Gerd Dudenhöffer als Heinz Becker am 6. November um 20 Uhr erneut im Bürgerhaus / TIP verlost 3x2 Karten
„Die Welt rückt näher!”
„Die Welt rückt näher!” Ein Muss für alle Dudenhöffer-Fans und für alle, die unter Kabarett und guter Unterhaltung solides komödiantisches Handwerk verstehen, ist das Gastspiel am 6. November im Bürgerhaus in Bürstadt. Foto: oh
BÜRSTADT – Mit einem weiteren Hochkaräter setzt der Kulturbeirat sein Jahresprogramm fort. Kein Geringerer als Gerd Dudenhöffer kommt Anfang November in die Kleinkunsthauptstadt im Ried. „Und das hängt net nur dran, dass die Grundstücke immer klenner werre un die Leut' immer dicker… Irgendwann klingelts… unn… machscht de uff, steht die Umwelt vor der Tür. Unn saad. Ich sammle für die Grün“. Diese und noch viele andere schräge Prophezeihungen wird der Becker Heinz seinen Gästen im neuen und damit aktuellen Dudenhöffer-Programm am Donnerstag, 6. November ab 20 Uhr im Bürgerhaus servieren. Typisch denkt dann der Kenner jauchzend, freut sich am Heinz-Geschwätz und weiß natürlich auch, dass der kauzige Privatphilosoph mit Baumarktlizenz nicht gerade feministische Züge zeigt, wenn dieser nach dem Namen der neuen Körperlotion seiner Frau Hilde sucht - wie hieß die noch gleich: ach ja doof!
Doch wenn es „Anschnallen!“ heißt im bequemen Sitz für immer wieder rasant satirische Glatteisfahrten, dann ist niemand wirklich vorbereitet. Unberechenbar wie ein gezuckertes Lutschbonbon, bei dem man nie weiß, wann sein saurer Kern auf der Zunge zerfließt und diese kleinen bitteren Explosionen wie Ahoj-Brause auslöst, zieht Dudenhöffer sein Publikum von einer launigen Nebensache zum politisch-korrekten No-Go. Eben noch um die Auswüchse weiblicher Eitelkeit gekurvt, steht er Sekunden später wie beim Vergleich des NS-Mutterkreuzes mit den Konsum-Rabattmarken der Nachkriegszeit mit beiden Beinen im Tabuthema!
Dann gerade wird es dem Genießer schmecken, der als Freund des Kabaretts diese Art Gourmetfreuden liebt, auch wenn ihm das Lachen im Hals stecken bleibt. Man lacht mit Heinz und besonders über ihn; wenn Dudenhöffer meisterhaft an die Abgründe der Volksseele führ und durch die Übertreibung doch weit darüber stehen und ganz klar auf Distanz gehen lässt. Klar, dass sich der Heinz bei aller Weltuntergangsstimmung auch Gedanken über die Gründe für den sexuellen Missbrauch in der Kirche macht: eine Erklärung wäre: „…weils dort ja von jeher schon immer saukalt war.“ Und wenn bei seinem Sohn Stefan als Messdiener „do mo was vorgefall wär…, hätt’ man von der Entschädigung de Balkonumbau machen könne.“
Da heißt es für zwei Stunden den Sicherheitsgurt noch fester zu ziehen und hinein ins Vergnügen. In über dreißig Jahren Becker Heinz setzt sich Qualität einfach durch, ohne je langweilig zu werden. Immer wieder überrascht und überzeugt Dudenhöffer durch sein großartiges Schauspiel, sein unnachahmliches Minenspiel, sein meisterhaftes Nichtsagen bei messerscharfem Wortwitz und verblüffender Komik. Die Welt rückt näher - auch „wenn der Weltuntergang abgesaad is, der nägschte wär sicher…aber das wär erscht an dem Tag, wo der Berliner Flughafe ferdich wird. Bis dorthin hann se Stuttgart 21 schon zum dritten mo neu tapeziert. Ma lacht, awer’s stimmt!“ Karten gibt es unter anderem im Vorverkauf bei CTS Eventim unter der Rufnummer 0180/6570000. zg
INFO: Der TIP verlost 3x2 Karten für das Dudenhöffer-Gastspiel in Bürstadt. Bitte senden Sie bis zum 29. Oktober eine Postkarte mit dem Kennwort „Die Welt rückt näher” an den TIP Verlag, Schützenstraße 50, 68623 Lampertheim. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt (bitte unbedingt Rufnummer angeben!).