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  • Mo., 23. April 2018, 08:07 Uhr
    Pflanzentauschbörse des NABU Lampertheim / Tausch und Erwerb von heimischen Pflanzen

    Dem Insektensterben aktiv entgegenwirken

    NABU-Experte und 2. Vorsitzender Klaus Feldhinkel erklärte gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern den Standbesuchern Wissenswertes über die einheimischen Pflanzen und machten auf das Thema Insektensterben aufmerksam. Foto: Sigrid Samson

    LAMPERTHEIM – Das Thema „Insektensterben“ ist seit einiger Zeit bereits in aller Munde – der NABU Ortsverband Lampertheim tut aktiv etwas dagegen und möchte mit ihren vielfältigen Aktivitäten die Mitbürger für dieses wichtige Thema sensibilisieren. „Jede Blüte zählt“ lautete das diesjährige Motto der Pflanzentauschbörse des NABU am Samstag auf dem Lampertheimer Schillerplatz. Heimische Pflanzen und Kräuter konnten getauscht werden oder waren gegen eine Spende erhältlich.
    Wo es keine Blüten gibt, gibt es auch keine Nahrung mehr für Insekten. Dabei zählen Bienen, Hummeln und Co. zu den wichtigsten Bestäubern für Blütenpflanzen. Rund 80 Prozent aller blühenden Wild- und Kulturpflanzen sind auf deren Bestäubung angewiesen. Nur durch eine große Artenvielfalt solcher Bestäuberinsekten wie Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer wird auch die Artenvielfalt der Pflanzen erhalten.
    „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die wachsende Mode der Steingärten und blütenarmen Vorgärten mit kurzgeschnittenem Rasen und Thuja“, so Gärtnermeister und Zweiter Vereinsvorsitzender Klaus Feldhinkel, der gemeinsam mit den NABU-Mitgliedern Andrea Hartkorn (Vorsitzende), Dieter Melchior, Anke Diehlmann und Ralf Gerlach den Interessierten für Auskünfte zur Verfügung stand. Die NABU-Experten hielten auch vielfältige Tipps bereit.
    Rund 17 Millionen Haus- und Kleingärten gibt es in Deutschland. Als Lebensraum für Insekten, Vögel, Igel und andere Wildtiere nimmt ihre Bedeutung immer weiter zu. Die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und dem massiven Einsatz von Pestiziden verdrängt leider aber auch viele Pflanzen- und Tierarten. Auch der enorme Flächenverbrauch trägt zum Artenverlust bei. Tagtäglich werden deutschlandweit 66 Hektar für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht – diese Flächen gehen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren. In den vergangenen Jahren hat das Vogel- und Insektensterben dramatische Ausmaße angenommen. Gärten können beispielsweise einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Auch hierzu standen und stehen die NABU-Experten den Interessierten gerne Rede und Antwort.
    Gärtnermeister Feldhinkel hatte am Samstag so einiges an heimischen Pflanzen und Kräutern mitgebracht. Dank des wunderschön frühlingshaften Wetters gesellten sich gleich zu Beginn ab 10 Uhr viele Bürgerinnen und Bürger zum Stand. „Darf ich die mitnehmen?“ fragte eine ältere Dame und Feldhinkel erklärte ihr, dass das gemeinte wohlriechende Pfeilchen den wissenschaftlichen Namen „Viola“ trägt und sich sowohl für das Gebüsch als auch für die pralle Sonne eignet. „Welche Pflanzen sind denn bienenfreundlich?“ wurde gefragt. Scharfgarbe, Salbei, Margerite, Glockenblume und Bocksbart, um nur einige wenige zu nennen. „Es gibt Blühpflanzen, aber auch viele mediterrane Kräuter, die als Bienenweiden dienen“ ergänzte Feldhinkel: Lavendel und Rosmarin beispielsweise vertragen auch die Hitze gut. Wenn man den Insekten etwas Gutes tun will, bietet man ihnen am besten ein reichhaltiges und möglichst vielfältiges Blütenangebot. Dafür eignen sich Blühpflanzen wie Schneeheide, Astern oder Kornblumen. Nicht nur Gärten und Vorgärten, sondern auch Balkone können insektenfreundlich angelegt werden, beispielsweise mit Planzkübeln und -kästen. „Wir sind nicht generell gegen Steingärten“ erklärte Feldhinkel - „denn auch diese kann man insektenfreundlich gestalten“ fügte er hinzu. Die NABU-Experten verrieten auch einen Tipp für das Auffinden einer entkräftigten Hummelkönigin im Garten oder auf der Terrasse, denn dem Tierchen ist recht einfach zu helfen: Man kann sie mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten. Innerhalb einiger Minuten kann sich die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie betanken. Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einem ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.
    Unterstützend zum Projekt „Unsere Stadt blüht auf“ der Technischen Betriebsdienste waren kleinen Päckchen mit Blumensamen von der Stadt Lampertheim am NABU-Stand kostenlos erhältlich. In der Saatgut-Mischung sind weit über 20 Trachtpflanzen für Bienen, Hummeln und andere Nutzinsekten enthalten, damit die Bürger ihren Beitrag gegen das Insektensterben leisten können.
    Der NABU wird auch bei der Spargelwanderung am 29. April mit einem Stand an Wendalinuskapelle, Boxheimer Hof, vertreten sein. Weitere Informationen sowie Veranstaltungstermine und Kontaktadressen finden Sie unter www.nabu-lampertheim.de Sigrid Samson




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