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  • Fr., 30. Juni 2017, 09:29 Uhr
    „Fraktion vor Ort“ – die SPD besuchte die Lampertheimer Tafel

    „Das sind wahrlich gute Nachrichten“

    Bei ihrem Besuch der Lampertheimer Tafel informierten sich die SPD-Mitglieder über die Arbeit der Tafel. Im Bild (von rechts): Gabriele Lübbe, hauptamtliche Tafel-Koordinatorin des Diakonischen Werks Bergstraße, Erich Thomas, Robert Lenhardt, Joachim Stumpf, Marius Schmidt, Carola Biehal, die ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiterin Monika Dovsek und Hans Schlatter. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Einen arbeitsreichen Tag hatten die ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiterinnen hinter sich, als sie am Dienstag gegen Abend Besuch von einigen Mitgliedern der SPD-Fraktion bekamen. In der Reihe „Fraktion vor Ort“ informierten sich die SPD-Fraktionsmitglieder aus erster Hand über die Abläufe in der Versorgung bedürftiger Menschen und wie der Tafel geholfen werden kann. SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt brachte eine gute Nachricht mit – die Koalition von SPD und FDP im Stadtparlament bringe in der kommenden Sitzung einen Antrag für städtische Unterstützung der Tafel ein. Auch eine Spende von exakt 230,10 Euro sorgte für Freude, die Schmidt Gabriele Lübbe, der hauptamtlichen Koordinatorin des Diakonischen Werks Bergstraße, für die beiden Tafel-Ausgabestellen im Ried übergab. Ihre Reaktion auf die in Aussicht gestellte Unterstützung der Stadt Lampertheim war ein erleichtertes „das sind wahrlich gute Nachrichten“. Im Gespräch mit den SPD-Stadtverordneten erläuterte sie, wie die Tafel funktioniert – als eine Art Feuerwehr mit Bedarf an Geld- und Sachspenden und ehrenamtlichem Engagement. Im nächsten Jahr wird die Tafel zehn Jahre alt, aber keineswegs überflüssig, wie die seit 2015 steigenden Zahlen zeigen. Lübbe hatte eine Statistik zur Hand, die belegte, dass in diesem Jahr 583 Erwachsene und 200 Kinder zu versorgen seien, davon 204 Asyl suchende Erwachsene und 148 Kinder. „Es ist gut, dass es Sie gibt“, meinte Schmidt und wies mit einem Zitat auf den gesellschaftlichen Zwiespalt hin: „Eine Schande, dass wir die Tafeln brauchen, aber Gott sei Dank sind sie da“. Nicht nur die Statistik zeigt den steigenden Bedarf, auch die ehrenamtlichen Kräfte bei der Warenausgabe merken, dass sie mehr Kunden versorgen müssen – zurzeit gebe es eine Warteliste mit etwa dreißig Personen. Und jeden Dienstag und Donnerstag, wenn sie von 14.30 bis 17 Uhr ihren Kunden die gespendeten Waren zuteilen, gibt es häufig nicht genug. Ilona Brunnengräber und Inge Höfle erklärten den Besuchern: „Wir können nur geben, was wir haben“. Das Problem: Die Warenspenden seien meistens nicht mehr so umfangreich, dass alle eingetragenen Kunden jederzeit alles Nötige bekommen können. An diesem Nachmittag beispielsweise habe es kein Brot gegeben. „Wir haben nicht genug, um alle Kunden wöchentlich zu versorgen“. Dabei seien die Lampertheimer Firmen, die die rund dreißig ehrenamtlichen Fahrer regelmäßig anfahren, durchaus spendenwillig, aber sie hätten nicht mehr so viel übrig. „Die Märkte kalkulieren besser“, wissen die beiden Helferinnen. Umso mehr freuen sie sich, wenn die Stadt die Kosten der Müllabfuhr übernehmen könnte. Viel Biomüll falle an, weil viel Obst und Gemüse vor der Abgabe aussortiert werde müsse. Obwohl sich 76 ehrenamtliche Mitarbeiter im Alter von 60 bis 80 Jahren bei der Lampertheimer Tafel engagieren, fehlen Kräfte, zum Beispiel starke Männer für die schweren Lasten, für die Warenvorbereitung und die Warenabgabe. Die ehrenamtlichen Teamleiter sind für die Arbeitsorganisation und Dienstpläne zuständig. Wer mitmachen möchte, könne anrufen oder vorbeikommen. Spenden seien jederzeit willkommen, wirbt Koordinatorin Lübbe, weil alle Kosten, wie eine defekte Kühlanlage oder ein neues Fahrzeug, das bald nötig werde, aus Spenden bezahlt werden. Hannelore Nowacki

     

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