Fr., 15. August 2014, 13:03 Uhr
Koordinationskreis Hilfen für Asylbewerber trifft sich erstmals am 17. September im Gemeindezentrum von St. Michael / „Spracheinstiegspaten“ gesucht
Das Ankommen erleichtern
BÜRSTADT – Sie kommen aus Eritrea, Somalia und anderen meist nord- oder ostafrikanischen Ländern. Sie sind nach einem beschwerlichen Weg über mehrere Stationen nach Bürstadt gekommen und erhoffen sich eine Zukunft in Frieden und Sicherheit: Inzwischen sind es gut dreißig Asylbewerber, die bei der Kläranlage in Bürstadt bzw. im ehemaligen Hotel „Bergsträßer Hof” in Bobstadt untergebracht sind. In den nächsten Tagen werden weitere elf bis zwölf junge Männer in eine weitere Unterkunft in der Mainstraße 7 einziehen. Und bis zum Jahresende könnten nochmals knapp dreißig Personen kommen. Für ihre Betreuung ist der Kreis Bergstraße zuständig, doch aufgrund der dünnen Personaldecke scheinbar überfordert. Auch die Stadt, die für die Bereitstellung der Unterkünfte zuständig ist, kann die Asylbewerber nicht ausreichend begleiten.
Deshalb ist das Engagement von Personen wie Christel Kilian wichtig, die auf vielfältige Weise diejenigen unterstützt, die bei der Kläranlage untergebracht sind. Hier versuchen auch drei junge Frauen aus Mannheim den Somali Grundzüge der deutschen Sprache beizubringen. Doch mit der wachsenden Zahl der Neuankömmlinge wächst auch der Bedarf an Unterstützern. Damit das Engagement sinnvoll ausgeweitet werden kann und die unterschiedlichsten Akteure auch voneinander wissen und sich miteinander vernetzen können, hat sich nun erstmals ein Koordinationskreis derer getroffen, die die Asylbewerber in Bürstadt unterstützen wollen. Neben Vertretern von Stadt und Kirchengemeinden sowie bereits ehrenamtlich Engagierten brachte auch Hannelore Lehnard vom Migrationsdienst des Caritasverbandes ihre Ideen ein und kündigte einen Deutschkurs an, an dem nach einem Eingangstest jedoch nur ein Teil der Asylbewerber werden teilnehmen können.
Somit werden ergänzend für diesen Bereich sogenannte „Spracheinstiegspaten“ gesucht, die mit je zwei bis drei Asylbewerbern Deutsch für Alltagssituationen besprechen und dann auch einüben, indem sie sie beispielsweise zum Einkaufen oder bei einem Behördengang begleiten. Hilfe beim Bearbeiten von Amtspost ist eine weitere Aufgabe, für die weitere Engagierte gesucht werden. Wer sich hier oder anderweitig für die Asylbewerber einbringen möchte, wird zur Herstellung eines Erstkontaktes von den jeweiligen Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartnern begleitet, die inzwischen für alle drei Unterkünfte gefunden worden sind. Dies sind für die Unterkunft in Bobstadt Erika und Uwe Metzner (Telefon 06245-5122), für die Somali bei der Kläranlage Christel Kilian (Telefon 06206-79137) und für das Quartier in der Mainstraße Rosi Hartmann und Michael Held.
Die beiden letztgenannten übernehmen auch die Gesamtkoordination und sind über das Pfarrbüro St. Michael erreichbar (Telefon 06206-6187; st.michael@pfarrgruppe-buerstadt.de). Wer also die freundlichen und für Hilfe dankbaren Menschen aus Somalia, Algerien, Eritrea und anderen Ländern begleiten möchte und sich auf eine bereichernde Herausforderung einlassen möchte, ist herzlich eingeladen, sich im Pfarrbüro St. Michael zu melden und zum nächsten Treffen des Koordinationskreises zu kommen. Dieses findet am 17. September um 17 Uhr im Gemeindezentrum von St. Michael statt. Auch wer ein funktionstüchtiges Fahrrad abzugeben hat, ist eingeladen, dies im Pfarrbüro St. Michael zu melden. zg