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  • Mo., 23. Dezember 2019, 09:25 Uhr
    „ZwiBur” bringt stark modifizierten Moliére

    „Der große Dok. Tarblufe“

    Begeisterten mit ihrer auf Hüttenfelder Ereignisse angepassten Version von Moliéres Stück „Tartuffe“ : Die Schauspieler von „ZwiBuR”. Foto: ehr


    HÜTTENFELD – Einmal mehr war das nicht ganz vollbesetzte Hüttenfelder Bürgerhaus aus dem Häuschen, als die Hüttenfelder Theatergruppe „ZwiBuR“ ihre weihnachtliche Vorführung traditionell am Samstag vor dem 4. Advent auf die Bühne brachte. Und während man im letzten Jahr auf ein fertiges Stück setzte, hat heuer Spielleiter Bruno Ehret wieder einmal die Feder gespitzt und ein Stück ge-, bzw. umgeschrieben. Allerdings war von der Anlehnung an Moliéres Stück „Tartuffe“ vielleicht noch wage etwas dem Titel zu entnehmen („Der große Dok. Tarblufe“). Der Inhalt war nicht nur für Insider erkennbar an Hüttenfelder Ereignisse angelehnt und auf den Leib der 13 Schauspieler zugeschnitten. Neben einigen Routintiers waren wieder erfreulich viele neue und junge Darsteller auf der Bühne zu bestaunen, die den Verein in eine rosige Zukunft blicken lassen.

    Eingebettet war die Premiere des Stückes wieder in die Weihnachtsfeier des MGV 1892 Sängerbund Hüttenfeld, und so eröffnete der Frauenchor unter der Leitung on Marc Bugert traditionell den Abend. Dann öfnnete sich der Vorhang und gab das Bühnenbild eines alternativ anmutenden Biohofes frei. Zum Inhalt: Der Biohof Puhlmacher ist in finanziellen Schwierigkeiten. Der Bauer (Ralf Ehret) hat auch von seiner Arbeit die Schnauze voll, und möchte am liebsten sorgenfrei „auf die Insel“. Da kommt ihm genau richtig die Lichtgestalt Dok. Tarbluffe (Ronald Ehret), die ihm verspricht, alle seine Probleme zu lösen. Doch jeder in der Familie hat andere Vorstellungen von einem glücklichen Leben. Vor allem die Kinder – hier traten die Jungschauspieler Janine Wüst, Malena Plenert, und Dane Ehret erfrischend natürlich und unbekümmert in Erscheignung - fürchten um ihre Zukunft bei dem, was der Betrüger und Hochstapler Dok. Tarbluffe zur Sanierung des Hofs vorschlägt. Oma Agnes – die Paraderolle für Alexandra Plenert – träumt nur von ihrem „Juan“ auf Gomera. Der feurige Spanier wurde von Routinier Jürgen Rudolph verkörpert. Nicht weniger feurig setzte sich Nina Kohl als männervernaschende Gina in Szene. Der Rest der Familie (Undine Ihrig, Bruno Ehret und Kim Rendl) sind mehr oder weniger verzweifelt ob der Opferung der eigenen Räumlichkleiten, die zudem als Jugendtreff intensiv genutzt werden (Parallelen zum evangelischen Gemeindezentrum sind wohl gewollt). Manuela Ehret als Kamerafrau, die immer gewillt war alles authentisch festzuhalten und Christel Löscher – eine weitere „Neue“ in der  ZwiBuR-Familie – als besorgte Stadträtin, rundeten das ausgewogene Darsteller-Ensemble ab.

    Ein Lustspiel mit menschlichen Bedürfnissen und aktuellen Szenarien einer stink normalen Familie, die mit ihrer Gemeinschaft hadert. Am Ende gibt es eine unerwartete Wendung zum Guten, was die Familie zusammenschweißt.

    Für den richtigen Text sorgte Souffleuse Steffi Reinhardt und die Technik lag in den bewährten Händen von Frank Plenert, Julia Plenert und Mario Rindfleisch. Für die Maske zeigten sich einmal mehr Claudia Schmitt-Möller und Andrea Marko verantwortlich. ehr

     

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