Abschlussveranstaltung zum Pilotprojekt „Mein Körper“ der Kommunalen Kindertagesstätte Saarstraße in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS)
„Dein Körper ist ein großes Haus“
Die vier projektbeteiligten Schülerinnen der Elisabeth-Selbert-Schule Rose, Tatjana, Josefine und Lara (oben) konnten tolle Erfahrungen sammeln mit den Kindern unter Beteiligung der Eltern der Kita -Rettungssanitäter Andreas Roos (l.), Kinderärztin Dorothee Beth (4.v.r.) und Anästhesistin Kristin Sierig (3.v.r.). Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM - Ein Projekt, das es zum ersten Mal in dieser Form gab, präsentierten die beteiligten Kinder der Kita Saarstraße am Samstag in den Räumlichkeiten in der Saarstraße. Sie zeigten ihre eigene Dokumentation als Abschluss zum Thema „Mein Körper“. Kindergartenleiterin Natascha Luft informierte darüber, dass das Pilotprojekt von vier Schülerinnen der Elisabeth-Selbert-Schule durchgeführt wurde - in Zusammenarbeit mit dem Kita-Team. Michaela Frank, zuständige Dozentin an der ESS, unterstützte die Schülerinnen Rose Kohr, Tatjana Bopp-Montag, Josefine Nilsson-Ates und Lara Dejung bei ihrer Praxiserfahrung im Kindergarten, begleitet von der Kita-Leiterin. Die vier Schülerinnen befinden sich derzeit im letzten Jahr ihrer Erzieherinnen-Ausbildung.
Ausgangspunkt für die Themenentwicklung war eine gezielte Beobachtung der aktuellen Spielinteressen der Kinder. Am Thema „Mein Körper“ interessierte Kinder konnten sich während des Projektzeitraums immer freitags zwei Stunden lang spielend in dieses Thema vertiefen. Fragen wie „Was passiert bei einem Insektenstich?“ oder „Wie entsteht ein blauer Fleck oder Gänsehaut?“ beschäftigten die Kleinen.
Das Besondere war, dass es im Vorfeld zur Einleitung ein gruppenübergreifendes Planspiel gab, bei dem der gesamte Kindergarten in Rollenspielbereiche umgewandelt wurde mit unterschiedlichen Schwerpunkten rund um die Themen Arzt, Krankenhaus, Krankenwagen und den menschlichen Körper. Ziel war es, den Kindern mehr Raum zu schaffen für ihre Spielinteressen und die Möglichkeit zu bieten, diese Themen im Spiel weiter zu vertiefen. Die Schülerinnen der ESS schlüpften dabei jeweils in eine Arztrolle. Das Programm war sehr variabel gestaltet und so kamen im weiteren Verlauf zunehmend Fragen der Kinder auf, die jeweils wieder aufgegriffen wurden, wie beispielsweise Herz, Puls, Blutdruck, Haut und Schwangerschaft.
Mitunter wurden im Vorfeld auch Filme zu den einzelnen Themen gezeigt und die Kinder konnten zwei Besuche im Krankenhaus miterleben. Kristin Sierig, Anästhesistin im Theresienkrankenhaus Mannheim und ebenfalls Mutter von zwei Kindern der Kita, unterstützte diese Aktionen. Indem die Kinder zum Abschluss des Planspiels ihre eigenen Körperkonturen nachzeichnen durften, entstand eine eigene Dokumentation.
Die Kinder hatten im Rahmen der Präsentation viel Spaß dabei, in ihren Ärzte- und Krankenschwestern-Outfits über Walkie-Talkies das ‚Ärzteteam‘ über die Leitstelle zu rufen. Das Ärzteteam wurde dargestellt von den vier Schülerinnen der ESS. Sie teilten mit, dass es eine tolle Erfahrung war, den Kindern Raum für Spielideen geben zu können und neue Impulse zu setzen. Stethoskop, Reflexhammer und Blutdruckmessgeräte waren zum Einsatz gekommen und die Kinder konnten erste Erfahrungen damit machen.
Luft stellt im weiteren Verlauf der Veranstaltung die Kinder als „kompetente Partner vor, die für Fragen der Eltern zur Verfügung stehen“ und übergab den kleinen ‚Experten‘ die Verantwortung, ihre Eltern durch das ‚Krankenhaus‘, den verwandelten Kindergarten, zu führen. Es gab eine Kinderarztpraxis, in der man sich mit der Krankenkarte anmelden musste, ein Wartezimmer, eine Radiologie und vieles mehr. Die Eltern konnten auch die Dokumentation des Planspiels im Vorraum der Kita begutachten.
Als Highlight hatten die Kinder die Gelegenheit, einen Krankenwagen vor der Tagesstätte zu besichtigen, den Andreas Roos, Vater eines Kindes der Einrichtung, organisiert hatte, der beim ASB in Mannheim nebenberuflich als Rettungssanitäter tätig ist.
Während die Kinder den Krankenwagen erobern konnten, waren die Eltern zu einem Vortrag zum Thema „Erste Hilfe am Kind“ im Bewegungsraum eingeladen. Zeitgleich fanden Spielaktionen zum Thema „Mein Körper“ im Turnraum statt.
„Die Kinder waren mit einer großen Ernsthaftigkeit dabei und zeigten tolles Engagement in der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung“ reflektierte Luft und stellte heraus, dass die Erfahrungsbereiche im Körper mit diesem Projekt auf spielerische Art vertieft werden konnten. Sigrid Samson