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  • Mo., 22. Oktober 2018, 15:43 Uhr
    Feierlicher Abschluss nach 10 Jahren Dorferneuerung als „Danke-schön-Zeichen“ 

    „Chronik eines erfolgreichen Projekts“ als Dokumentation

    Zehn Jahre Dorferneuerungsprogramm sind in der Dokumentation festgehalten, die Bürgermeisterin Barbara Schader mit Moderator Stefan Lösch vorstellte. Arbeitskreissprecher war Volker Utz (rechts). Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Was in zehn Jahren Dorferneuerung passiert und gelungen ist, aber auch, die nicht realisierten Wünsche und Pläne kamen bei der feierlichen Abschlussveranstaltung am frühen Freitagabend zur Sprache. Eingeladen hatte Bürgermeisterin Barbara Schader im Namen der Stadt Bürstadt die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung, die beteiligten Akteure aus der Verwaltung und Vertreter aus der Politik. Landrat Christian Engelhardt war in Begleitung seiner Fachabteilung gekommen und bekannte in seiner Rede, dass ihm das Dorferneuerungsprogramm am Herzen liege. Mit den Plänen als Zukunftsprojekt für die Turnhalle werde sich der Ortsbeirat befassen. Eingeladene Vertreter der landeseigenen WI-Bank, die für den finanziellen Rahmen der Dorferneuerung zuständig war, fehlten. Das Land Hessen förderte die Dorferneuerung mit 441.000 Euro, durch Eigenmittel aus dem Haushalt der Stadt Bürstadt ergänzt, kamen dem Stadtteil Bobstadt insgesamt rund 700.000 Euro zugute, wie es auch in der bebilderten Abschlussdokumentation mit dem Titel „Dorferneuerung Bobstadt 2007 – 2017 – Chronik eines erfolgreichen Projekts“ nachzulesen ist. Im Licht der milden Herbstsonne erstrahlte die einladende Außenanlage des sanierten Alten Rathauses, gefeiert wurde im Alten Rathaus, das sein frisches Erscheinungsbild dem Dorferneuerungsprogramm verdankt. „Ein Danke-schön-Zeichen“ wollte Bürgermeisterin Schader mit dieser Veranstaltung für die Menschen setzen, die mit der Dorferneuerung seit 2006 zu tun hatten, erklärte sie in ihrer Rede. Besonders freue sie das Zusammenspiel mit dem Landrat, der den ländlichen Raum mitdenke. Schader rückte den Verlauf der Dorferneuerung Bobstadt seit ihren Anfängen, auch vor dem offiziellen Beginn des Landesprogramms, in den Blickpunkt. Beharrlichkeit alleine reiche nicht, machte sie deutlich, wichtig sei, dass in Wiesbaden Türen geöffnet wurden. Alfons Haag, zu dieser Zeit Bürstädter Bürgermeister und ebenfalls unter den Gästen, habe mit dem Landrat, damals Matthias Wilkes, jede Woche gesprochen. Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf, damals Ortsvorsteher, sei eine treibende Kraft der Dorferneuerung gewesen. Dem Aufruf zur Informationsveranstaltung 2008 seien etwa 40 Bobstädter gefolgt. „Ein solches Projekt lebt von der Bürgerbeteiligung“, betonte Schader, „heute haben wir einen Grund dankbar zu sein“. Nach der erfolgreichen Dorferneuerung in Riedrode habe die Stadt Bürstadt Stefan Lösch als Moderator beauftragt. Eine Besonderheit, ein Novum, sei in Bobstadt die Bestandsaufnahme durch die ehrenamtlichen Arbeitskreismitglieder gewesen, fachlich von Helmut Dollak von der Stadtverwaltung und einem Ingenieurbüro begleitet und ausgewertet. Ewald Stumpf ging in seinem Rückblick auf das Jahr 2006 zurück, als der Ortsbeirat seinen Antrag zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm