch Grundwasseranstieg nach den ergiebigen Regenfällen. Allerdings stand kein erfrischendes Schwimmen auf dem lokalpolitischen Besuchsprogramm, die Gruppe um den CDU-Fraktionsvorsitzenden Edwin Stöwesand war mit Jens Klingler verabredet, Erster Stadtrat und Geschäftsführer der städtischen Biedensandbäder, um Informationen aus erster Hand und eigener Anschauung zu erhalten. Von besonderem Interesse für die CDU-Sommertouristen waren die bisherigen aktuellen Investitionen, der Zustand der Biedensandbäder sowie die noch zu erwartenden Kosten für die weitere Instandhaltung und Modernisierung. Der Rundgang führte die Lokalpolitiker ins Hallenbad und in die sonst nicht zugänglichen Bereiche der Technik. Pünktlich zum Ferienbeginn war das Hallenschwimmerbecken für den Badebetrieb gesperrt, die Filteranlage und Chlorierung sind abgeschaltet. Der Badespaß spielt sich draußen ab. Mit einem gut gelaunten „Hereinspaziert!“ lud Klingler die Besucher zum Rundgang ein, um ihnen die „schlechten wie die guten Seiten“ zu zeigen. In den Tiefen der Technikräume mit komplexen Rohrsystemen, Tanks, Pumpen, Filteranlagen und neuem Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromgewinnung erklärte Klingler der CDU-Gruppe die Neuerungen und Funktionsweisen. Beliebt sind die Biedensandbäder weit über Lampertheim hinaus. Im Rekordjahr kamen 180.000 Besucher, in durchschnittlichen Jahren sind es 148.000 Badegäste. Zehn Schulen und fünfzehn Vereine nutzen die Biedensandbäder und eine Vielzahl von VHS- und Aquafit-Kursen findet hier statt - Zahlen, die Klingler zufrieden stimmen. Statistisch gesehen wird jeder Besuch mit rund fünf Euro aus dem städtischen Haushalt bezuschusst. Insgesamt waren im Haushalt 2015 für die Biedensandbäder 630.000 Euro Zuschuss fällig. Investiert wurde in die notwendige Erneuerung von Pumpen und Heizungsanlage. Beim Stromverbrauch konnten 50.000 Euro eingespart werden. „Selbst haben wir nichts investiert“, erläuterte Klingler das Geschäftsmodell „Contracting“ mit der Firma Elektro Schlappner. Geplant für eine Laufzeit von zehn Jahren, war das Projekt durch die Reinvestition über die Stromersparnis schon nach fünf Jahren abgeschlossen. Das subtropische Klima in der Schwimmhalle, das besonders die Wettkämpfer vor Herausforderungen stellt, soll durch eine neue Lüftungsanlage verbessert werden. Ein Gutachten habe ergeben, dass man auf der vorhandenen Substanz des Hallenbades aufbauen könne. Um die Stahlträger im Hallenbaddach zu prüfen, stehe eine Untersuchung an. CDU-Fraktionsvorsitzender Edwin Stöwesand meinte abschließend, dass für die CDU wichtig sei, die Biedensandbäder zu erhalten, zu denken sei dabei auch an den Defizitausgleich im städtischen Haushalt. Sollte sich ein Investor finden, würde sich die CDU mit dem Investor darüber unterhalten, dass die Schulen und Vereine das Schwimmbad weiterhin nutzen könnten. Durch Veranstaltungen in den Biedensandbädern wie Tanz der Bässe werde Lampertheim bekannt gemacht. Hannelore Nowacki

    Hallenbad, Freibad und der idyllisch gelegene Badesee machen das Freizeitparadies Biedensandbäder aus. Foto: Hannelore Nowacki


    Weitere Investitionen

    Die Erneuerung des Brauchwasserfilters hat 180.000 Euro gekostet. Kostensparend hat sich ausgewirkt, dass der Bauhof das Fundament angelegt hatte, die alte Anlage zerlegt und im Baukastensystem aufgebaut wurde. „Wir sind jetzt wieder auf dem neuesten Standard der Wasserqualität“, erklärte Biedensandbäder-Geschäftsführer Jens Klingler den CDU-Lokalpolitikern, das Gesundheitsamt habe keine Bedenken mehr. Das ursprüngliche Problem sei „gebundenes Chlor“ gewesen, das aus der Verbindung von Kleinteilen des genutzten Wassers des Badesees mit Chlor entstanden sei. Vom kommunalen Energieversorger Energieried wurde im Rahmen eines steuerlichen Querverbundes die Heizungsanlage erneuert und zur Verfügung gestellt. Als Vorteile nannte Klingler die zusätzliche Wärmeversorgung der Außenbecken zum fairen Preis. „Es hat sich gelohnt und läuft stabil“. Bei diesem Steuerverbund sind 25 Prozent Wärmeabnahme vorgeschrieben, erreicht werden sogar über 50 Prozent. Das neue Blockheizkraftwerk im Eigentum von Energieried, das rund um die Uhr gebraucht werde, erzeugt durch die Verbrennung von Gas Strom und Wärme. Zum gleichen Preis haben die Biedensandbäder dadurch auch warmes Wasser im Außenbereich. Früher wurde Rapsöl eingesetzt. Energieried habe auch den Heizkessel erneuert. Eine defekte Pumpe für das Duschwasser mit zwei Wochen Stillstand wurde für 12.000 Euro erneuert, die Versicherung sei für den Wasserschaden aufgekommen. Lecks im Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken werden langfristig eine Sanierung des Beckenkopfes erfordern, erklärte Klingler. Durch Nutzung des eigenen Seewassers seien die Lecks bislang verkraftbar. Die Badegäste haben mit erneuerten hellen Spinden auch optisch mehr Komfort, doch noch sind nicht alle orangefarbenen Spinde ausrangiert. Durch Austauschaktionen wurden beschädigte Türen durch besser erhaltene alte aus dem sanierten Bereich ersetzt. Ein gut angenommenes Angebot seien die großen blauen Schließfächer für größere Badeutensilien wie Liegen, die für eine Saison gemietet werden können. Vandalismus kostet Geld. Klingler sprach beschädigte Spindschlösser, Zäune und Bänke an, ein Phänomen, dem trotz Sicherheitsdienst nicht beizukommen sei. Der Badesee ist dank der Belüftungsanlage des Angelsportvereins seit zwei Jahren bis in eine Tiefe von 14 Metern gut mit Sauerstoff versorgt, was den eingesetzten Zandern und Rotaugen gefällt.

     

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