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  • Fr., 11. Oktober 2013, 11:04 Uhr
    Synode des Evangelischen Dekanats Ried tagte in Biblis / Angliederung auf keinen Fall gewünscht / Ausgeglichener Haushalt

    Dekanats-Zukunft weiter unklar

    GERNSHEIM/BIBLIS – Nunmehr seit einem Jahr beschäftigt sich die Synode des Evangelischen Dekanats Ried auf ihren Sitzungen mit der drohenden Zerteilung des Dekanats im Zuge der Dekanats-Strukturreform. Auf der jüngsten Tagung am 27. September informierte Präses Paul Ewald die Delegierten aus neunzehn Gemeinden über den Stand der Anhörungen. Bisheriges Votum der Synode ist es, dass bei einer Dekanats-Teilung der Nordteil zum Dekanat Darmstadt-Land und der Südteil zur Bergstraße geschlagen werden soll. Doch jüngere Entwicklungen verzögern den Fortgang der Neuordnung der Dekanatsgebiete in Südhessen. Betroffen sind neben dem Ried auch die Dekanate Groß-Gerau, Rüsselsheim, Darmstadt, Darmstadt-Land und Bergstraße.

    Kein „Verhandeln auf Augenhöhe“

    Präses Ewald teilte mit, dass das Ried als einziges Dekanat zerrissen werden solle. Es existiere eine gewachsene Dekanats-Identität, gestärkt durch einen soliden und ausgeglichenen Haushalt und eine Vollbesetzung bei den Pfarrstellen, sagte Ewald. Daher sei „kein akuter Veränderungsdruck“ vorhanden. Im Unterschied zu früheren Dekanats-Vereinigungen erlebe sich das Dekanat Ried in den aktuellen Prozessen nicht als gleichberechtigter Partner. Ein „Verhandeln auf Augenhöhe“ sei bei der geplanten Aufteilung nicht mehr möglich, erklärte der Präses. Zudem merkte er kritisch an, dass die Zukunftsfähigkeit von Dekanaten durch eine „kirchenleitende Festlegung von Zahlen“ bestimmt werde, deren Relevanz nicht zwingend nachvollziehbar sei. Ewald empfahl daher eine „biologische Lösung“: 2015 werden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Kirchenvorstände neu gewählt. Es gelte nun, die dann beginnende sechsjährige Legislaturperiode abzuwarten. Nach 2020 sei die Handlungsfähigkeit vieler Dekanate nicht mehr gewährleistet. Danach sei die bisher anvisierte Teilung immer noch möglich. Deutlich wies Ewald darauf hin, dass eine Angliederung der nördlichen Gemeinden zwischen Gernsheim und Riedstadt an das Dekanat Groß-Gerau „auf keinen Fall gewünscht“ sei.

    Altenheim- und Krankenhaus-Seelsorge

    Der thematisch-inhaltliche Schwerpunkt der Sitzung rankte sich um die Seelsorge in Altenheimen und Krankenhäusern. Aufgaben im Bereich der Krankenhausseelsorge verdeutlichte Pfarrerin Annelie Hesse, die Menschen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus und im St.-Marien-Krankenhaus in Lampertheim betreut. Regelmäßig nimmt die Theologin an Dienstbesprechungen mit Ärzten und Pflegepersonal teil. Im geriatrischen Bereich unterstützt sie die Menschen besonders bei Fragen der Lebensgestaltung nach dem Klinikaufenthalt. Darüber hinaus leitet sie gemeinsam mit Pfarrer Klaus-Willi Schmidt (Vitos-Klinik Riedstadt) die ehrenamtliche Besuchsdienstausbildung im Dekanat. Sie bereiten die Teilnehmenden zwischen Januar und Juni 2014 an neun Abenden auf ihre Aufgaben bei den Menschen zuhause in ihrer jeweiligen Gemeinde vor: Zu den Inhalten der Ausbildung gehören vor allem die seelsorgerliche Grundhaltung und Gesprächsführung, sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen Alter, Trauer und Sterben, Krankheit, Depression und Demenz. Pfarrerin Hesse wagte auch einen Blick in die Zukunft: Bis 2040, so die Seelsorgerin, werde sich die Zahl der alten und kranken Menschen voraussichtlich verdoppeln. Zudem werde die Zahl der Demenzerkrankten stark ansteigen.

    Ausgeglichener Haushalt

    Desweiteren beschlossen die Synodalen den Haushalt für 2014, der in Einnahmen und Ausgaben mit 953.212,00 Euro ausgeglichen abschließt. Wie im Vorjahr ist eine Rücklage von 11.000 Euro eingeplant. Vereidigt wurden als neue Synodale Gerdi Schmitzer (Bobstadt), Edith Appel-Thomas (Bürstadt), Karin Schneider (Wolfskehlen), Christian Ott (Goddelau) und Friedrich Schmidt (Lampertheim). Die nächste Frühjahrssynode des Dekanats ist für Freitag, den 4. April 2014 im Evangelischen  Gemeindehaus in Hofheim angesetzt. zg

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