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  • Di., 10. Februar 2015, 10:11 Uhr
    Fastnacht im Canisiushaus zweimal ausverkauft

    Die Hände zum Himmel und friedliche Raketen abgefeuert

    Mit „Alice im Wunderland“ begeisterte die „Happy Dance Company“ das Publikum im Canisiushaus. Für sie wurde die letzte Rakete des Abends gezündet. Tanz, Akrobatik und die Vielfalt der Kostüme wurden zu einem Gesamtkunstwerk. Foto: Hannelore Nowacki


    HOFHEIM – Im Canisiushaus hat die gute Laune ein Zuhause. Das ist nicht neu, seit Jahrzehnten weiß die katholische Pfarrgemeinde genau, wie an Fastnacht die Welt noch schöner wird. Da geht es rund bis in die Nacht, es wird geschunkelt, wird gered‘, getanzt und viel gelacht. So heißt es auch im Lied, das im Programmheft abgedruckt war. Ein „meisterliches Programm“ bis zum Finale kündigte  Sitzungspräsident Alexander Rank an. Tatsächlich hatten die Organisatoren im Fastnachtkomitee ganze Arbeit geleistet und die vielen Akteure aus den Reihen der Pfarrgemeinde beeindruckten mit einem fünfstündigen, wahrhaft sensationellen Unterhaltungsprogramm. Bei der Premiere am Freitagabend waren  die Mandatsträger der beiden großen Parteien zahlreich vertreten. Pfarrer Adam Malczyk und Pfarrer Storch wie auch HCV-Sitzungspräsident Alexander Scholl ließen sich dieses Vergnügen nicht entgehen. Ausverkauftes Haus meldete der Sitzungspräsident auch für den Samstagabend. Für die fastnachtliche Bewegungsfreude zwischendurch zündeten Bianca und Helmut Hassemer vom „Duo Flamingo“ ein musikalisches Feuerwerk, beginnend mit „Die Hände zum Himmel“ bei der ersten Schunkelrunde. Protokoller Bernhard Hossner reimte zu Beginn der Sitzung seine Gedanken in Reime, hatte dabei den innereuropäischen Geldfluss im Blick: „Unser Geld ist fort“, stellte er in Rage fest. Ein Lichtblick immerhin: Papst Franziskus, der sehe, wo Menschen in Not sind. „Deutschland ist heute ein weltoffenes Land“, urteilte der Protokoller, „jeder gutwillige Mensch ist uns herzlich willkommen“. Im Rückblick bietet besonders die Fußball-WM Grund zur Freude. „Jogi Löw mit seinen tapferen Mannen“ hat dafür gesorgt. Die „Wild Dancers“ setzten daraufhin diese WM-Titel-Freude rasant in Szene. Die erste der fünf Büttenreden hielt ein Nachwuchstalent, der zwölfjährige Philipp Hossner. Schon im letzten  Jahr hatte er sein Büttendebüt. Einfallsreich machte er sich auf die Suche nach englischen Wörtern in der deutschen Sprache, die gibt es in Hülle und Fülle. Man pflegt sein Image, geht ab mit dem richtigen Drive und hat ständig Highlife. Fazit: „Ach, was ist die deutsche Sprach‘ so schee“. Karola Moos als „Alde Fraa“ in der Bütt hat sich deswegen ein Englischbuch gekauft, sieht sich aber auch in ihrem neuen Fernseher „so a Ploog“. Laura Hassemer, als „Young Star“ im Programm, machte singend und tanzend deutlich: „Jetzt ist der Teufel los“. Mit ihren zwölf Jahren ist sie jedoch ein entzückendes Teufelchen, das ihr Publikum zum Mitmachen motiviert. Kai Andres und Alexander Rank, die führenden Stammtischbrüder Deutschlands, zeigten vor keiner politischen Farbe Ehrfurcht, trieben ihre Pointen treffsicher auf die Spitze und landeten krachende Lacher im gefühlten Sekundentakt. Ob ihre Vorhersage stimmt? Die gelb-blaue Partei hatte ihr Farbenspiel ja kürzlich mit der Farbe Magenta ergänzt. So sei es mit den Telefonzellen gekommen, gaben die beiden Spaßvögel zu bedenken: Zuerst waren sie gelb, dann wurden sie mit der Telekom Magenta, „dann waren sie weg“. Ganz schön spritzig und akrobatisch versiert zeigte sich das Männerballett „Howwener Spritzgebäck“ vor der Pause, choreografisch und optisch schön austariert. Regina Fischer stieg als „Tusnelda Ackermann“ im Bundeswehrtarnanzug in die Bütt. Der Stabsarzt hatte sie für tauglich befunden, doch das war eine ganz lustige Geschichte. Die imaginierten Tiefflieger aus dem Manöver trafen dann voll ins Lachzentrum. „Die Wilden 80er“ stellten am Hofheimer Bahnhof fest: Der Orientexpress nach Istanbul hat fünf Tage Verspätung. Wie gut, dass dem  Dönereifachverkäufer, der dort eine Maschine kaufen will, ein fliegender Teppich und die bezaubernde Jeannie aus der Lampe zu Hilfe kommen. Doch am Ziel heißt es immer: „Hammernit, hammernit“. Der ganze Saal stimmt ein. Bing! „Ultrakrasser Bass zum Mitklatschen ist angesagt – der Evangelische Posaunenchor präsentiert sich international verkleidet. Die Geissens wollten Champagner, dann ging es mit dem „Fliegerlied“ zurück nach Hofheim. Alles nur ein Traum, der sich aber deine dreistufige Rakete verdient hatte. Früher gab es die „Zinkbitt“ als Familienbad, davon wusste Maria Hagemann als „Oma“ und Hofheimer Urgestein der Fastnacht witzig zu berichten, hemmungslos machte sie sich auch über andere Themen her, sehr zum Vergnügen des Publikums. Mit der „Happy Dance Company“ kam „Alice im Wunderland“ auf die Bühne, eine fantastische Tanzvorführung hielt die Zuschauer in Atem. Wunderschöne Kostüme, eine grandiose Show – ein üppiger Abschluss. Weiterer Genuss mit Musik und in der Bar war nach dem Finale angesagt. Hannelore Nowacki

    Nach dem Finale war noch nicht Schluss – die Bar lud zum Genießen ein und im Saal spielte weiter die Musik. Foto: Hannelore Nowacki

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