Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » „Danke für zehn Jahre Verstand, Urteilskraft und vor allem Vernunft”
So., 03. Februar 2019, 01:21 Uhr
Jens Klingler mit Landesehrenbrief ausgezeichnet / SPD ehrt ihren Vorsitzenden für 10 Jahre im Amt als Erster Stadtrat
„Danke für zehn Jahre Verstand, Urteilskraft und vor allem Vernunft”
Große Ehre für einen Politiker, der seit zehn Jahren als Erster Stadtrat als Naht- und Schnittstelle zwischen Politik, Bürgerschaft und Verwaltung agiert: Jens Klingler (Mitte) erhielt den Landesehrenbrief aus den Händen von Landrat Christian Engelhardt (r.). Marius Schmidt (l.) hielt zudem eine emotionale Laudatio. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Es war eine besondere Ehre, die Jens Klingler, seines Zeichens Erster Stadtrat der Stadt Lampertheim und zudem Vorsitzender des SPD-Ortsverein Lampertheim, am Freitag im Alten Rathaus zuteil wurde: Für sein vielfältiges und dauerhaftes ehrenamtliches Engagement wurde er durch Landrat Christian Engelhardt mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. Zudem war Jens Klingler am Freitag auf den Tag genau seit zehn Jahren in seinem Amt als Erster Stadtrat – ein Jubiläum, das die SPD-Mitglieder nutzten, um ihn mit einem Empfang zu ehren, auf die Amtsjahre zurückzublicken und vor allem um Danke zu sagen.
In einer emotionalen Laudatio blickte Marius Schmidt auf die wichtigsten Momente der letzten zehn Jahre zurück: „Vor 25 Jahren begann ein prägendes Kapitel für Jens Klingler, denn er trat im Alter von damals 19 Jahren unserer Partei bei. In den folgenden Jahren brachte er such in besonderer Weise im Lampertheimer Gemeinwesen ein – bei der SG Neptun in verschiedenen Funktionen, bei den Jusos und schließlich auch im SPD-Ortsverein. Seine ganze Hingabe galt und gilt dabei der Kommunalpolitik und der Gestaltung seiner Heimatstadt. Familiär fest verwurzelt in der Spargelstadt trieb er die SPD damals an und spielte sich in die erste Reihe. 2006, Jens war bereits 2003 in die Stadtverordnetenversammlung eingerückt, konnte die SPD mit ihm als Spitzenkandidat ein sehr gutes Wahlergebnis erzielen – mit einer rot-grünen Mehrheit im Stadtparlament, die Basis für die spätere Wahl zum Ersten Stadtrat war. Ein Selbstläufer war sie nicht, zu jung, zu unerfahren sei Jens Klingler, der teurer Lehrbub werde er, warfen ihm Kritiker vor. Doch die SPD blieb standhaft und so wurde Jens 2008 zum Ersten Stadtrat unserer Heimat.” Dass sich diese Kritik in Anerkennungfür seine ausgezeichnete Arbeit wandelte, zeigte seine Wiederwahl im Jahr 2016: Denn dort erhielt er eine Stimme mehr, als die mittlerweile wiedergewählte rot-grüne Koalition innehatte. „Unter Jens’ Regie hat sich viel getan”, betonte Marius Schmidt. „In sein Jahrzehnt als Erster Stadtrat fallen wichtige Entscheidungen, die uns bis heute tragen: Der Ausbau der Kinderbetreuung und die Entwicklung frühkindlicher Bildung durch den Bau neuer Einrichtungen, die Vermarktung neuer Baugebiete In den Rheinhessen und Rosenstock III, der beharrliche Einsatz für mittelständische Betriebe im neuen Gewerbegebiet Wormser Landstraße und der Aktionsplan für bezahlbares Wohnen. Deine besondere Liebe galt dabei immer auch dem Schwimmbad, für dessen Erhalt und Sanierung Du unermüdlich eingetreten bist. Die nun beginnende Sanierung lag Dir besonders am Herzen. Auch soziale Projekte waren und sind bei Dir gut aufgehoben, so warst Du es, der die Integrationslotsen in Lampertheim installiert hast. Und Du warst es, der mit unverdrossener Zuversicht Unterkünfte und Betreuung für Geflüchtete gemeinsam mit dem Ehrenamt organisiert hast. Und dies alles immer auf Basis einer vernünftigen Finanzpolitik. Dass wir seit 2016 dauerhaft und stabil die von Dir lange angestrebte schwarze 0 schaffen, ist Verdienst Deiner Disziplin, Deines Verständnisses von Politik und Deiner Beharrlichkeit gegenüber der Landesregierung. Dass Deine Vernunft manchmal mit dem Willen der Fraktion kollidierte liegt in der Natur der Sache. Du hast Deine Tätigkeit immer als das verstanden, was sie im Kern auch ist: Teamarbeit zwischen Politik, Bürgerschaft und Verwaltung. Mit Dir als Naht- und Schnittstelle. Jens, wir haben Dir viel zu verdanken. In unser aller Namen: Danke für zehn Jahre Verstand, Urteilskraft und vor allem Vernunft. Im Allgemeinen und Besonderen. Für unsere Stadt. Aber vor allem eins: Du bist ein richtig feiner Mensch, den ich vermissen würde, wenn ich ihn nie kennen gelernt hätte” schloss Marius Schmidt unter dem Applaus der zahlreichen anwesenden Wegbegleiter von Jens Klingler, unter ihnen Alt-Bürgermeister Erich Maier.
