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  • Fr., 01. November 2019, 09:35 Uhr
    Amüsante Geschichten zum Älter werden bei den Lômbadda Babblern

    Der Unruhestand eines Rentners

    Die amüsanten Geschichten bei den Lômbadda Babblern sorgten für Begeisterung bei den Zuhörern. Foto: Nadine Schütz


    LAMPERTHEIM - Wieder einmal war der Saal des alten Rathauses bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Vorträge, die an den Abenden der Lômbadda Babbler zu hören sind, finden unter den Gästen offensichtlich regen Anklang und so durften sie sich auch am vergangenen Dienstag auf lustige und spannend vorgetragene Geschichten, Gedichte und allerlei Erzählungen freuen. Bevor jedoch die 14 Vortragenden ihre mitgebrachten Werke zum Besten gaben, gab Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld in seiner Begrüßungsansprache einen kleinen Abriss der Tätigkeiten der Lômbadda Babbler. Auch ging er auf die Debütanten unter den Vortragenden ein, indem er erklärte, dass auch erfahrene Redner noch immer Lampenfieber haben können: „Adrenalin ist gut, damit konzentriert man sich aufs Wesentliche."
    Helga Bruhne machte mit einem Gedicht, das sich als Einleitung für diesen Abend besonders eignete, den Anfang und gab einen Überblick über das Leben vom Baby bis zum Rentner. Margit Kühn animierte das Publikum zum Mitsingen: Auf ihre Strophen über die Rentensteuer hin, schmetterte das Publikum "Faria-faria-ho".
    Erika Krämer-Tomczak erzählte in ihrem Gedicht, man freue sich, im Rentenalter "nix zu duh, unn doudevuu noch auszuruh". Doch dürfe man den "Tätschte-mol-Veroi" nicht vergessen, in dem man mit dem Renteneintritt automatisch registriert würde – zumindest als Mann, denn Frauen würden direkt mit der Geburt aufgenommen werden.
    Ein weiterer gesanglicher und selbstverfasster Beitrag kam von Ulrich Freiherr von Heyl mit "Der Bleed". Neben allerlei Unfug brachte "der Bleed" es zustande, statt Zucker Streusand zu kaufen, da er etwas "lôngsam im Kopp" ist.
    Frank Gumbel, Gründer der Bäschdädder Babbler, brachte das Publikum mit dem Verlesen von Witzen aufs Herzhafteste zum Lachen. So zum Beispiel mit der Anekdote des Enkels, der sich freute, als sein Großvater ihm zeigte, wie man auf einem Grashalm pfeift: „De Babba hot gsaat, wônn de Obba ins Gras beißt, krien mer in BMW!“
    Auftrittsprofi Diana Boll machte darauf aufmerksam, dass man doch viel zu viel Zeit mit warten verbringt, inklusive der Wartezeit auf die Pensionierung. Ihr Fazit tröstet: "ob jung, ob alt, ob arm, ob reich, die Wartezeit ist menschlich gleich."
    Helmut Hummel weiß, dass Mancher in ein Loch fällt, wenn der Arbeitsalltag fehlt. Solche Leute würden den Angehörigen ordentlich zur Last fallen und verdienten eher die Bezeichnung Un-Ruheständler. Und Michaela Pasing stellte, als sie sich am Morgen reckte, überrascht fest, dass sie im knackigen Alter ist.
    Da sie das Rentnerdasein beim letzten Babbler-Treffen bereits erörtert hatte, gab Maria Kern einen Ausblick auf die Weihnachtsausgabe am 10. Dezember und erklärte, dass das Jesuskind in Lampertheim geboren sein muss: „Ach Josef, isch bin mied, hoscht du in Bäschtadt kôh Zimmer kriet?“ Und kurz darauf verkündeten die Engel: „Lômbadde is auserkorn, des Jesuskind is dort geborn.“
    Herbert Friedrich Tiefel freute sich schon und dachte, „jetzt endlisch werd dô Lewe rischtisch schee!“ Doch da habe er die Rechnung ohne seine Frau gemacht. Kerstin Zecher hat sich über das Ende des Arbeitslebens ebenfalls ihre Gedanken gemacht und kann nur bestätigen, „bekônnt is weit unn breit: die Rentner hawwen niemols Zeit“. Von drei lamentierende Frauen im Altersheim, berichtete Sabine Köpplinger. Eine Vierte wies die Damen zurecht, dass sie niemals so gemütlich zusammen sitzen würden, wenn das Leben anders verlaufen wäre. Und Karin Kraus wusste die Geschichte einer Frau zu schildern, die wegen des Ruhestands ihres Gatten ins Kloster gegangen ist.

    Horstfeld selbst hat von einer Geschichte gehört, in der zwei Rentner einen Polizisten um eine Ausnahme baten, der gerade einen Strafzettel ausstellte. Dieser ließ sich nicht erweichen und stellte – je mehr die Rentner unter Hinzunahme von typischen Lampertheimer Schimpfwörtern auf ihn einredeten – immer weitere Strafzettel aus. Bis die beiden Senioren in den Bus stiegen und sich herausstellte, dass das Auto gar nicht ihnen ist.

    Abschließend lud Horstfeld zu den nächste Terminen der Lômbadda Babbler ein. Am 8. November unterhalten sie um 14.30 Uhr beim Senioren-Nachmittag der AWO und beim Weinabend des Odenwaldklubs. Am 10. Dezember geht es beim nächsten Treffen im Alten Rathaus um 19:00 Uhr rund um das Thema Weihnachten. Zeitgleich findet dort die Foto-Ausstellung „Rupps Wörterbuch reist um die Welt“ statt. Nadine Schütz

     

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