Ausstellung im Schiller-Café zum Jubiläum 55 Jahre Partnerschaft mit Ermont
Deutsch-französische Karikaturen mit Humor
Lampertheim und Ermont – eine Städtepartnerschaft, die seit 55 Jahren lebendig ist. Im Bild (von links): Hans-Jürgen Götz, Laurent Leroi, Bürgermeister Gottfried Störmer, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Brigitte Stass, Erster Stadtrat Marius Schmidt, Anouk Bourrat-Moll und Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Passend zur heiteren Stimmung auf dem Schillerplatz, mitten im lebhaften Treiben auf dem Wochenmarkt, traten am Samstagvormittag Schlagzeuger Hans-Jürgen Götz und Laurent Leroi, der französische Akkordeonspieler aus Ludwigshafen, als Walking Act auf. Mit Stücken wie „La mer“ und „Sous le cièle de Paris“ zauberten sie Urlaubsgefühle herbei, Sehnsuchtsorte wie das Meer an den französischen Küsten und Paris tauchten vor dem inneren Auge auf - Melodien zum Schwelgen und Mitschwingen. Die beiden Musiker stimmten die Marktbesucher auf die Karikaturen-Ausstellung zur Partnerschaft mit der französischen Stadt Ermont ein, die vor 55 Jahren begann. Am 1. Mai 1966 wurde die Städtepartnerschaft im Trausaal der Stadt Ermont unterzeichnet. Bis heute ist die Partnerschaft lebendig geblieben, davon berichteten Bürgermeister Gottfried Störmer und Brigitte Stass, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees bei der Ausstellungseröffnung. Aber in Zeiten der Corona-Pandemie müssen gegenseitige Besuche ausfallen, daher findet unter diesen speziellen Bedingungen die Ausstellung in den Schaufenstern des Schiller-Cafés statt, dessen Innenräume aktuell als Corona-Testzentrum ein viel besuchtes Ziel sind. Bei diesem besonderen Schaufensterbummel rund um das Schiller-Café sind die Karikaturen des Künstlers Helmut Schmidt und französischen Kollegen noch bis zum 29. Mai zu sehen, die treffsicher, bisweilen bissig und spöttisch wirken - aber stets von Humor und Verständnis für beide Seiten getragen. Jahrzehnte der deutsch-französischen Beziehungen werden unterhaltsam im karikierenden Brennglas gezeigt. Dabei nimmt der Karikaturist politisch kein Blatt vor die Zeichenfeder. Die Texte zur Historie der deutsch-französischen Beziehungen seit Unterzeichnung des Élysée-Vertrags sind in deutscher und französischer Sprache zu lesen. Ganz aktuell ist hat eine Karikatur die deutsche Energiewende mit spitzem Federstrich im Blick, die sich bestens mit der französischen Atomkraft versteht. Deutschen und französischen Politikern halten die Künstler den Spiegel vor. Zahlreiche Zuschauer hatten sich zur Ausstellungseröffnung eingefunden, an der offiziell auch der Erste Stadtrat Marius Schmidt und Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb teilnahmen. Brigitte Stass beendete ihre Ansprache mit einem Hoch auf die deutsch-französische Freundschaft und die Städtepartnerschaft mit Ermont. Zuversichtlich blickt sie auf die Zukunft: „Ich freue mich auf die Zeit nach Corona“. Erster Stadtrat Schmidt, amtlich zuständig für die Pflege der Lampertheimer Städtepartnerschaften, dankte dem Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt für Einrichtung der Ausstellung und den Musikern, die von der Stadt Lampertheim engagiert waren. Trotz Masken hatte Schmidt am Morgen schon viele glückliche Gesichter erkannt, machte Schmidt glaubhaft. Seine Mahnung: „Die eingehaltenen Regeln von heute sind die Veranstaltungen von morgen“. Und da wird sich einiges tun, wie Schmidt ankündigte. Ab Ende Mai werde unter dem Motto „Kultur auf dem Wochenmarkt“ am jeweils letzten Samstag im Monat Lampertheimer Künstler die Möglichkeit zum Mitmachen geboten – als Bereicherung des Wochenmarktes. Denn der sei nicht nur in Corona-Zeiten ein wichtiger Frequenzbringer für die Innenstadt. Mit dem Bürgermeister von Ermont, Xavier Haquin, steht Bürgermeister Störmer in engem Kontakt, sie sprechen sich mit dem Vornamen an. Da man sich wegen Corona nicht besuchen kann, wird der französische Amtskollege das Geschenk der Stadt Lampertheim zum Jubiläum der Städtepartnerschaft per Post erhalten – ein farbenfrohes Bild von Künstlerin Anouk Bourrat-Moll mit den Wappen der Partnerstädte Lampertheim und Ermont, umschlungen vom Band der Freundschaft, mit den Unterschriften der Lampertheimer Offiziellen.Hannelore Nowacki
Das Band der Freundschaft zwischen Lampertheim und Ermont – von Anouk Bourrat-Moll im Auftrag der Stadt Lampertheim künstlerisch in Szene gesetzt. Foto: Hannelore Nowacki