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  • Di., 11. Februar 2020, 08:51 Uhr
    Himmlisch gute Prunksitzung des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß

    Der Gute-Laune-Teufel war unterwegs

    Stadtprinzessin Julia I. sprühte vor guter Laune. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Zum Teufel mit schlechter Laune. Bei der Prunksitzung des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß (CC Rot-Weiß) war die beste Gelegenheit sich fünf Stunden lang einen gehaltvollen Gute-Laune-Cocktail servieren zu lassen. Nebel waberten geheimnisvoll und  Funken sprühende Feuersäulen schossen in die Höhe. Fantasiereich hatten die Besucher in der Hans-Pfeiffer-Halle das Motto der Kampagne 2019/2020 für sich umgesetzt. „Ob Himmel, Hölle, Frau & Mann, Gegensätze zieh’n sich an!“ – das Motto bot viel Inspiration und der Saal glühte. Rot glühend soll ja Gerüchten zufolge die Höllenglut sein, Weiß hingegen wird gerne von Engeln getragen, oft mit Heiligenschein gekrönt, wie es bei Bürgermeister Gottfried Störmer zu sehen war. Erster Stadtrat Jens Klingler machte als Teufel eine gute Figur. Schwarz wie die Nacht oder kunterbunt in vielerlei Gestalt waren andere verkleidet - eine muntere Narrengesellschaft, die nach Kräften vierstufige Raketen zur Belohnung gelungener Unterhaltung zündete und immer wieder lautstark Zugaben einforderte. Stadtprinzessin Julia I. erstrahlte zunächst charmant in weißer Festrobe, später kam mit schwarzem Kleid und geschwungenen Hörnern neben der funkelnden Krone das Motto zu seinem Recht. In der zweiten Hälfte betrat Sitzungspräsident Markus Gutschalk als heiliger Petrus die Bühne, als Herrscher über das Tor zum Himmel hatte er den großen Himmelsschlüssel in Verwahrung, während sich der Elferrat hälftig für die Hölle und den Himmel entschieden hatte. Illustre Tollitäten statteten der Prunksitzung einen Besuch ab wie das Bürstädter Stadtprinzenpaar Sabine III. und Michael II. und das Prinzenpaar aus Eich, Jana I. und Andreas I. In majestätischem Glanz erstrahlte Spargelkönigin Alina-Sophie I.

    Wahrscheinlich die längste Polonaise der Lampertheimer Fastnacht schlängelte sich durch den Saal. Foto: Hannelore Nowacki


    Mehrere Vereine hatten Abordnungen entsandt wie der CGT Lampertheim, und der HCV Bürstadt. Himmel und Hölle hatte der CC Rot-Weiß in Bewegung gesetzt, um das Publikum zu begeistern. Den Anfang machte Leonie Weitz vom Bürstädter Fastnachtsclub in der Bütt, die glücklicherweise von ihrem Vater berichten konnte, ein „Heimwerker mit Köpfchen und zwei linke Händ“ zu sein, ein echtes Supertalent. In freier Rede und lebendiger Erzählung eroberte die Zwölfjährige die Herzen der Zuschauer. Dann kam schon der nächste Knaller – Dr. Dr. Schlager, seines Zeichens Psychiater und Fuschologe an der Nervenklinik, rockte den Saal mit Hits eigener Machart nach bekannten Melodien und erkannte bei einigen Besuchern fortgeschrittene Krankheiten. „Die schlimmen Fälle haben wir da hochgehockt“ verriet er und wies auf den Elferrat. Freude hatten die Zuschauer an der entzückenden Minigarde in ihren rot-weißen Gardeuniformen beim Can-Can, weitere hinreißend schöne Tanzvorführungen folgten im Wechsel mit Wort- und Musikbeiträgen. Die Junioren der Stud Buttons vom TV Hofheim bewiesen sich als Showakrobatikhelden im „Frühlingserwachen“. Wie die Junioren- und Funkengarde zeigten die Funkenmariechen Shalin Gündling und Yara Richter gut trainiert ihre Tanzfreude. Ehrenpräsidenten Margit Selb, einst Trainerin der Garden und seit 50 Jahren in der Fastnacht aktiv, erhielt vom jetzigen Trainerteam ein süßes Präsent. Den schmucken Gehstock hängte Jürgen D. Janssen vom Karnevalverein Rheinschanze an der Bütt auf, dann legte er in Reimen los und ging der Frage nach, ob früher alles besser war. Keine Frage, seine Liebste war eine schlanke Maid, aber aus der Tanne wurde eine Tonne. Am Ende stellte er fest, dass „früher auch nichts besser war“ und mit dem Rüsten für den Frieden der Friede überrollt werde. „Die Schwerdtfegers“ Gabriele Meyer und Jörg Zick vom Theater „Die Traumtänzer“ zankten als Ehepaar Herbert und Brigitte ausgiebig über alles, was noch nach 25 Ehejahren reizend und aufreizend wirken könnte. Als bejubelte Stars durften die Fireboys, das Männerballett der Brunnebutzer aus Riedrode, nach vierstufiger Rakete und drei donnernden Helau von der Bühne abtreten.  Als die Guggenmusiker „Die Huddelschnuddler“ aus Ludwigshafen zur Bühne zogen, war Stehen angesagt, eine musikalische Dröhnung erster Klasse. Anschließend wogte die Showtanzgruppe Gravity aus Eich auf dem Meer und unter Wasser mit Fisch und Seestern. Mit der Band „Müsli Extra Knusprig (M.E.K.)“ ging es eine ganze Weile musikalisch hoch her, am Schluss das  Lampertheimer Spargellied. Geschunkelt wurde an den langen Tischen nach links und nach rechts. Die längste Lampertheimer Polonaise schlängelt sich durch den Saal. „Wir haben gute Laune“ meinten die vier Jungs auf der Bühne. Lust am Leben zeigte „The New Generation“ des CC Rot-Weiß mit tanzenden Emojis und Zombies. So etwas sieht man nicht alle Tage – das Tanzpaar Celina Schwarz und Alessandro Pascarella vom Karnevalverein Ladeberger Ratze beeindruckten mit akrobatischer Leistung und lustiger Choreografie auf der Feldflur mit Vogelscheuche. Bei der Garde Modern des CC Rot-Weiß mischte Stadtprinzessin Julia I. als Nonne und Leuchtskelett tänzerisch mit. Göttlich nach Art der alten Römer trat das Männerballett des CC Rot-Weiß auf, in einer Paraderolle der Erste Vorsitzende Freddy Herweck als putziger Liebesgott Amor. Noch einmal Hochstimmung zum Finale, singend eingeleitet von der Zweiten Vorsitzenden Jesina Litters, dann war Weiterfeiern bei der Aftershow-Party mit DJ Rick angesagt.  Auf dem Narrenfahrplan ist der nächste Halt die Weiberfastnacht in der Zehntscheune. Hannelore Nowacki

     

     

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