
LAMPERTHEIM – Das philosophische Gesprächsforum „Sonntags bei Anton“ lädt am Sonntag, 4. Oktober, wieder zum gemeinsamen Nachdenken und Diskutieren ein. Die Veranstaltung findet um 11 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte (1. Obergeschoss, Römerstraße 39) statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kaffee und Kuchen werden kostenlos angeboten. Thema: „Denkfreiheit – oder: Freiheit beginnt im Kopf“. Viele Menschen meinen: Weil ihnen ein Gedanke durch den Kopf geht, sei es bereits ihr eigener Gedanke – sie würden also schon selbst denken. Doch oft ist das nicht der Fall. Kants berühmte Losung sapere aude – „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – enthält einen zweiten Teil, der häufig überhört wird: „ohne Leitung eines anderen“. Genau das gelingt jedoch weit seltener, als man annimmt. Viele der Gedanken, Meinungen und Überzeugungen, die Menschen für ihre eigenen halten, werden von anderen geprägt – durch Medien, Autoritätspersonen, Werbung oder ständige Wiederholung. Wie kann man sich davon lösen? Wie lässt sich der eigene Denkhorizont erweitern? Und wie wird man im Denken wirklich frei, um überhaupt erst selbst denken zu können? Diesen Fragen widmet sich die Gesprächsrunde „Freiheit beginnt im Kopf“.
Ausgangspunkt ist die These: Wer im Denken nicht frei ist, ist letztlich auch im Handeln nicht frei, sondern abhängig von unkritisch übernommenen Vorstellungen ebenso wie von den eigenen Affekten und Gewohnheiten. Gemeinsam soll der Versuch unternommen werden, sich aus dieser doppelten Unfreiheit herauszuarbeiten: aus der „Tyrannei der Mehrheit“ – dem, was „man“ eben denkt und tut – ebenso wie aus jener stilleren, aber nicht minder wirksamen „Sklaverei der Seele“. Kennengelernt und erprobt werden Denk-, Kommunikations- und Verhaltensweisen, die zu mehr geistiger Unabhängigkeit führen und helfen können, sich von fremdbestimmten Denkmustern zu lösen.
Mitzubringen ist nichts als die Bereitschaft, den eigenen Verstand tatsächlich selbst zu benutzen. Der Rest ergibt sich im Gespräch. Wer bereits einmal geahnt hat, dass das eigene Denken vielleicht nicht ganz so eigen ist, wie es scheint, ist hier genau richtig.Die Gesprächsrunde orientiert sich an einer Denktradition, die von Kants Aufklärungsschrift über Tocquevilles Analyse der „Tyrannei der Mehrheit“ und John Stuart Mills Plädoyer für die Freiheit der Diskussion bis hin zu Rousseaus berühmter Feststellung reicht, der Mensch sei „frei geboren und liege doch überall in Ketten“. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung diese Gedanken für das Denken in der Gegenwart haben.
Das Forum wird von dem Philosophen Anton Schmitt moderiert, der regelmäßig Philosophie-Seminare an der Volkshochschule Lampertheim anbietet. Ziel der Veranstaltung ist ein offener Austausch über philosophische Fragen in einer respektvollen und ungezwungenen Atmosphäre. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; auch Zuhörer sind willkommen. Ausgangspunkt jeder Diskussion ist ein kurzes Thesenpapier, ein ausführliches Skript wird anschließend per E-Mail zur Verfügung gestellt. Die Themen werden von den Teilnehmenden gemeinsam festgelegt. Anton Schmitt studierte Philosophie in München und Bonn. Er war über 30 Jahre als wissenschaftlicher Mentor für die FernUniversität Hagen tätig sowie Lehrbeauftragter und Dozent an verschiedenen Hochschulen und Volkshochschulen. Abschließend sei noch auf den Youtube-Kanal „cultur communal Lampertheim“ hingewiesen. Hier gibt es eine Playlist „vhs-Impuls: Philosophie“ mit Videobeiträgen von Anton Schmitt zu verschiedenen philosophischen Fragestellungen. Nähere Auskünfte erhalten Sie in der Geschäftsstelle der vhs (06206/935-207/-364/-469) im Haus am Römer, Domgasse 2, 68623 Lampertheim; per Internet: https://www.vhs-lampertheim.de oder www.collegium-philosophicum.de sowie per E-Mail: vhs@lampertheim.de. zg