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  • Mo., 20. Juli 2015, 22:49 Uhr
    Feierliche Enthüllung der Spargelfamilie aus Bronze

    Die Spargelschälerin hat nun einen fleißigen Ehemann

    Mit Applaus ist nun die Familie in Bronze vereint – nach Art der Lebensweise zu Beginn der 1950er Jahre. Heute hat die Spargelschälerin Konkurrenz von Schälmaschinen und die Spargellandwirte werden unterstützt von Erntehelfern und Technik. An der Enthüllung wirkte Spargelkönigin Elena I. mit. Ralph Butz, Bürgermeister Gottfried Störmer, Frank-Rüdiger Kirschner, Dieter Goll und Elzbieta Liermann waren für die Bürgerstiftung aktiv. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Spargelstadt ist um einen Spargelbauern reicher geworden. Aus Bronze ist er gegossen und steht vereint mit seiner Familie an prominenter Stelle, dort wo der Verkehr pulsiert und bronzene Kirchenglocken von beiden Seiten erklingen. Im Juni vor zwei Jahren hatte die Bürgerstiftung Lampertheim ihr Wahrzeichenprojekt „Die Spargelschälerin“ an dieser Stelle im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde enthüllt. Am Samstagvormittag nun bekam die Bronzefrau ihren Mann. Zur feierlichen Enthüllung waren wie vor zwei Jahren zahlreiche Zuschauer gekommen, die sich von zarten Regentropfen nicht abschrecken ließen. Wer früh genug an den in weiße Hussen gehüllten Stehtischen Platz gefunden hatte, konnte das frische Gebäck und den ausgeschenkten Wein gemütlich genießen. Musikalische Leckerbissen präsentierte die sechsköpfige Band „A-Five“ mit ihren stimmgewaltigen und mitreißenden Sängerinnen Vanessa Gutschalk und Nina Laut, die aus ihrem umfangreichen Repertoire mit Songs wie „Outside“, „I need your Live“ und „Master Piece“ begeisterten und viel Applaus erhielten. Frank-Rüdiger Kirschner, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, begrüßte die Zuschauerrunde und gab das Mikrofon weiter an Bürgermeister Gottfried Störmer, der als Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung verbunden ist. Den vielen Geldgebern dankte er, insbesondere auch seinem Amtsvorgänger Erich Maier als Impulsgeber. Die charmante Spargelkönigin Elena I. versicherte dem Publikum, dass sie mit dem Lampertheimer Spargel sehr zufrieden sei. „Mit dem Segen Ihrer Majestät können wir nun zum offiziellen Teil übergehen“, kündigte Kirschner an. Vorstandsmitglied Elzbieta Liermann stellte in ihrem Vortrag den polnischen Künstler Marek Zalewski vor, der das Bronzeensemble in Absprache mit der Bürgerstiftung geschaffen hat, und erzählte von der „faszinierenden Technik“ des Bronzegusses. Die historische Sichtweise bei der Gestaltung sei mit dem Künstler, Bürgern und Heimatmuseum besprochen worden. In gemeinsamer Aktion lösten Bürgerstiftungsvorstand, Stiftungsratsvorsitzender Erich Maier und Spargelkönigin Elena I. das rote Band und lüfteten das weiße Tuch, das bis dahin das Bronzeemsemble umhüllt hatte. Wie Elzbieta Liermann erklärte, soll eine Interaktion gezeigt werden: Der Spargelbauer ist mit seinem schweren Korb gerade vom Spargelstechen gekommen. Bis an den Rand mit Spargelstangen gefüllt, hat der fleißige Ehemann seine Ernte auf den Boden gestellt und freut sich: „Seht her, was ich mitgebracht habe“. Das scheint seine hinweisende Hand auszudrücken. Die Spargelschälerin, am Tisch sitzend, schaut ihn an, auch das Töchterchen mit einem kleinen Spargelkorb in den Händen blickt zum Vater hin. Zwei Stühle sind übrigens noch frei und warten auf Besucher. Bislang war „Die Spargelschälerin“ allein mit ihrer Tochter, ein wenig versonnen ging ihr Blick zur Römerstraße oder träumte sie beim Spargelschälen? Nun hat sie ihren Mann jedenfalls fest im Blick. So könnte sich zu Beginn der 1950er Jahre das spargelbäuerliche Leben abgespielt haben, auch die einfache Arbeitskleidung der Figuren soll dieser Zeit nachempfunden sein. Und es gibt noch eine Neuigkeit – das Bronzemädchen wurde aus szenischen Gründen ausgetauscht. Im Rahmen der Feier ehrte die Bürgerstiftung ihre neuen Zustifter mit dem „Oskar“, die Sponsoren erhielten eine Relieftafel. Alle größeren Geldgeber sind auf einer Bronzetafeln im Boden verzeichnet. Hannelore Nowacki

    Wie sieht er aus? Ein wenig hager wirkt der Spargelbauer, Ehemann und Vater. Aber Anfang der 1950er Jahre herrschten ja noch magere Zeiten. Foto: Hannelore Nowacki


     

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