Fr., 20. Januar 2017, 09:45 Uhr
Muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat sieht Aufklärungsarbeit als ihren Auftrag
„Dauerbrennerthema Islam“ - Vorurteile im Gespräch abbauen

Die islamische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat Lampertheim hatte zum Neujahrsempfang eingeladen (v.l.): Imam Afaq Ahmad, Vorsitzender der islamischen Gemeinde in Lampertheim, Ifthikhar Shaikh und Bürgermeister Gottfried Störmer. Foto: Eva WiegandLAMPERTHEIM – Zu einem Neujahrsempfang in der Zehntscheune hatten am vergangenen Mittwoch die Mitglieder der muslimischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat Lampertheim eingeladen.
Bereits seit 1989 ist die Gemeinde in Lampertheim ansässig, derzeit sind es 120 Mitglieder. Zu dem Neujahrsempfang waren unter anderem Bürgermeister Gottfried Störmer, Bürgermeister a.D. Erich Maier, Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass und erster Stadtrat Jens Klingler gekommen. Die Gemeindemitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat nutzten dabei die Gelegenheit, um über die ursprünglichen Werte des Islam zu informieren: Barmherzigkeit, absolute Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Frau und Mann, Trennung von Religion und Staat sowie die Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion. Gleichzeitig beschäftigten sich die Gemeindemitglieder auch zwangsläufig mit Auswüchsen des Terrors. So sei das Jahr 2016 ein Jahr voller Ereignisse gewesen, die Flüchtlingskrise habe die Gesellschaft gespalten. Umso wichtiger ist der Gemeinde der Dialog zwischen den verschiedenen Religionen und Nationalitäten in diesen Tagen. Denn nicht erst seit dem Anschlag in Berlin sehen sich Muslime vielen Vorurteilen ausgesetzt. Die vorgebrachten Argumente Rechtsradikaler sind geprägt von Vorurteilen und Intoleranz. Gleichzeitig missbrauchen immer wieder islamistische Extremisten und Terroristen den Islam für ihre Zwecke und verbreiten bei Terrorattacken Gewalt, die wiederum islam- und fremdenfeindliche Ressentiments fördern. An Stellwänden konnten sich die Besucher in der Zehntscheune bereits vor Beginn der Veranstaltung informieren, nach einer kurzen Rezitation aus dem Koran mit deutscher Übersetzung, folgte ein Rückblick in Form eines Filmes, der über die verschiedensten Aktionen der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die in über 204 Ländern vertreten ist. Anschließend wandte sich Imam Afaq Ahmad an die Gäste: „2017 sollten wir als Möglichkeit begreifen, den inneren Kompass neu einzustellen und positive Veränderungen anzustoßen.“ Gleichzeitig erinnerte er an Aktionen der Gemeinde, die sich bei Blutspenden, Neujahrsputz, Obdachlosenspeisung sowie Islamausstellungen einbrächten. „Das ist ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement, für ein gutes Miteinander und gelebte Integration“, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer in seinen Grußworten. Erich Maier, Bürgermeister a.D, forderte in seinen Grußworten dazu auf rechtspopulistischen Bestrebungen in der Bevölkerung gemeinsam und entschieden entgegenzutreten. Etwas enttäuscht zeigte er sich angesichts des Zuspruchs, gerade der politischen Vertreter. „Ich hätte mir gewünscht, dass alle Parteien heute hier sind und als Vertreter der Parteien in die Bevölkerung tragen, dass es diese Gemeinde gibt.“ Gekommen waren nur Vertreter der SPD sowie der Grünen. Eva Wiegand