Mit der Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. gewinnt die IG nun eine weitere Partnerorganisation. V. l. Peter Thunsdorff (Schutz vor Bahnlärm), Ulrich Guldner (BILA), Lothar Gotthardt (BISS), Karl Hans Geil (BILA), Gunther Mair (GESBIM). Foto: oh
LAMPERTHEIM - Durch den Beitritt der Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. wächst die erst Ende letzten Jahres gegründete Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar 21 (IG BRN 21) nun um eine weitere namhafte Bürgerinitiative. Die IG BRN 21 ist ein länderübergreifender Zusammenschluss von Lärmschutz-Bürgerinitiativen aus Mannheim, Weinheim, Lampertheim und Hockenheim. Sie alle eint die kritische Auseinandersetzung mit dem Bahnlärm an Bestandsstrecken und der geplanten Neubautrasse Frankfurt-Mannheim. Neben der Frage der Trassenführung der NBS beschäftigt sie die Frage der Auswirkungen auf die Bestandsstrecken und der sich abzeichnenden weiteren Verlärmung der Kommunen und Städte. Die Mitglieder der IG BRN21 sehen Bahnlärm als eines der aktuell kritischsten Umweltprobleme, denn Lärm macht krank, stört das Wohlbefinden, entwertet kommunale Infrastrukturen und vernichtet Vermögen. Vorbild der IG ist eine vergleichbare Interessengemeinschaft im Raum Südbaden, welche in den letzten zehn Jahren erfolgreich gezeigt hat, dass eine Bündelung der Interessen über Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg ein erfolgreicher Weg zu mehr Bürgerbeteiligung und erheblich besseren Lärmschutz sein kann. In Südbaden ist es dabei gelungen, eine bereits vorliegende Bahnplanung komplett zu revidieren und die Lärmschutzbelange der Bevölkerung in die Planungen soweit einzubringen, dass Trassenverschiebungen, Tunnellösungen oder Tieflagen geplant und finanziert werden konnten. Die Mitglieder der IG BRN21 fordern deshalb, dass Bürgerinitiativen, Verbände und Kommunal- und Landespolitik ab sofort in die Planung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim sowie die menschenverträgliche und umweltgerechte Umgestaltung aller von dieser Neubaustrecke betroffenen Bestandsstrecken involviert werden. Mit der Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim e.V., welche vor drei Jahren gegründet wurde und seitdem an der Seite der Stadt und der Hockenheimer Bürger für eine nachhaltige Verbesserung des Schutzes der Hockenheimer Bevölkerung gegen die Folgen des Güterverkehrslärms kämpft, gewinnt die IG nun eine weitere Partnerorganisation, die im Hinblick auf die zu erwartenden, zähen Auseinandersetzungen mit der Deutschen Bahn, dem Eisenbahn-Bundesamt und dem Berliner Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bereits einiges an Erfahrung in die Kooperation einbringen kann. Die Mitglieder des BISS-Hockenheim e.V. hatten sich kürzlich im Rahmen eines Mitgliedervotums mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt zur IG BRN21 entschieden. „In den letzten Jahren konnten wir als Bürgerinitiative im Hinblick auf den Bahnlärm in Hockenheim einiges in Bewegung bringen. In Anbetracht der durch die geplante Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim sowie weitere Projekte, die im Bundesverkehrswegeplan 2030 angedacht sind, zu erwartenden Lärmentwicklung im Schienengüterverkehr erschien es uns aber nun dringend geboten, unsere Interessen überregional zu vertreten. Wir freuen uns, dass in der Metropolregion Rhein-Neckar mit der IG BRN21 eine entsprechende Koordinierungsstelle zur Verfügung steht“, so der BISS-Vorstand. Nähere Informationen finden Interessierte sowohl unter www.igbrn21.de als auch unter www.biss-hockenheim.de. zg