Ebenso persönlich wurde Landrat Christian Engelhardt in seiner Ansprache, die er anlässlich der Verleihung des Landesehrenbriefs an Jens Klingler hielt. „Es war eine Freude, der Laudatio zuzuhören. Jens Klingler und ich haben viele Gemeinsamkeiten. Beide sind und waren wir in der Politik aktiv, wir betreiben beide den Schwimmsport und wir sind beide begeisterte Tänzer – wenn auch in verschiedenen Parteien und mit unterschiedlichen Tanzparkerinnen. Vor allem aber ist Jens Klingler ein Mensch, mit dem wir als Kreis sehr gerne zusammenarbeiten, denn wir wissen, dass wir uns auf die Absprachen mit ihm verlassen können. Machen Sie weiter so, bleiben Sie ein guter Partner für uns!”, betonte Landrat Engelhardt, bevor er auf die Gemeinsamkeiten zu sprechen kam: „Ich kann mich gut in Sie hineinversetzen. Wir betreiben beide ein politisches Ehrenamt – übrigens ein Ehrenamt, das leider häufig nicht entsprechend gewürdigt wird, denn ohne politisches Engagement wäre unser Staat so wie er ist nicht möglich. Denn Menschen wie Sie setzen sich in Ihrer Freizeit für die Gemeinde und das Gemeinwohl ein, sie haben Ideen für Ihre Heimatstadt, die Sie voranbringen wollen und Sie sorgen dafür, dass vor Ort die Sorgen und die Wünsche der Menschen ernstgenommen werden.” Mit Blick auf die Wurzeln der politischen Laufbahn von Jens Klingler betonte Landrat Engelhardt: „Sie haben bei den Jusos angefangen. Es ist wichtig, sich so früh wie möglich politisch zu interessieren. Ihr politisches Engagement dauert mittlerweile 24 Jahre an, ob als Stadtverordneter, Erster Stadtrat oder im Kreistag. Darüber hinaus waren Sie Jugendleiter und 2. Vorsitzender der SG Neptun Lampertheim. Dies alles zeigt, dass Sie ein Mensch sind, der eine besondere Haltung hat: Sie sehen, was getan werden muss, haben aber auch den Blick für die Lösungen und vor allem die Bereitschaft, das Problem zu lösen. Daher freue ich mich heute besonders, des Landesehrenbrief überreichen zu dürfen.”
Sichtlich gerührt ergriff Jens Klingler das Wort und bedankte sich für die Ehrungen. „Mir versagt fast die Stimme, danke an alle, die mich bisher begleitet haben. Ich weiß, dass man hier vorne nur dann stehen kann, wenn man Menschen hat, die einen unterstützen. Ihr seit tief in meinem Herzen, ich bin stolz in der SPD Lampertheim zu sein”, rief Jens Klingler seinen Parteigenossen zu. Zwei wichtige Punkte hätte es damals für ihn gegeben, um der SPD beizutreten: Einerseits die Friedenspolitik und der Wunsch, dass „Kohl weg muss. Es war bisher eine sehr schöne Zeit und ich habe es nie bereut, in die SPD einzutreten. Alle Entscheidungen, auch ob ich als Erster Stadtrat zur Verfügung stehe, habe ich gemeinsam mit meiner Familie getroffen. Es war richtig, Erster Stadtrat zu werden, aber es war der dämlichste Zeitpunkt, mitten in der Finanzkrise. Dies hat mich aber weiter gebracht, auch dank der Unterstützung durch Erich Maier. Ihm bin ich auch dankbar, dass er mir den Finanzbereich überlassen hat, der eine Herzensangelegenheit für mich ist und der dank der positiven Entwicklung in den letzten Jahren viel Spaß macht – trotz aller Belastungen wie beispielsweise der Sodabuckelsanierung”, blickte Jens Klingler zurück. „Es ist wichtig, immer einen Schritt nach vorne zu gehen. Hierfür benötigt man aber auch Unterstützung und die richtigen Personen. Die habe ich hier in Lampertheim und ich möchte hier gerne auch die nächsten Jahre wirken – denn Marius hat es richtig gesagt: Ich brenne für Lampertheim!” bekannte er unter dem Applaus aller Anwesenden. Benjamin Kloos