
BÜRSTADT – Auf dem Freizeitkicker-Gelände im östlichen Teil von Bürstadt entsteht eine sechszügige Kindertagesstätte in Modulbauweise für 120 Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt. Nachdem die eigentliche Villa Kunterbunt wegen Schimmelbefalls geschlossen werden musste und seit über einem Jahr in das Bürgerhaus von Riedrode ausgelagert ist, entsteht auf dem Gesamtareal in der Forsthaustraße von rund 1.350 m², darunter über 900 m² nutzbare Raumfläche, für zunächst drei Jahre eine mobile Heimat. „Von Erwachsenen geplant, für Kinder gemacht“, erklärte Christian Quendt, Technischer Leiter der ausführenden Firma „audere.Mobile Solutions“ aus Fellbach das Projekt. Parallel führte Vertriebsleiter Sebastian Gruber durch die Räume und erläuterte die Details des aus insgesamt 55 einzelnen Modulen konzipierten Komplexes.
Der besondere Blick des qualitativ hochwertigen Lösungskonzeptes liegt neben der zeitgemäßen Ausstattung mit Interaktionsmöglichkeiten auf der Umsetzung pädagogischer Anforderungen. „Hell, freundlich, einladend“, so beschrieb Bürgermeisterin Barbara Schader ihren ersten Eindruck der neuen Räumlichkeiten. Mit dem Verweis auf die liebevoll gestalteten Toiletten und Waschräume merkte die Bürgermeistern an: „Da ist Liebe mit drin!“ Mitte Februar sollen die Innenarbeiten abgeschlossen sein, so dass im Anschluss der Umzug geplant werden kann. Im März kommenden Jahres könne sukzessive der Einzug in das neue Quartier erfolgen.
Neben Sanitärräumen hat jeder Abschnitt seinen eigenen Besprechungs-, Gruppen- und Rückzugsraum. „Das Füllen der Räume übernimmt dann das Kita-Team“, fügt Barbara Schader voller Vorfreude auf den Tag der Eröffnung an. Thomas Georgi vom zuständigen Fachbereich der Stadt, erwähnte, dass das Kita-Team durch die beiden neuen Gruppen etwa 25 Beschäftigte umfassen soll.
Einer der Gruppenräume.
Die Stadt Bürstadt als Betreiber und das erzieherische Fachpersonal orientieren sich am Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) mit dem Fokus auf dem Konzept der teiloffenen Gruppenarbeit. „Wir erwarten weitere Unterstützung durch das Land“, sieht Bürgermeisterin Schader die Stadt vor weiteren Herausforderungen. Ausschreibungen für neue Erzieherinnen laufen, Bedarf an Auszubildenden sei ebenso vorhanden wie an Anerkennungspraktikanten. „Da stehen wir im Wettbewerb“, so Schader. Den Anforderungen unter den Aspekt der Integration und Sprachförderung möchte die Stadtchefin ebenfalls gerecht werden. Kinder mit Sprachstörungen, Sprechstörungen oder Einschränkungen in ihrer Handlungsfähigkeit bei Alltagstätigkeiten sollen im Rahmen der Frühförderung ebenfalls adäquat betreut werden können. Hier setzt Schader auf einen politischen Konsens. Schlimmstenfalls schaffe man die erforderlichen Räumlichkeiten, könne aber wegen Personalmangel keine Therapiemöglichkeiten anbieten oder müsse die Öffnungszeiten begrenzen.
Steffen Heumann
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