Patientenforum am 4. Oktober rückt Versorgung von Gewebe- und Narbenbrüchen in den Fokus
Der Weg zur sicheren Versorgung von Hernien
Professor Dr. Friedrich Kallinowski, erfahrener Operateur und Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim, spricht bei einem Patientenforum über die sichere Versorgung von Hernien (Gewebe- und Narbenbrüche). Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße/Thomas J. Zelinger
KREIS BERGSTRASSE - Es ist ein Thema, dem sich die moderne Medizin zusehends nähert: Wie funktioniert eine sichere Hernienversorgung? Einer, der entscheidend in Forschung und Praxis an den Antworten mitarbeitet, ist Professor Dr. Friedrich Kallinowski. Seit vergangenem Jahr praktiziert der renommierte Mediziner als Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße, aus Hamburg wechselte er an die Einrichtung in Heppenheim. Seitdem lädt er regelmäßig zu Patientenforen der Chirurgie ein. Am Mittwoch, 4. Oktober, wird die Reihe fortgesetzt, Thema: „Der Weg zur sicheren Hernienversorgung.“ Es geht somit um die Therapie von Gewebe- und Narbenbrüchen. Veranstaltungsbeginn ist um 18 Uhr in den Räumen der Cafeteria des Kreiskrankenhauses (Viernheimer Straße 2). Professor Dr. Kallinowski gibt Einblick in die Arbeit am Medizinstandort Heppenheim und zeigt auf, wie das Arbeiten der Chirurgie am Kreiskrankenhaus von einem aktuellen Forschungsprojekt profitiert. Neben einem Vortrag bietet das Forum Gelegenheit, mit dem Chefarzt ins Gespräch zu kommen.
Die Behandlung von Hernien zählt heutzutage zu den Standardeingriffen. Bislang allerdings ist in einer Vielzahl von Fällen eine Wiederkehr der Hernie zu registrieren. Die Antwort, wie eine auf Dauer sichere Hernienversorgung gewährleistet werden kann, liefert das Hustenstoßmodell. Entwickelt wurde dies unter weitreichender Mitarbeit von Professor Dr. Kallinowski in einem Verbund der Universitätsklinik Heidelberg, zu der das Bergsträßer Kreiskrankenhaus gehört, und der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Die im Modellversuch gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Arbeit im OP des Kreiskrankenhauses ein. Erklärt wird, wie Operationen von Gewebe- und Narbenbrüchen vonstattengehen, welche Handgriffe der Operateur beherrschen muss, welche Materialien zum Einsatz kommen, um Brüche zu schließen. Ebenso geht es um die Frage, ob die Versorgung zwangsläufig immer narbig enden muss.
Hochmoderne bildgebende Verfahren liefern dabei Bilder aus dem Körper, zeigen das zu behandelnde Organ oder den zu behandelnden Bereich. Der Vorzug: Aufgrund des minimalinvasiven Gewebeschnitts, nur wenige Zentimeter sind notwendig, ist die Belastung für Patienten geringer als bei einer Operation mit großem Schnitt. Die Frage: Ist die Schlüssellochchirurgie deshalb grundsätzlich die bessere Lösung? Vom erfahrenen Operateur Professor Dr. Kallinowski kommt ein Nein als Antwort. Es gilt abzuwägen. Die Diagnose gibt die zu präferierende Methode vor. Der unmittelbare Blick des Operateurs auf das zu versorgende Organ oder den zu versorgenden Bereich und die Möglichkeit, unterstützend mit dem Tastsinn zu arbeiten, können für einen klassischen Eingriff sprechen. In der Hernienchirurgie - ein Beispiel mit Blick auf das anstehende Patientenforum - ist die Wahl des Verfahrens abhängig von der Stelle des Auftretens des Bruchs. Eine Leistenhernie kann sehr gut minimalinvasiv behandelt werden, bei der Bauchwandhernie ist die klassische Methode zu bevorzugen. zg