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  • Mo., 22. März 2021, 10:34 Uhr
    Gelungene Zusammenarbeit von Kreis Bergstraße,  Stadtverwaltung und Ärztenetzwerk GALA

    Dezentrales Impfen gegen Corona ab 80: „Der Bergsträßer Weg“

    Hildegard Beck hatte alles rund um die Corona-Impfung bereits mit ihrem Hausarzt Dr. Karl-Wilhelm Klingler besprochen. Bevor Schwester Susanne Reimund zur Impfspritze griff, klärte sie noch einiges für die Dokumentation ab. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – „Man will ja sicher gehen“, sagte Hildegard Beck auf Nachfrage. Ein Strahlen leuchtete dabei in ihren Augen auf. Dann war auch schon Schwester Susanne Reimund mit der Impfspritze zur Stelle. In vier Wochen dann die nächste Spritze. Senioren ab 80, alle mit Anmeldung, waren am Samstag und Sonntag beim dezentralen Impfen gegen Corona dran. Das Angebot des Kreises Bergstraße hatten der Kreis und die Stadtverwaltung gemeinsam organisiert - in der Sedanhalle und mit mobilen Teams im Stadtgebiet. Auffallend viel los war schon am frühen Samstagmorgen rund um die Sedanhalle. Viele Parkplätze waren für medizinisches Personal reserviert. Für dieses Angebot des Kreises Bergstraße hatten sich rund 440 Senioren entschieden. 300 kamen in die Sedanhalle, zum häuslichen Impfen waren 140 Senioren angemeldet, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeister Gottfried Störmer hatten am Samstagmorgen zu einem Pressetermin in die Sedanhalle eingeladen, um dieses dezentrale Vorgehen zu erläutern. Landrat Engelhardt nannte diese nicht sehr weit verbreitete Lösung als Auszeichnung den „Bergsträßer Weg“. In der Halle war der bestuhlte Wartebereich gut besetzt, die Wege zu den Impfkabinen und zum Ausgang deutlich ausgeschildert. Nach der Impfung nahmen die Senioren noch für eine viertelstündige Ruhepause zur Beobachtung möglicher Symptome Platz, betreut von Mitgliedern der Ortsverbände von DRK und DLRG. Bürgermeister Störmer hob auch mit Blick auf die Testangebote ab Mitte dieser Woche die gute Zusammenarbeit in Lampertheim von Stadtverwaltung, Apotheken und Hausärzten hervor. Aus Sicht der Hausärzte lobte Dr. Karl-Wilhelm Klingler diese dezentrale Impfaktion als „außergewöhnlich“, wobei die  Lampertheimer Ärzte ihre Hilfe im Auftrag des Kreises Bergstraße leisteten. Im Vorlauf hätten die Artzpraxen zu 250 Menschen telefonisch Kontakt aufgenommen, mit dem Ergebnis, dass nun 140 Senioren zur häuslichen Impfung angemeldet waren. Ein Impfmarathon von fünf Stunden war eingeplant, mit Nachschubversorgung am Nachmittag, weil der Impfstoff gut gelagert werden müsse. „Wir werden keinen Impfstoff verlieren“, versprach Klingler.

    Beim Pressegespräch in der Sedanhalle erläuterten Bürgermeister Gottfried Störmer (links) und Landrat Christian Engelhardt (2. von rechts), wie das dezentrale Impfen organisiert wurde (im Bild mit Erstem Stadtrat und Sozialdezernent Marius Schmidt und Dr. Karl-Wilhelm Klingler). Foto: Hannelore Nowacki


    Dass die Arztpraxen für ihre Patienten nur 20 Impfdosen pro Woche erhalten werden, habe er erst am Vorabend erfahren. Dennoch zeigte sich Klingler zuversichtlich, dass bis Sommer in den Praxen viele Menschen geimpft werden können, sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Landrat Engelhardt dankte dem Ärztenetzwerk GALA (Gesundheitsnetz der Aerzteschaft Lampertheim), das eine „logistische Mammutaufgabe“ übernehme, verbunden mit vielen Dokumentationspflichten. In der Sedanhalle werde der Moderna-Impfstoff verimpft, für die häusliche Impfung werde der Impfstoff von Biontech verwendet, der bis zu sechs Stunden nach dem Aufziehen verwendbar sei. Die 15 anwesenden Mitarbeiter des Kreises Bergstraße, erkennbar am grünen Kittel, seien eigens für die Impfzentren angestellt worden. In Lampertheim seien zwei Impftage nötig, sonst reiche ein Tag aus, daher sei Lampertheim vorgezogen worden. Nächstes Wochenende kommt Viernheim an die Reihe. Schon nach der ersten Impfung seien Kontakte möglich, endlich würden Menschen wieder raus, die seit einem Jahr Kontakte meiden, meinte Engelhardt erleichtert. Zudem sei er überzeugt, „dass wir bis August fertig sind“. Bürgermeister Störmer berichtete von den Vorarbeiten der Stadtverwaltung. Angeschrieben wurden 2.175 Menschen über 80, die sich schon für die Impfzentren in Darmstadt und Bensheim angemeldet hatten. Im Telefonservice waren Stephanie Rapp von der Stabsstelle Soziales und Bärbel Kronauer eingesetzt, die darauf achteten, dass Paare gemeinsam zum Impfen kommen konnten. Im 15-köpfigen Team der Stadt, zuständig für die logistischen Aufgaben, waren zwei Apotheken und zwei Arztpraxen vertreten. Hannelore Nowacki

    Beim dezentralen Impfen im Kreis Bergstraße hatte Lampertheim eine Vorzugsstellung. Foto: Hannelore Nowacki

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