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  • Fr., 14. Februar 2014, 12:21 Uhr
    Konfirmandenprojekt mit Meißel und Knüpfel

    Das erste Gebot in Sandstein und Goldglanz

    Steinmetz und Bildhauer Holger Schinz-Sauerwein gibt Tipps zum guten Gelingen. Nicht immer haben die Sandsteinquader die bestellte weiche Qualität. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Heftiges Klopfen ist zu hören, beinahe wie ein Konzert mit  eigenem Rhythmus. Was war los im Gemeinderaum beim Pfarramt Ost in der Elsterstraße? An vier großen Tischen sind die Konfirmanden in ihre Arbeit vertieft, machen immer wieder mal eine Verschnaufpause und unterhalten sich. Unter ihren Händen erhält die glatte Oberfläche der roten Sandsteinquader die Gestalt von einzelnen Buchstaben und bildlichen Motiven, zum Beispiel ein schön gerundetes Herz. Bevor jedoch die Konfirmanden den Meißel ansetzen und mit dem hölzernen Knüpfel ihre Kraft übertragen, malen sie die Buchstaben und Motive mit Bleistift auf. Leerzeichen, wie üblicherweise in Texten verwendet, gibt es im ersten Gebot aus rotem Sandstein nicht, die Worte werden durch Steinquader mit Sternen verbunden: IchbinderHerrDeinGottDusollstkeineanderenGötternebenmirhaben.

    Steinmetz Holger Schinz-Sauerwein eilt von Tisch zu Tisch, zeigt wie der Meißel zu führen ist und wirft immer wieder einen schnellen Hinweis in die konzentriert arbeitenden Tischrunden: „Nicht so draufhauen, der Stein geht kaputt“ oder auch „nicht über die Kante rüberschlagen“.  So wie der Fachmann dabei strahlt, kann es nur heißen: Die Konfirmanden machen ihre Aufgabe gut. Auch Vikar Jan Scheunemann schaut, dass alles gut läuft bei diesem ersten Konfirmandenprojekt im Sandsteinformat. Die Jugendlichen haben offensichtlich Spaß, aber zu hören ist auch: „Das ist anstrengend“ oder mit Steigerung „es ist voll anstrengend“. Mit echtem Blattgold in 23 Karat erhalten die Buchstaben und Sterne in der der nächsten Woche ihren dauerhaft leuchtenden Glanz. „Dieses Industrieblattgold ist erstaunlich günstig“, sagt Steinmetz Schinz-Sauerwein.

    Die Konfirmandengruppe ist konzentriert bei der Sache, denn hier entsteht das erste Gebot, ein Nachbau mit rotem Sandstein. Moses hatte die zehn Gebote auf Steintafeln empfangen. Foto: Hannelore Nowacki


    Zwanzig Jugendliche sind an diesem verregneten Nachmittag dabei, ihren Teil des ersten Gebots zu bearbeiten. Alle 58 Konfirmanden in drei Gruppen sind am Projekt beteiligt. Nach der Konfirmation dürfen sie ihre Steinkunst mit nach Hause nehmen. Die Idee zu diesem erstmaligen Konfirmandenprojekt zündete bei einem häuslichen Abendessen, berichtete Pfarrerin Sabine Sauerwein – in der Tischrunde ihr Jüngster, der auch im Konfirmandenunterricht ist, und Ehemann Holger Schinz-Sauerwein. Die 60 Buchstaben des ersten Gebots würden gut zur Zahl der Konfirmanden passen, war ihre Überlegung. Nachdem der Kirchenvorstand grünes Licht gegeben hatte, konnte das besondere Projekt beginnen. „Wir unterrichten in vielfältiger Form“, erklärt Pfarrerin Sauerwein. So habe ihre Konfirmandengruppe zu Weihnachten das Krippenspiel schauspielerisch eingeübt und an Heilig Abend aufgeführt und auch der Vorstellungsgottesdienst werde von den Konfirmanden weitgehend selbst mit Lesungen, Predigen und Gebetsvorträgen gestaltet. In den nächsten Wochen werde im Unterricht auch darüber gesprochen, welche Bedeutung das erste Gebot heute habe, um welche Idole oder „Götter“ es aktuell gehe. Für den Aufbau der über dreieinhalb Meter langen Zeichenreihe aus Sandstein zum Vorstellungsgottesdienst hat Steinmetz und Bildhauer Schinz-Sauerwein schon eine Idee – auf jeden Fall am und auf dem Altar. Hannelore Nowacki

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