gestellt hatte. Da nicht zwei Ortsteile gleichzeitig dabei sein können, habe Bobstadt noch warten müssen. Ein Zufall kam zur Hilfe, ein anderer Ort hatte seine Zusage zurückgezogen, wovon Stumpf  erfahren habe. Die weiteren Fixpunkte waren im September 2007 die einstimmige Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung zur Bewerbung. Der Bewilligungsbescheid des Umweltministers kam am 11.11.2008, die Aufnahmeurkunde ein paar Wochen später. Am 27. Januar 2009 übergab Landrat Wilkes, den ersten Förderbescheid. Die Gebäude- und Infrastrukturanalyse durch den Arbeitskreis in Eigenregie habe der Stadt Bürstadt erhebliche Kosten erspart, hob Stumpf hervor. Der Arbeitskreis erarbeitete die Projektliste, die im Oktober 2009 verabschiedet wurde. „Das war viel Arbeit“. Die Arbeitskreismitglieder verteilten sich auf drei Themenbereiche – „Verkehr“, „Gesellschaftliches Leben und Infrastruktur“ und „Ortsbild“. Stumpf lobte das gute Klima im Arbeitskreis und meinte abschließend: „Durch das Dorferneuerungsprogramm hat sich das Ortsbild in einigen Bereichen zum Positiven verändert – um noch mehr zu erreichen, gibt es vielleicht noch ein anderes Förderprogramm“. In die positive Einschätzung stimmte Moderator Stefan Lösch weitgehend ein, doch „ein kleiner Wermutstropfen“ sei, dass das, „was sich die Bürger am meisten gewünscht haben, einen Versammlungs- und Begegnungsraum, gescheitert ist“. Jedoch hofft er auf die Zukunft. Die hohe Motivation der Bürger von Beginn an habe ihn motiviert, doch ende das bürgerschaftliche Engagement nicht mit dem Ende des Dorferneuerungsprogramms. „Viel mehr Leute als heute hier sind, haben ehrenamtlich mitgearbeitet“, sagte Lösch und betonte, dass ihm die Arbeit „viel Spaß“ gemacht habe, jedoch nicht immer einfach gewesen sei, zumal er Bürger des Ortes sei. Applaus erhielt Lösch für seine kritische Anmerkung zu bestimmten Leserbriefen, die sich gegen Arbeitskreismitglieder gerichtet hatten. CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Bauer sprach von einem „glücklichen Moment“. Man sehe, was mit dem bereitgestellten Geld umgesetzt wurde. Uwe Metzner, nach Hans-Georg Gött und Ewald Stumpf Ortsvorsteher in der Zeit der Dorferneuerung, teilte die positive Einschätzung der Veränderungen, zu den Rückschlägen zählte er das bislang nicht umgebaute und sanierte Foyer der Turnhalle. Dass die Messplatzbebauung, die vom Ortsbeirat einstimmig befürwortet wurde und „für den Ort selbst in die richtige Richtung“ weise, eine Spaltung der Bevölkerung hervorgerufen habe, finde er persönlich sehr schade. Eine Bildervorführung in Endlosschleife illustrierte die Projekte der Dorferneuerung. Als Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung und Sprecher der daraus entstandenen Arbeitsgruppe Ortsgeschichte erhielt Volker Utz ein Präsent und einen Bilderrahmen mit Gutschein zum Kauf vieler Rahmen für die historischen Dokumente im Archiv. Als Dank für die zur Verfügung gestellten Fotos überreichte Bürgermeisterin Schader Hannelore Nowacki einen Blumenstrauß. Später wurde auf die Dorferneuerung angestoßen, zuvor brachte Bürgermeisterin Schader ihr „Hoch auf Sie“ aus und kündigte die dazu passende Liedschleife nach dem bekannten Hit an. An den Stehtischen entwickelten sich lebhafte Gespräche.  Hannelore Nowacki 

     

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