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Di., 16. November 2021, 08:55 Uhr
KULTURPREIS 2021: Projekt „thirty minutes for culture“ und Friedrich Hackstein erhalten Skulptur
Diesmal zwei Preisträger für kulturelles Engagement geehrt
Große Freude über Lampertheim als Kulturstandort (von links): Bürgermeister Gottfried Störmer, Helmut Wehe, Rolf Hecher, Adax Dörsam, Hans-Jürgen Götz, Laudator Professor Hans-Peter Schwöbel, Friedrich Hackstein, Kulturkommissionsvorsitzender Gottlieb Ohl und Laudator Stefan Reusch. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Unterhaltsam war die Preisverleihung im Rahmen einer musikalischen Feierstunde am Sonntagabend im Schwanensaal vor eingeladenem Publikum aus der Politik anderen Bereichen, was an den Preisträgern und den beiden Laudatoren lag, die alle auf ihre Weise zur hiesigen Kultur beitragen. Mit ihren Musikbeiträgen fingen Hans-Jürgen Götz (Percussions) und Adax Dörsam (Gitarre und Gesang) die positiven Energien im Schwanensaal ein, zu Beginn mit einem dynamischen Blues, später melodisch sanft. Zum vierten Mal in Folge hat die Stadt Lampertheim den jährlichen Kulturpreis vergeben, der aus einer Skulptur und einem Geldpreis von 2.000 Euro besteht, diesmal im Doppelpack. Die Preisträger haben an der einzigartigen, mehrere Kilo schweren Skulptur aus einheimischer Künstlerhand mit den Buchstaben L und K einigermaßen schwer zu tragen, wenn sie also kurz in die Knie gehen, ist es wahrscheinlich nicht die Ehrfurcht. Nicht ein einzelner Mensch allein freute sich über den Lampertheimer Kulturpreis 2021 für das Projekt„thirty minutes for culture“- insgesamt wurde das ganze Projekt mit insgesamt etwa 180 teilnehmenden Künstlern gewürdigt. Initiator, Ideengeber und in der Umsetzung präsent und an vielen Wochenenden engagiert ist Kulturamtsleiter Rolf Hecher, Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt, auch als „cultur communal“ in Lampertheim und in der Region der Begriff für Kultur im Sinne von Gemeinwesenarbeit. Ihm zur Seite standen bei der Preisverleihung auf der Bühne die Musiker Hans Jürgen Götz, Helmut Wehe und Adax Dörsam stellvertretend für alle anderen, die wegen der Corona-Lage nicht dabei sein konnten. Wie auch Musiker Hans-Peter Stoll haben sie mehrere Beiträge im Projekt übernommen, Stoll auch im Bereich Wort, Hörspiele und anderes. Professor Hans-Peter Schwöbel hatte sich mit Wortbeiträgen beteiligt und war bei der Preisverleihung der Laudator für das Projekt „thirty minutes for culture“, der die Musik in der Lampertheimer Muttersprache und im Kurpfälzer Dialekt mit dem Erfolg des Video-Projekts in Einklang brachte. Gitarre und Becken ganz leise, die hellen Glanzlichter von Rolf Hecher an der Triangel und dazu Schwöbels Sprachmelodie – dasmusikalische Loblied war perfekt. Um die Künstler in Zeiten des Corona-Lockdowns und der Bundesnotbremse zu unterstützen und digitale Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen, entstanden 51 Videos mit etwa 1.500 Filmminuten, die immer noch abrufbar sind. „Das Netz vergisst nichts, wir sind immer in der Gegenwart“, sagte der Professor der Wortkunst dazu. Mit 40.441 Aufrufen und 292 Abonnenten des YouTube-Kanals ein eindrucksvoller Erfolg und Format, das die „kleine Schwester von L.A. in Kalifornien nicht habe. „Rolf, mach weiter so – mit Konzepten, die Bestand haben“. Als Mannheimer mit Odenwälder Hintergrund meinte Schwöbel: „Monnem, da glotschd – Loambade als Kulturstandort“. Die Steigerung: „Loambade, sei wie du bist, alle anderen gibt es schon“. Dann noch sein Rat an Bürgermeister Gottfried Störmer: Das Wort „Loambade“ in allen Varianten als Markenzeichen registrieren lassen.
Friedrich Hackstein, der Preisträger mit der besonderen persönlichen Geschichte, gilt als Lampertheimer Urgestein der Kultur, der jedoch den Lampertheimer Dialekt nicht spricht. In Gladbeck ist er aufgewachsen und zog 1968 als gelernter Konditor vom Ruhrpott in die Spargelstadt. Sprachlich ist er seiner alten Heimat verbunden, wie er in seinem humoristischen Beitrag vor begeistertem Publikum im Rahmen der Preisverleihung bewies. Als rühriger Wirt hat Hackstein, auch Hacky genannt, seinen London Pub über Jahrzehnte zum Dreh- und Angelpunkt für Künstler aller Art und überregional gemacht, in Künstlerkreisen eine beliebte Adresse, für Musiker, Schauspieler, Kabarettisten und andere Kulturtreibende. Auch nach 60 Berufs- und 74 Lebensjahren ist nicht Schluss, die Kneipe ist dicht, aber die Kultur lebt. Den Kulturpreis erhielt er in Anerkennung seiner Lebensleistung.
Laudator Stefan Reusch, selbst häufig bei Hacky aufgetreten und bundesweit unterwegs, gab seiner Lobesrede eine humoristische und wortspielerische Note, die keinen Zweifel ließ, dass Hackstein die Auszeichnung zu Recht erhalten habe. „Er hat mir regelmäßig Wein geschickt, er hat den Kulturpreis verdient – danke, großer Mensch, weitermachen“.
Wie es dazu kam, dass diesmal zwei Preisträger nominiert wurden, erläuterte Gottlieb Ohl, der Vorsitzende der Kulturkommission, in seiner Rede. Nichts sei in Stein gemeißelt, die Auswahlkriterien seien den Bedingungen der pandemischen Situation angepasst worden. Ziel des Preises sei unter anderem „die Förderung und Belebung des Kulturschaffens in Lampertheim, die Unterstützung begabter Künstlerinnen und Künstler. Das Preisgeld von 2.000 Euro werde in den Kulturfonds eingezahlt, den der Magistrat kürzlich auf Antrag des Ersten Stadtrats Marius Schmidt beschlossen hat. Bürgermeister Störmer dankte Ohl, dass dieser Abend zustande kam. In seinem Redebeitrag betonte Erster Stadtrat Marius Schmidt
die Wertschätzung „unserer Kulturschaffenden“ mit positivem Blick auf die Zukunft und den Stolz auf den Kulturstandort Lampertheim.Die bisherigen Kulturpreisträger sind Heike Ittmann (Kantorin der Lukasgemeinde), Joachim Sum (Leiter der Musikschule) und die Volksbühne. Hannelore Nowacki