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  • Do., 22. September 2016, 11:10 Uhr
    Infoveranstaltung zur Flüchtlingssituation in Hüttenfeld

    Die Sprache ist der Schlüssel

    Viele Informationen zur Flüchtlingssituation in Hüttenfeld gab es für die rund 40 Bürger, die der Einladung gefolgt waren. Foto: Ehret


    HÜTTENFELD - Es waren etwa 40 Bürger aus Hüttenfeld, die der Einladung ins Bürgerhaus gefolgt sind, dort wurde über die Flüchtlingssituation in Hüttenfeld informiert. Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg begrüßte vom Kreis Bergstraße Inge Köbel und Denise Sauter, sowie Kristina Delceva, Kurt Stass und Horst Schmitt von der Stadt Lampertheim. Sie alle sind mit der Flüchtlingssituation vertraut und standen den Anwesenden Rede und Antwort. Vor allem aber war es Rainer Brauksiepe, der als „Chef“ der Flüchtlingskordinatioon in Hüttenfeld bezeichnet wird. Brauksiepe befindet sich eigentlich im beruflichen Ruhestand, den er aber, seit er sich vor eineinhalb Jahren der Flüchtlingsproblematik zunächst in Neuschloss und seit Mitte Juli auch in Hüttenfeld widmete, kaum genießen kann. In Hüttenfeld sind derzeit in einem Haus in der Alfred-Delp-Straße 38 Flüchtlinge untergebracht, die sich wie folgt zusammensetzen. Elf iranische Männer im Alter von 19 bis 32 Jahren, zwei neunköpfige Familien aus dem Irak, fünf junge Männer aus Syrien – einer davon ist noch minderjährig – und vier junge Frauen aus Afghanistan. Insgesamt sind es 22 Erwachsene und 16 Kinder. Brauksiepe berichtete, dass vor allem die Kommunikation schwierig sei, da bis auf zwei Ausnahmen keiner der Asylsuchenden Deutsch oder Englisch spricht. Dennoch funktionieren Dinge wie Einkaufen gehen, Arzt- oder Behördenbesuche sehr gut. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Auch von Seiten der Hüttenfelder Bevölkerung sind nur positive Signale gekommen. Brauksiepe erhalte viele Anrufe und Angebote der Bürgerinnen und Bürger, die sich in die Hilfe mit einbinden wollen. Nach den Richtlinien des Asylbewerberleistungsgesetzes erhält jeder erwachsene Flüchtling monatlich 320 Euro. Minderjährge je nach Alter entsprechend weniger. Davon müssen die Menschen alles bestreiten außer Miet- und Stromkosten. Auch das Gerücht, viele würden sich auf Kosten der Allgemeinheit gerade im zahntechnischen Bereich rundum versorgen lassen, konnte Brauksiepe widerlegen. Die Asylsuchenden erhalten lediglich eine medizinische Grundversorgung. Kristina Delceva von der Stadt Lampertheim berichtete, dass die schulpflichtigen Kinder in den Lampertheimer Schulen in Intensivklassen unterrichtet werden. Vier Kinder gehen in Hüttenfeld in den Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde. Für die Erwachsenen wird ab Montag Deutschunterricht im Bürgerhaus angeboten. Die Flüchtlinge werden dazu angehalten, diesen Unterricht auch zu besuchen. „Die Sprache ist der Schlüssel zu allem“, so Delceva. Zu Bildung, Beruf und Integration. Die meisten der in Hüttenfeld untergebrachten Menschen haben nie eine Schule besucht. Lediglich ein Mann sei IT-Spezialist und ein weiterer Filmproduzent, dessen Werke sogar auf der Berlinale zu sehen waren. Doch das seien eher die Ausnahmen.

    Auf Rückfragen der Anwesenden, wie es denn weitergehe, konnte Rainer Brauksiepe ankündigen, dass es am 5. Oktober im Pater-Delp-Zentrum eine weitere Infoveranstaltung geben werde, bei der sich Interessierte konkret in die Koordination der Problematik einbringen könnten. Es werden dringend Helfer benötigt und Menschen, die sich in einer Art Patenschaft den Familien annehmen. Am Ende bedankte sich Inge Köbel vom Kreis Bergstraße bei Rainer Brauksiepe, der sich aufopferungsvoll in die Sache einbringt. Die Hüttenfelderin Helga Brune schloss sich dem an und appellierte an die Bürger, ihm unterstützend zur Seite zu stehen. ehr

     

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