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  • So., 17. Dezember 2017, 23:13 Uhr
    12. Lampertheimer Adventsmarkt beeindruckte mit 30 Ausstellern

    Die Kunst der handwerklichen und kulinarischen Finesse

    Der 12. Adventsmarkt des Lions Clubs am Wochenende in und an der Notkirche bot ein stimmungsvolles Ambiente und interessante Einblicke in die künstlerische Arbeit wie hier bei den kunstvoll bemalten Zinnfiguren. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Besondere ist das Markenzeichen des Lampertheimer Adventsmarkts. 30 Aussteller aus dem In- und Ausland, darunter sechs neue, waren erwartungsvoll nach Lampertheim gekommen. Aus dem Pinzgau im Salzburgerland war Familie Grünsteidl angereist, eine Strecke von 600 Kilometern, um mit Freund Salber selbstgemachte Liköre zu verkaufen. Gehaltvolles Tropfenwerk wie würzigen Zirbenlikör aus Zillertaler Zirbenzapfen, an denen noch kein Specht gepickt hatte, seltenen Bergheulikör und  Schlüsselblumenlikör hatten sie mitgebracht. Daneben durften durchaus Erdbeer- und Holunderblütenlikör stehen. Die Ergebnisse künstlerischen oder handwerklichen Schaffens begeisterten die Besucher, die am Samstag nach der offiziellen Eröffnung durch den Schirmherren, Bürgermeister Gottfried Störmer, ihren Rundgang durch den großen Saal der Notkirche begannen, hier und da je nach Interesse verweilten und sich Herzenswünsche erfüllten, von denen sie zuvor noch gar nichts geahnt hatten. Einige Stammkunden hatten sich durch Vorbestellung und Reservierung ihre Kunstwerke gesichert.  „Ein interessanter, ein schöner Markt“ – mit diesen Worten zur Eröffnung lud Lions-Präsident Dieter Herbert die Besucher zum Geld ausgeben ein und erklärte gleich das „Modell“, nachdem der Lionsclub Lampertheim arbeitet. Immer für einen guten Zweck wird der Erlös für Projekte im In- und Ausland verwendet. Im letzten Jahr wurde der Wiederaufbau einer Schule im Landesinnern von Ecuador unterstützt, die ein Erdbeben zerstört hatte. In Lampertheim fördert der Lionsclub unter anderem den Waldkindergarten und trägt zum Erhalt des Waldlehrpfades bei. Die Besucher animierte der Lionspräsident Geld beim Grillteam des Lionsclubs auszugeben. „Mit jeder Wurst, die Sie verzehren, unterstützen Sie unsere Projekte“. Gerne ließen sich die Besucher geschmacklich mit der Bratwurst in bester Metzgerqualität verwöhnen, eine besondere Spezialität war die Bratwurst mit Maronen. Am Glühweinstand des Lionsclubs bezeugte das Schild mit der Aufschrift „Lions hilft helfen“, das der Glühweingenuss zugleich Hilfe für andere Menschen bedeutet. Das Rezept für den Winzerglühwein, der mit dem berühmten Gewürzsäckchen angesetzt wird, verhilft zum außergewöhnlichen Genusserlebnis. SOS-Rettungsdosen waren für zwei Euro an mehreren Lionsständen zu haben. Lionspräsident Herb hatte bei der Eröffnung für dieses neue Projekt geworben. Vom Chor der Schillerschule unter der Leitung von Claudia Haußmann-Jäger ließ sich die Zuschauerrunde vor der Saalbühne gesanglich in die Winterzeit und Weihnachtszeit mitnehmen, wenn der Plätzchenduft den ganzen Tag verschönert. Bürgermeister Störmer dankte den Kindern mit einem großen Lob. Im Laufe der Nachmittags spielte das Ensemble der Musikschule Lampertheim auf der Bühne im Saal, für den Chor Ephata war im Innenhof eine Bühne aufgebaut. Die Alphornbläser aus Mörlenbach und der Chor Chorisma traten am Sonntag auf.

    Der Chor der Schillerschule unter der Leitung von Claudia Haußmann-Jäger hatte sichtlich Spaß am Singen der modernen Weihnachtslieder, die auch den Zuschauern gefielen. Foto: Hannelore Nowacki


    Am Puppenstubenzubehör-Stand von Roswitha Nitzsche aus Ludwigshafen, die zum ersten Mal dem Ruf des künstlerischen Leiters  Helmut Meister gefolgt war, stand eine ganze Schar verzückter Damen, die gar nicht anders konnten als die Einkaufskörbchen zu füllen. Winzige, lecker aussehende Torten standen aufgereiht, kleinste Adventskränze und Blumensträuße, Deckchen und Tellerchen, alles für die gepflegte Puppenstube, hatte die Künstlerin  ohne Lupe, aber mit viel Licht, Geduld und Geschick detailreich selbst gemacht. Große Kunst im Kleinformat präsentierte Gertrud Maier aus Dudenhofen, die mit feinstem Pinselstrich weiß grundierte Zinnfiguren in Szene setzt, die ohne Worte sogar interessante Geschichten erzählen. Fasziniert betrachtete  Regina Pauli aus Birkenau diese Figurenwelten. Als Kunstglaserin habe sie einen Blick für Feinheiten, erklärte sie: „Sensationell, so perfekt habe ich das noch nie gesehen“. Fingerlange frühlingsgrüne und verschneite Bäume, der Einsiedler im Garten, der Weihnachtsmann mit dem störrischen Esel und der schnelle Weihnachtsmann auf Schlittschuhen, eine fast unerschöpfliche Welt der schönen Fantasie war vor den Besuchern ausgebreitet. Ruth Friedrich aus Stadecken-Elsheim näht ihre kreativen Oberteile und Schals mit der Crazy-Technik. Jedes Teil ein Unikat, alles sei pflegeleicht und sehr haltbar. Mit Fingerspitzengefühl wähle sie die Materialien nach Farbe und Struktur aus. Seit vierzehn Jahren näht sie auf diese besondere Weise. Weihnachten ist bald, deswegen lief der Christbaumverkauf am Eingangstor zum Adventsmarktdorf wie am Schnürchen. Hannelore Nowacki

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