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Mo., 26. Oktober 2015, 13:45 Uhr
Bürgermeister Störmer: Willkommenskultur und Pflicht sich an den Werten unserer Gesellschaft auszurichten
Dank & Willkommen – ein gelungenes Fest mit rund 500 Gästen
Beim Dankes- und Willkommensfest begeisterte die Musiker-Initiative Lampertheim die Gäste mit einem großen Musikprogramm – über alle Sprachgrenzen hinweg.
LAMPERTHEIM – Die Hans-Pfeiffer-Halle wurde am Sonntagnachmittag zum Konzertsaal und zum Ort der Begegnung mit rund 500 Gästen. „Eine tolle Resonanz“ freute sich Kurt Stass, Sprecher des Koordinationskreises der Flüchtlingshilfe Lampertheim. Zu diesem ersten Dankes- und Willkommensfest hatte die Stadt Lampertheim alle Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe und die Stadtverordneten mit Partnern sowie alle 230 Flüchtlinge in Lampertheim eingeladen. Ein Busunternehmen hatte zwei Busse kostenlos zur Verfügung gestellt, mit denen die Flüchtlinge aus Neuschloß und Hofheim zur Hans-Pfeiffer-Halle gefahren wurden. Für den Musikgenuss sorgte die Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) in großer Besetzung mit erstklassiger Performance und vorwiegend rasanten Rhythmen - vom deutschen Stimmungsschlager zum Tanzen und Mitklatschen bis zu internationalen Hits quer durch die Kontinente. Ihre Mitwirkung an der Veranstaltung hatten sie gleich zu Beginn der Planungen spontan beschlossen. „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“ war groß als Lichtprojektion an der Wand zu lesen. Nach einer ersten musikalischen Einstimmung mit dem besinnlichen Song von John Lennon „Imagine all the People“ sprach Bürgermeister Störmer. Seine Rede wurde abschnittsweise in englischer Sprache von Mohamed Shariff und Mulagata Tsegay vorgetragen. Kurt Stass und seinen ehrenamtlichen Mitstreitern im Kooperationskreis Flüchtlingshilfe bescheinigte Störmer, dass sie etwas ganz Besonderes leisten. „Wir möchten das großartige Engagement der ehrenamtlich tätigen Menschen Lampertheims für die Flüchtlinge und Asylsuchenden in unserer Stadt würdigen und ihnen für ihre wertvolle Hilfe danken“, sagte Störmer, „als Stadtverwaltung würden wir eine solche Aufgabe nicht stemmen können und zweifellos scheitern“. „Sie zeigen ihnen, dass wir uns hier um sie sorgen“, denn Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, Anteilnahme und das Ziel, den Flüchtlingen eine neue Perspektive zu geben, zeichne diese ehrenamtliche Unterstützung aus. „Ohne diese aufopfernde Hilfe würde das Zusammenleben in unserer Stadt deutlich erschwert werden“, betonte der Bürgermeister. Immer wieder kam während seiner Rede Applaus auf, an dieser Stelle jedoch mit deutlichem Nachdruck. Der Integrationsarbeit der Ortsvorsteher zollte Störmer Respekt und hohe Anerkennung. An die Gäste aus den unterschiedlichsten Krisenregionen der Welt gerichtet, sagte Bürgermeister Störmer: „Wir heißen Sie als unsere Gäste willkommen und würden uns freuen, wenn Sie sich bei uns wohlfühlen. Wir nehmen dabei sehr dankbar auf, dass viele von Ihnen sich einbringen und durch aktive Arbeit den Weg in unsere Gemeinschaft suchen“. Die bevorstehenden Probleme könnten nur gemeinsam gelöst werden, gab Störmer zu bedenken: „Integration ist dabei auch die Pflicht, sich an den Werten unserer Gesellschaft auszurichten“. Bürgermeister Störmer schloss seine Rede mit einem zusammenfassenden „Gedanken“: „Wenn sich Politik, Verwaltung und Bürger zusammenschließen, gemeinsam Aktivitäten entwickeln, kann etwas sehr Gutes entstehen“. Ihren Dank riefen die beiden Flüchtlingssprecher den Unterstützern auf Deutsch zu: „Danke Lampertheim!“. „Mir geht es gut“ brachte die Gäste nach der Ansprache von Bürgermeister Gottfried Störmer zu Beginn des mehr als zweistündigen Konzerts in Hochstimmung. MIL-Mitglied und Sänger Bernd „Schepper“ Schäfer machte singend eine Saalrunde, um dann auf der Bühne den Saal zu rocken. Begeisterte Flüchtlinge tanzten überall im Saal und fanden bald tanzende Nachahmer aus dem Kreis der Politik und weiteren Ehrenamtlichen. Im Foyer hatte das Spielmobil der Stadtjugendförderung unter der Leitung von Susanne Camus seine Spielsachen für die bewegungsfreudigen kleinen Besucher bereitgestellt, während die älteren Kinder sich aufs Malen und Basteln konzentrierten. Dekorative Fledermäuse und Kürbisgesichter nahmen Gestalt an. Aus dem deutschen Liedgut erklang im Saal gerade ein Lieblingslied vieler Deutscher, dass Freddy Quinn einst sehnsuchtsvoll sang: „Seemann, deine Heimat ist das Meer“. Hannelore Nowacki
Bürgermeister Gottfried Störmer hielt eine besinnliche Rede, in der er deutlich machte: „In unserer Gesellschaft Fremde zu bleiben, schadet allen“. Fotos: Hannelore Nowacki