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Fr., 19. September 2014, 09:18 Uhr
Koordinationskreis „Hilfen für Asylbewerber“– vielfältiges Engagement
„Deutsch lernen ist der Schlüssel für die Integration“
In großer Runde diskutierten die Teilnehmer des zweiten Koordinationskreises „Hilfen für Asylbewerber“, welche Leistungen die Stadt Bürstadt und der Kreis Bergstraße erbringen können. Ein Hauptthema war das Erlernen der deutschen Sprache. Die Sitzung leitete Gemeindereferent Michael Held. Fotos: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Auf die Bürstädter und Bobstädter Bürger können die Flüchtlinge zählen. Viel haben sie schon bewegt, Kontakte zu den Männern und Frauen aufgebaut, ihnen Tipps gegeben, damit sie sich schnell zurechtfinden in der für sie neuen Umwelt. Auch Fahrten zu Arztbesuchen wurden gemeinsam unternommen und einiges mehr. Junge Leute vom Jugendrat mit ihrem Vorsitzenden Michael Pfeifer haben den Flüchtlingen im Haus bei der Kläranlage einen Vortrag über die politischen und gesellschaftlichen Strukturen geboten – in englischer Sprache. Gerne wollen sie das Projekt in den beiden anderen Häusern wiederholen. Damit die Verständigung bald in deutscher Sprache möglich ist, sollen Sprachkurse und Hilfe von ehrenamtlichen Sprachpaten angeboten werden. Darin waren sich die aktiven Teilnehmer beim zweiten Treffen des Koordinationskreises „Hilfe für Asylbewerber“ weitgehend einig. Bürgermeisterin Barbara Schader stellte fest: „Deutsch lernen ist der Schlüssel für die Integration“. Zum Teil sind schon sprachliche Helfer im Einsatz. Das Interesse zu helfen ist groß. Die Ankunft zu erleichtern und bei der Integration zu helfen, haben sich die vorwiegend ehrenamtlichen Helfer des Koordinationskreises unter der Leitung von Gemeindereferent Michael Held zum Ziel gesetzt.
Das Sitzungszimmer im Gemeindezentrum St. Michael erwies sich am Mittwochnachmittag als zu klein für das zweite Treffen des Koordinationskreises, nach dem Umzug in den Saal fanden dann alle einen Platz am großen Tisch. Einige Interessierte waren gekommen, um sich zu informieren oder gleich mitzumachen. Bürgermeisterin Barbara Schader und Ordnungsamtsleiter Rainer Stöckel nahmen zu Fragen Stellung, die die Zuständigkeit der Kommune betreffen. Stöckel nannte 46 Plätze in den drei Häusern nahe der Kläranlage, in der Mainstraße und in Bobstadt im ehemaligen Hotel „Bergsträßer Hof“, die von der Stadt Bürstadt zur Verfügung gestellt werden. Allerdings wechsele die Belegung. Als Ansprechpartner vom Kreis Bergstraße und Sachbearbeiter für die Betreuung der Asylbewerber in Bürstadt und in Mörlenbach informierte Diplom-Sozialpädagoge Michael Mannix über die aktuelle Lage und Rechtsfragen. So erklärte er, dass der Kreis die Unterkunft und Ausstattung bezahle und bei Behördengängen helfe. Einmal wöchentlich versuche er, die Asylbewerber in jeder Unterkunft aufzusuchen. „Wir vom Kreis Bergstraße sind sehr dankbar, dass es Leute gibt, die sich um die Asylbewerber kümmern“, ergänzte er. Derzeit sei eine halbe Stelle beim Kreis für die Koordination der ehrenamtlichen Helfer ausgeschrieben.
Weiter informierte Mannix über die Residenzpflicht der Asylbewerber, die einen Antrag stellen müssen, wenn sie außerhalb der Kreisgrenzen unterwegs sein wollen. Häufig stehe den Asylbewerbern noch eine Reise nach Gießen bevor, da nicht alle bei ihrer Ankunft dort befragt werden konnten. Bürgermeisterin Schader will nächste Woche bei einem Treffen in Wiesbaden den Vorschlag machen, dass stattdessen jemand aus Gießen zum Kreis Bergstraße kommen könnte. Vom Kreis erhalten die Asylbewerber in der Regel Sozialhilfe, ein Recht auf Deutschkurse bestehe erst nach der Anerkennung. Etwa ein Drittel der Asylbewerber werde aktuell direkt ohne Gerichtsverfahren anerkannt. Wie Diplom-Pädagogin Hannelore Lehnard, Leiterin des Migrationsdienstes Bergstraße vom Caritasverband Darmstadt, berichtete, wird ein Sprachkurs für zunächst 15 Personen im Alter von 16 bis 22 Jahren in Modulstruktur angeboten – mit dreimal drei Stunden wöchentlich bis Ende Mai nächsten Jahres. Ziel sei, ein Angebot für alle interessierten Asylbewerber zu finden und ein Gesamtpaket zu schnüren. Die Asylbewerber müssen sich mit einem Euro pro Stunde beteiligen. Bei Anerkennung als Flüchtling ermögliche die Modulstruktur den Wechsel der Teilnehmer in ein passendes Modul der Integrationskurse, erklärte eine Vertreterin von „Lernmobil“ aus Viernheim, ein zugelassener Träger für Integrationskurse.
Hannelore Nowacki
Foto 4526 und 4531
In großer Runde diskutierten die Teilnehmer des zweiten Koordinationskreises „Hilfen für Asylbewerber“, welche Leistungen die Stadt Bürstadt und der Kreis Bergstraße erbringen können. Ein Hauptthema war das Erlernen der deutschen Sprache. Die Sitzung leitete Gemeindereferent Michael Held. Fotos: Hannelore Nowacki