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  • Mi., 14. September 2022, 14:15 Uhr
    TAG DES OFFENEN DENKMALS: „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ führte an und in das Fachwerkhaus 

    Das Hochschildhaus erzählt Geschichte 

    Von Gisela Gibtner bekamen die Besucher am „Tag des offenen Denkmals“ viele Informationen zu den drei Brüdern Moritz, Sally und Heinrich Hochschild. Foto: Eva Wiegand


    BIBLIS - Zum Tag des offenen Denkmals, welcher in diesem Jahr das Thema „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ aufgegriffen hatte, war die Bevölkerung von der Gemeinde Biblis in Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatgeschichte in diesem Jahr an und in das alte Hochschildhaus in der Hochschildstraße 8 in Biblis eingeladen. Dort gab es am Sonntag ab 11 Uhr einiges über das Haus selbst sowie auch über die Familie, die mittlerweile in der Welt verstreut ist, zu erfahren - der Heimatverein hat intensive  Recherchearbeit geleistet. Auf Entdeckungsreise ging es mit Bürgermeister Volker Scheib, der die Besucher in Kleingruppen von maximal vier Personen durch das denkmalgeschützte Haus führte. Zuvor hatte der Heimatverein viele interessante Details parat und verschaffte den Besuchern somit die Möglichkeit intensiv in die Geschichte des Fachwerkhauses und seiner ehemaligen Bewohner einzutauchen. Der Vorsitzende Günter Mössinger stellte das Haus von außen vor. Bereits 1606 habe sich auf dem Gelände ein Gehöft befunden, das heute noch stehende Haus wurde um 1700 errichtet. „Das Haus stammt aus einer Zeit, als Häuser mit Stroh gedeckt waren“, womit der Heimatkundler das hohe, spitze Satteldach erklärte, denn so sei damals verhindert worden, dass die Dächer durchnässen. 1842 ist das Haus in den Besitz der Familie Hochschild gelangt. Weitere sachkundige Informationen gab es unter anderem auch von Ursula Diaz und Gisela Gibtner, die anhand der Stellwände in der Ausstellung Ausführungen zu Leben und Wirken des größten Sohnes, Dr. Moritz Hochschild und seinen Brüdern Sally, geboren 1882, und Heinrich, 1883, machten. Alle wurden in diesem Haus geboren. Moritz, Jahrgang 1881, absolvierte ein Bergbaustudium in Freiberg in Sachsen, zog nach Südamerika, gründete ein Bergbauimperium. Erst sehr spät wurden Dokumente entdeckt, wonach er bis zu 10.000 Juden vor Verfolgung und Tod in der Zeit des Nationalsozialismus rettete und ermöglichte ihnen die Ausreise nach Bolivien. Vielen hatte er zudem die Passage bezahlt. 1961 wurde er mit dem Großen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundeskanzler Konrad Adenauer hat ihn 1964 in Bonn empfangen, es entstand eine Freundschaft zwischen beiden Herren, die sich schon früh für die deutsch/französische Aussöhnung einsetzten. 1965 starb Dr. Moritz Hochschild in Paris, der zeitlebens seiner Heimatgemeinde Biblis wohlgesonnen war. Bei seinem Besuch in den 50iger Jahren verteilte er Geldgeschenke in der Gemeinde Biblis an ehemalige Schulkameraden und an weitere bedürftige Menschen. Schließlich gab es für Kinder auch noch den Forschungstisch des Ehepaars Sina und Christoph Wetzel. Dort wurde gerätselt, gehämmert und gemalt, gekrönt von einem Eisgutschein für den Nachwuchs. Eva Wiegand

     

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