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  • Mo., 06. März 2023, 22:33 Uhr
    WAHL: Gemeinsame Jahreshauptversammlung der drei Bibliser Feuerwehren verabschiedete Ingo Ess 

    Christian Neumann neuer Gemeindebrandinspektor 

    Gemeinsam im Bild das neue GBI-Team (von links) mit Patrik Kranz als stellvertretender Gemeindebrandinspektor, Gemeindebrandinspektor Christian Neumann mit seinem Vorgänger Ingo Ess und Bürgermeister Volker Scheib. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Eine Überraschung war es nicht, schon länger hatte der bald 60-jährige Ingo Ess bekannt gemacht, dass er nach 15 Jahren nicht ein weiteres Mal zur Wahl des Gemeindebrandinspektors (GBI) antreten werde. Sein Nachfolger Christian Neumann, der am Samstagabend bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der drei Bibliser Feuerwehren von 89 Stimmberechtigten einstimmig für die nächsten fünf Jahre zum neuen Gemeindebrandinspektor gewählt wurde, verfügt bereits als stellvertretender Gemeindeinspektor über fünf Jahre Erfahrung. Neumann ist 41 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Zum stellvertretenden Gemeindebrandinspektor wurde der 30-jährige Patrik Kranz mehrheitlich gewählt, bisher bekannt als Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Biblis. Hauptberuflich ist er bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt tätig. Ingo Ess bleibt dem Feuerwehrdienst in zweiter Reihe erhalten und will Neumann, wenn nötig mit Rat zur Seite stehen. Bürgermeister Volker Scheib gratulierte Neumann und verabschiedete Ess herzlich mit Umarmung. Als Gemeindebrandinspektor sei Ingo Ess ein Mann klarer Worte gewesen, das schätzte auch Bürgermeister Volker Scheib, der dies als ausdrückliches Lob vorbrachte. Die Laudatio für Ingo Ess hielt Manfred Gölz. Der neue Gemeindebrandinspektor Christian Neumann blickte zurück auf die „schöne Zusammenarbeit“ und die Einarbeitung durch Ingo Ess, auch in die Politik, die für ihn neu gewesen sei. „Danke für das, was du für uns geleistet hast“. Langanhaltender Applaus der Kameraden im Stehen folgte. Die Wehrführer und stellvertretenden Wehrführer übergaben das Abschiedsgeschenk, das sie auf einem Wagen in den Saal rollten – eine Skulptur mit Feuerwehrschläuchen, die drei Bibliser Wappen und einen gut gefüllten Getränkekorb. Im Namen der Gemeinde Biblis sprach Ingo Ess abschließend die Einladung zum gemeinsamen Essen und Umtrunk aus. 

    Gute Bilanz mit Kritik an der Politik

    In seinem Bericht über den Zeitraum von 2018 bis 2023 zog Ingo Ess eine im Großen und Ganzen erfreuliche Bilanz. Einzig das Personal könnte zukünftig knapp werden, da Biblis eine klassische Pendlergemeinde sei und Zuwächse für den Tagesalarm auf längere Sicht nicht ausreichen könnten. Stand 31. Dezember 2022 sind unter den 89 Aktiven 11 Frauen in den drei Wehren. Durch die aktive Standortausbildung, gemeinsame Übungen aller drei Wehren, Lehrgänge auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule, Seminare und Lehrgänge bei Herstellerfirmen haben sie einen guten Ausbildungsstand. Doch könnte die körperliche Fitness besser sein, vor allem im Bereich Atemschutz, merkte Ess an. Neue Kameraden konnten gewonnen, die Mannschaften verjüngt werden. In der Coronazeit seit März 2020 konnten Lehrgänge und Übungen nicht stattfinden, erst Ende 2022 fand ein Grundlehrgang in Biblis statt. Ingo Ess dankte allen für die geleistete Arbeit und Unterstützung, seinem Stellvertreter Christian Neumann, der den Bereich Ausbildung und Lehrgangswesen verantwortete, den Wehrführern, Feuerwehrleuten und ihren Partnern, besonders Gerätewart Dirk Ess und der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Volker Scheib an der Spitze sowie der Brandschutzaufsicht unter Führung von Kreisbrandinspektor Steffen Lutter. Die drei Jugendfeuerwehren zählen etwa 41 Jugendliche. Jährlicher Höhepunkt ist das Kreiszeltlager, nach zwei Jahren Corona-Pause fand es im vergangenen Jahr in kleinerer Form in Mittershausen-Scheuerberg statt. Aber es fehle zunehmend an geeigneten Plätzen, deshalb wünscht sich Ess von den Bürgermeistern im Kreis Bergstraße Abhilfe. Zu bedenken sei, dass die Jugendfeuerwehr von heute die Brandschützer von morgen sind. Engagierte Helfer und Betreuer sind in den drei Kindergruppen aktiv. Fahrzeuge und Gerätschaften seien in gutem bis sehr gutem Zustand, das sei den hauptamtlichen Gerätewarten und Helfern der technischen Dienste zu verdanken. Kritik an der Politik hat Ingo Ess, weil es für den vor einem Jahr wegen Krankheit ausgefallenen Gerätewart bis jetzt keine Lösung gebe, zum Beispiel eine Versetzung. Das hätten die politischen Gremien im Dezember in nicht öffentlicher Abstimmung abgelehnt. Mit der Folge, dass die Mehrarbeit bei den Aktiven hängen bleibe. Ingo Ess findet die „Beweggründe nicht ganz nachvollziehbar, richten sich aber offensichtlich auch gegen den Bürgermeister“. Der Politik wirft er vor, über die Feuerwehr, aber nicht mit der Feuerwehr zu sprechen. „Von mangelnder Expertise ganz zu schweigen“. Bei der Verwaltung mahnt er einen festen Fahrzeugunterstand in Wattenheim als Ersatz für das Zeltprovisorium an. Ein Problem sei seit 2018 die dortige Kanalsituation, das könnte von KMB gelöst werden. Hannelore Nowacki

    Das Abschiedsgeschenk der Feuerwehrkameraden für Ingo Ess nach 15 Jahren als Gemeindebrandinspektor. Foto: Hannelore Nowacki


     

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