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  • Do., 10. Dezember 2020, 09:15 Uhr
    RUF RIEDRODE: Wegen Corona mussten alle Turniere und Feierlichkeiten abgesagt werden 

    Der Reit- und Fahrverein Riedrode hat in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum 

    RIEDRODE – Viel hatte man sich vorgenommen, für dieses Jahr, in dem der Reit- und Fahrverein ein halbes Jahrhundert alt geworden ist. Traditionell am 1. Mai beginnend hätte es ein großes Dressur- und Springturnier geben sollen. Die Planungen waren schon abgeschlossen, die ersten Vorbereitungen getätigt, dann wurde klar: Es würde kein Turnier stattfinden. Corona hatte dem Reitverein einen Strich durch die Rechnung gemacht. Natürlich waren alle Vereine gleichermaßen von den Maßnahmen zur Coronainfektionseindämmung betroffen, doch ein wenig mehr hingen die Köpfe der Riedrodener, da es doch ihr großes Jubiläum hätte sein sollen. 

    So plante man das Ganze in etwas abgespeckter Version im September nachzuholen, in Kombination mit dem mittlerweile gut etablierten Reitertag. Doch auch hieraus sollte nichts werden. Wiederum war bald klar, die Durchführung eines Turniers würde sich sehr schwierig gestalten und der Aufwand die Auflagen zu erfüllen die Kapazitäten des Vereins übersteigen. So entschloss man sich auch die geplante akademische Feier im Bürgerhaus Riedrode vorzeitig abzusagen. 

    Gerne hätte der Reitverein seine 50-jährige Geschichte Revue passieren lassen. Nur noch Wenige können sich an die ersten Anfänge des Vereins erinnern. Einige waren bei der Vereinsgründung noch Kinder. 

    Kaum Einer weiß noch, dass der Verein zweimal gegründet wurde, denn der erste Anfang wurde schon 1949 gemacht, wobei gleich 15 Versammlungsmitglieder beitraten und Heinrich Jakob Fachinger zum ersten und Hermann Burk zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurden. Der erste Reit- und Fahrverein Riedrode, der eine sehr erfolgreiche Reitergruppe besaß, musste sich zum Bedauern der Mitglieder 1957 abmelden, da durch die Modernisierung und Motorisierung der Landwirtschaft immer mehr Pferde in Riedrode abgeschafft wurden. 

    Erst 1970, genau am 16. September, beschloss eine Gruppe riedrodener Reiter einen neuen Verein zu gründen und setzten diese Idee am 1.10. 1970 in die Tat um. Erst noch als Teil der SG, ab 1972 dann selbstständig. 

    Erfahrene Mitglieder aus dem ersten Verein und der erste Reitlehrer Karl Degen aus Lorsch, der im Besitz des goldenen Reitabzeichens war, waren Garanten für einen erfolgreichen Verein. Riedrodener Reiter nahmen an Turnieren teil, schafften es bis zu Verbandsmeisterschaften und nahmen an Vergleichswettkämpfen teil. 

    Schon 1974 durfte der Verein auf 150 Mitglieder, davon 50 aktive Reiter mit 80 Pferden, blicken. 

    Bald war klar, dass für das Training im Winter eine Reithalle benötigt wurde und so konnte der junge Verein 1975 aus der Konkursmasse des Strebelwerks in Mannheim eine Stahlhalle erwerben. Erst 1979 konnte sie nach zähen Verhandlungen mit der Stadt Bürstadt und der Forstbehörde dann schließlich gebaut werden. Das meiste wurde in Eigenleistung mit vielen, vielen Arbeitsstunden errichtet und schließlich 1981 eingeweiht. 

    Auch eine Voltigiergruppe für Kinder im Alter von 5-16 Jahren wurde 1987 gegründet. Sie endete 2014, zuletzt unter der Leitung von Karin Molitor mit 14 Kindern, nachdem nach dem Tod des vereinseigenen Voltigierpferdes Eiko kein neues Pferd für den Voltigiersport mehr angeschafft wurde. 

    Kontinuierlich konnte sich der Verein in allen Bereichen weiterentwickeln. Er kann auf viele sportliche Erfolge seiner Reiter zurückblicken, wie mehrere Kreis- und Hessenmeister, Erfolge in Dressur und Springen bis zur Klasse S, großartige und stets gut besuchte Turniere, sowie auch ein vielzähliges Freizeitangebot wie Faschingsveranstaltungen, Fuchsjagden und Weihnachtsfeiern, die zuletzt von einem Neujahresempfang und Glühweinpartys abgelöst wurden. 

    Regelmäßig finden Lehrgänge für Turnierreiter, wie auch Freizeitreiter statt, die immer gut besucht sind. Der derzeitige Vorstand, der sich voll in weiblicher Hand befindet, wird von der 1. Vorsitzenden Karin Molitor, der 2. Vorsitzenden Sabrina Litters und der Kassenführerin Marlena Molitor geführt. Trotz der schrumpfenden Zahl der aktiven Mitglieder befindet sich die Anlage in einem top Zustand. Viel wurde in den letzten Jahren erneuert. Besonders die Reithalle bedurfte neuer Lichtbänder, die sie nun sehr hell und freundlich gestaltet. 

    Gute Bedingungen für Reiter und Pferd bietet der gepflegte und professionell aufbereitete Reithallenboden. Auch die Pflege der großzügigen Außenanlage, mit insgesamt 3 Reitplätzen ist dem Verein stets ein wichtiges Anliegen. Mit vielen Arbeitsstunden sorgen die Aktiven und Freunde des Reitvereins für sehr gute Sportbedingungen, eine angenehme Atmosphäre und gutes Essen auf den beiden Turnieren im Mai und September. 

    Alle hoffen nun, dass diese, sowie vielleicht die 50+1 Feier, 2021 wieder stattfinden können. 

    Der Reit- und Fahrverein Riedrode bedankt sich bei seinen Gründungsmitgliedern recht herzlich für den persönlichen Einsatz bei der Gründung des Vereins, sowie ihrer langjährigen Unterstützung bei allen sportlichen und gemeinschaftsfördernden Veranstaltungen. zg

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