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  • Mo., 10. Februar 2014, 15:15 Uhr
    Katholische Kirchenmusik feierte Kappenabend mit tausend Stimmen und Tanz

    Da steppte der Bär und flogen die Luftballons

    In den Reihen der KKM musizieren Trompeter und Saxofonisten, da wird geflötet, auf die Pauke gehauen und vieles mehr. Das Instrumentarium erweiterten die Ehefrauen im Schlussakkord des Kappenabends um Luftpumpen fürs Zwei- und Vierrad mit aufgesetzten Luftballons, Spielfreude und Körpereinsatz. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Der Funken der guten Laune hatte schon gezündet, bevor der Kappenabend des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKM) offiziell den Bären von der Leine ließ. Und schnell  war klar – so würde es den ganzen Abend mindestens bis Mitternacht weitergehen. „Heut steppt der Bär“ war das Motto für den Kappenabend am Freitag im Saal der Garten- und Naturfreunde, eine Idee des Ehrenvorsitzenden Karlheinz Fettel. Als Moderator und Entertainer führte Fettel das Publikum mit lockerem Witz und zündendem Humor durch das rund fünfstündige Programm. Ein Meisterwerk sein selbst geschaffenes Bühnenbild mit lustigen Bären und Strichmännchen. Als Meister des pointierten Worts reimte Fettel zur Zukunft der neuen Markthalle als „Dach auf Säulen“ und „Akropolis“ von Bürstadt: „In 150 Jahren stellt Bürstadt sie zur Wahl als Kulturdenkmal“. Den Kappenabend feiert der Verein seit 40 Jahren. Aber dieses Jahr ist ein ganz besonderes – die Katholische Kirchenmusik feiert ihr 90-jähriges Bestehen und zeigt sich dabei Generationen übergreifend springlebendig. Die KKM-Konzerte gehören zum Kulturleben der Stadt, das Frühjahrskonzert wird ein nächster Höhepunkt sein. „Im Jubiläumsjahr werd änner druffgemacht“ – war die Ansage Fettels, an die sich die eingeladenen Mitglieder, Freunde, Gönner und auch Stadtprinzessin Teresa I. mit Hofstaat einschließlich Prinzessinnen-Offizier André Zeimet, Annegret Fettel und Christa Ille  vom Vorstand der Vereins-AG Bürstadt gerne hielten. Pfarrer Peter Kern, als Präses im KKM-Vorstand, hatte Zuschauerstatus, Dirigent Wolfgang Rothenheber war der Häuptling vor und hinter den Kulissen. Rund 70 Mitwirkende präsentierten ein Unterhaltungsprogramm voller Überraschungen und Humor. Der Spiel- und Kulturkreis 50 Bürstadt (SKK 50) hatte drei Tanzgruppen entsandt, die das Publikum mit ihrer Bühnenshow begeisterten. Zum Auftakt wirbelten die jungen „Riwwelkiggelche“ über die Bühne, die SKK-Gruppe „Enigmatic“ zeigte auf kleiner Bühne großen Formationstanz und dann bezauberten die bauchfreien Damen von „Salt & Pepper“ das Publikum mit orientalischem Tanz und einer  Zugabe: „Die Zuckerpuppe von der Bauchtanzgruppe“, die einst Bill Ramsey besungen hatte. Die Schunkelrunden zwischendurch brachte Jean Diehl musikalisch auf Touren, seine Fans nennen ihn „Schoo aus Lorsch“.  Um „Die Schönheit der Männer von Morgen“ ging es den beiden Nachwuchskünstlern Laurin und Constantin Morweiser in ihrem unterhaltsamen und einfallsreichen Vortrag. Stefanie Brenner berichtete tiefenanalytisch angereichert von Sitzungsereignissen ihres „Babbas“, der aus begreiflichen Gründen über einen eigenen Lokus verfügt.

    Finale mit federleichter Stimmung und Luftballons, aber noch lange nicht Schluss. Denn mit Tanzmusik ging es nach Mitternacht in die nächste Unterhaltungsrunde. Foto: Hannelore Nowacki


    Über das Vereinsleben plauderte „Apothekerin“ Ursula Pabst, nur kurz streifte sie „ausnahmsweise“ die Weltpolitik. Für alle Fälle hatte sie den Notfallkoffer dabei. Was war bei der Kommunion passiert? Unbemerkt hatte der Pfarrer mit den Kindern einen anderen Weg eingeschlagen als Dirigent Wolfgang Rothenheber mit der Kirchenmusik. Da kochte der Saal und der Bär steppte - Marcel Kilian, der Mann der „tausend Stimmen“, und Vater Jürgen Kilian machten  als „Straßenmusiker“ Furore. Die deutsche Schlagerlandschaft erblühte unter Variationen von „Weißt du wo die Blumen sind“, mit den Stimmen und der Musik von Grönemeyer bis Udo Lindenberg und Ernst Neger. Eine fantastische Gratulation zum 90. Jubiläum war die folgende Bühnenshow mit Rosen und Rosenblättern.  Aus dem Wellness-Bereich kam der Trompetersatz, eine Vorführung toller Kerle und einer Dame (Sandra Fettel) im Bademantel – mit feinem Humor, freier Haut und Feigenblatt. Heike Hildebrand, bekannt aus Howwe und Fernsehen, hatte als „Shopping-Queen“ die Tüten voller Einfälle. Ein Feuerwerk des Musizierens und Vergnügens entfachten zum Schluss die Ehefrauen der Aktiven mit ihren Instrumenten Marke Eigenbau. Zum Finale durften endlich die gelben und weißen Luftballons in die Freiheit. Hannelore Nowacki

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