
BOBSTADT – Vor 1250 Jahren in der Zeit des Klosters Lorsch wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, in damaliger Schreibweise als „Babestat“. Was macht das Dorf Bobstadt mit seinen knapp 3.000 Einwohnern heute aus? Ortsvorsteher Holger Halkenhäuser meint: „Gemeinschaft, Begegnung und Zusammenhalt“. In seiner Rede bei der akademischen Feier zum Ortsjubiläum vor 150 geladenen Gästen aus Vereinen, Einrichtungen, Politik und Geistlichkeit beschrieb Halkenhäuser den langen Weg durch die Epochen bis heute, doch geblieben sei immer der Wille, diesen Ort zu erhalten und weiterzugeben. „Das Herz von Bobstadt schlägt nicht Gebäuden, sondern in seiner Gemeinschaft“ ist Halkenhäuser überzeugt. Die Vereine, die Feuerwehr, die Kirchen, der Kindergarten, die Grundschule, viele Initiativen und unzählige Ehrenamtliche hätten in den letzten 25 Jahren Großartiges geleistet. „Das ist unsere Heimat“. Auch Bürgermeister Boris Wenz sieht Bobstadt heute als lebenden Stadtteil, der von engagierten Menschen und einem starken Gemeinschaftsgefühl und einem aktiven Vereinsleben geprägt sei. Viele Beispiele nannte Wenz und lobte auch das Vorbereitungskomitee, das den Festakt und das gesamte Festwochenende organisiert hat. Mit ein wenig Stolz erfülle ihn, auch Bürgermeister von Bobstadt zu sein. Als wichtige Wegmarken der Entwicklung nannte Wenz die Gebietsreform mit der Eingliederung Bobstadts in die Stadt Bürstadt, die Ortsumgehung der B 44 und die Dorferneuerung von 2007 bis 2017. Die Feier fand in der sanierten und modernisierten Sport- und Mehrzweckhalle statt, die jetzt als Multifunktionshalle mit freundlichem Ambiente und neuer Bestuhlung den angenehmen Rahmen gab. Unter den Gästen waren Bürgermeister der Nachbarkommunen und die ehemaligen Bürstädter Bürgermeister Horst Strecker, Alfons Haag und Barbara Schader und ehemalige Bobstädter Ortsvorsteher sowie Ehrenbürger der Stadt. Stadtverordnetenvorsteher Alexander Bauer erinnerte in seiner Rede an den verstorbenen früheren Ortsvorsteher Ewald Stumpf, der viel für sein Bobstadt getan habe. Bekannt als Kenner und Sprecher der Bürstädter Mundart, meinte er, die Bobstädter hätten ihre ganz eigene, auch was die Lautverschiebung betreffe. Landrat Christian Engelhardt ließ in seiner Rede keinen Zweifel daran, dass Bobstadt ein ganz besonderer Ort sei. Eigene schöne Erinnerungen verbinden ihn mit Bobstadt, wobei er die Halle mit ihrer längeren Bauzeit nicht ausdrücklich einschließt. Die aber jetzt ein Ort für Sport und Begegnung sei, es sei gut geworden.
Verleihung der Ehrenurkunde
Als Ehrengast war der hessische Innenminister Roman Poseck angereist, der als zuständiger Heimat- und Kommunal-Minister betonte, dass Bobstadt wirklich einen Grund habe dieses besondere Jubiläum zu feiern. In Anerkennung des Engagements überreichte Poseck Ortsvorsteher Halkenhäuser und Bürgermeister Wenz die Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde. Freiherr vom Stein habe Anfang des 19. Jahrhunderts wichtige kommunalpolitische Impulse gesetzt. Die Plakette habe Bürstadt laut seiner Akten bereits am 25. Juni 1967 erhalten. Die eigentlich verdiente Plakette könne aber nur einmal vergeben werden. Pfarrerin Johanna Gotzmann sprach im Sinne der Ökumene für die beiden in Bobstadt vertretenen Kirchengemeinden und erinnerte daran, dass nach dem zweiten Weltkrieg Bobstadt auch Heimat für viele Geflüchtete wurde. Moderatorin Yvonne Hotz interviewte im Publikum Volker Utz zu seinen Erinnerungen, die Vertreter der TG Bobstadt zu den Weltmeisterleistungen der Tanzgruppen und ließ sich von Susanne Merl, Vorsitzende des Feuerwehrvereins, die Kinderfeuerwehr erklären. Unter der Leitung ihres Dirigenten Herbert Ritzert unterhielt die Singgemeinschaft der Chöre aus Liederkranz Bobstadt, MGV 1902 und GV Volkschor das Publikum mit ihrem heiteren musikalischen Rahmenprogramm. Die Bobstädter Feuerwehr kümmerte sich um die Bewirtung und hatte zum geselligen Beisammensein das üppige Büffet aufgebaut. Am Freitag wird weitergefeiert: Um 20 Uhr ist Disco in der Halle bei freiem Eintritt, am Samstag von 13 bis 15 Uhr Kindernachmittag und am Samstagabend um 20 Uhr beim Bunten Abend spielt die Band „Steam rocks“, Eintritt 12,50 Euro. Am Sonntag, 26. April ab 14 Uhr beginnt der Seniorennachmittag mit Gottesdienst, danach wird es gemütlich bei Kaffee und Kuchen.
Hannelore Nowacki























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