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Mi., 09. Dezember 2020, 11:45 Uhr
CORONA-PANDEMIE: Entwicklung in Lampertheim mit Stand vom 8. Dezember / Stadtverwaltung antwortet auf wichtige Fragen
Do simmer uns oanisch: „Bitte tragen Sie auch weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung”
Do simmer uns oanisch: Zur Bekämpfung des Corona-Virus ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sehr wichtig. Die Stadtverwaltung hat hierzu eine Kampagne gestartet. Gleichzeitig antwortet sie auf wichtige Fragen. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in Lampertheim stellte einen Schwerpunkt beim jüngsten digitalen Magistratspressegespräch dar. Hintergrund sind weiter hohe Zahlen gerade in der Spargelstadt. BürgermeisterGottfried Störmer rief in diesem Zusammenhang zu weiteren gemeinsamen Anstrengungen auf – und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht zu vernachlässigen. Denn zehn Monate ist es nun her, seit es den ersten positiven Corona-Fall in Lampertheim gab und seitdem hat das Virus auch die Spargelstadt voll im Griff. Die Stadtverwaltung Lampertheim möchte daher über die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen informieren.
„Seit Dienstag Abend sind wir in Lampertheim mit einem weiterem Todesfall belastet und hatten auch neun neue Neuinfekitonen. Insgesamt hatten wir mittlerweile 476 Infektionen, von denen mittlerweile 361 als genesen gelten. Leider gab es bisher in Lampertheim zehn Todesfälle – die meisten im gesamten Kreis. Es ist einfach nicht von der Hand zu weisen, dass wir hier ein erhebliches Problem sowie eine hohe Infiziertenzahl und Sterberate haben”, betonte Bürgermeister Störmer. Auch bundesweit seien die Zahlen weiter hoch, am Mittwoch gab es bezüglich der Sterberate auch hier einen traurigen neuen Höchststand für einen Tag. „Wir müssen uns anstrengen, es ist wichtig, eine Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen und Abstand zu halten. Solange wir uneinsichtige Menschen haben, werden wir immer Infizierungen in Kauf nehmen müssen”, mahnte das Stadtoberhaupt eindringlich – gerade auch mit Blick auf die „Kapazitäten an Intensivplätzen in unseren Krankenhäusern, die an der Belastungsgrenze sind. Daher bitte ich darum, die Ernsthaftigkeit der Maßnahmen nicht in Frage zu stellen, sondern weiter mitzuarbeiten,damit wir das Virus in den Griff bekommen.”
Lampertheim war lange Zeit die am stärksten betroffene Kommune im Kreis Bergstraße und gehört auch derzeit noch mit Viernheim und Heppenheim zu den drei Kommunen im Kreis mit den höchsten Fallzahlen. Aus diesem Grund hat sich die Stadtverwaltung von Anfang an für eine offensive Kommunikation auf der städtischen Internet- und Facebook-Seite entschieden, um dem gesteigerten Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger Rechnung zu tragen. Trotzdem kommen bei der Fülle an Informationen immer wieder Fragen auf, welche die Stadtverwaltung gerne grundlegend beantworten möchten.
Woher bekommt die Stadtverwaltung Lampertheim ihre Informationen?
Die Hauptquelle der Stadtverwaltung ist das zuständige Gesundheitsamt des Kreis Bergstraße. Außerdem steht der Bürgermeister über eine wöchentliche Bürgermeisterdienstversammlung in ständigem Austausch mit dem Landrat und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der anderen Kommunen im Kreis Bergstraße.
Wo sind in Lampertheim die größten Infektionsherde? Warum gibt es keine Zahlen zu den einzelnen Stadtteilen?
Darüber gibt das Kreisgesundheitsamt keine genauen Angaben. Zum einen hat dies mit der in Deutschland strengen Datenschutzverordnung zu tun, zum anderen möchte man infizierte Personen, für die eine Diagnose sehr belastend sein kann, nicht auch noch einer zusätzlichen Belastung durch die Öffentlichkeit oder das nähere Umfeld aussetzen. Die mitgeteilten Zahlen gelten daher immer für das Stadtgebiet Lampertheim im Gesamten (inklusive Stadtteile).
Warum erfährt man nichts genaueres, wenn Einrichtungen wie Schulen oder Kitas betroffen sind?
Wenn Schulen von einem Corona-Fall betroffen sind, läuft die Information aller Betroffenen über den Kreis als Schulträger. Hierauf hat die Stadtverwaltung keinen Einfluss. Ähnlich ist es bei konfessionellen Kindergärten, deren Kommunikation ebenfalls die Träger übernehmen. Sind städtische Kitas betroffen, werden in bestätigten Fällen alle Eltern betroffener Kinder über einen Elternbrief informiert. Dies geschieht im Regelfall umgehen, wenn ein Verdachtsfall als positiver Fall bestätigt wird.
Warum gibt es am Wochenende weniger Informationen bei den täglichen Meldungen zu Infektionszahlen als unter der Woche?
Die Mitteilung der täglichen Infektionszahlen läuft über die Kreisverwaltung. Am Wochenende werden aber keine genesenen Personen gemeldet, was zur Folge hat, dass sich diese Zahl zwischen Freitagabend und Montagabend nicht ändert. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Zahl der genesenen Personen montags in der Regel höher ist als an allen anderen Wochentagen.
Ab wann kann das Gesundheitsamt wieder die Infektionsketten nachvollziehen bzw. warum ist es wichtig die Inzidenz zu reduzieren?
Bund und Länder haben in ihrer letzten Konferenz festgelegt, dass die Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der Wert ist, ab dem derzeit geltende Maßnahmen gelockert werden können. Dies hängt damit zusammen, dass die Gesundheitsämter ab diesem Wert Infektionsketten wieder lückenlos nachvollziehen können. Das ist deshalb wichtig, da nur bei lückenloser Nachverfolgung weitere Ausbreitungen verhindert werden können.
Kann ich mich beim Einkaufen anstecken?
Grundsätzlich besteht überall Ansteckungsgefahr, wo Sie für einen längeren Zeitraum mit einer größeren aber auch kleineren Ansammlung von Menschen in Kontakt stehen, ohne dabei den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten zu können und ohne Mund-Nasen-Bedeckung.
Wo gilt die Maskenpflicht ab dem 01.12.20
Nach der hessischen Landesverordnung gilt in einer Vielzahl u. a. an Einrichtungen, in Verkaufsstätten, im Publikumsbereich aller öffentlich zugängigen Gebäude, bei zulässigen Veranstaltungen und Zusammenkünften sowie im öffentlichen Personenverkehr die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Auch in allen Arbeits- und Betriebsstätten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Dies gilt nicht am Platz selbst sofern ein Abstand von 1,5 Meter zu weiteren Personen sicher eingehalten werden kann.
Wo wird das Impfzentrum für den Kreis Bergstraße sein?
Der Kreis Bergstraße hat mitgeteilt, dass das Impfzentrum in einem Bürogebäude in Bensheim (Berliner Ring 89) in der Nähe des Festplatzes errichtet wird. Die Impfung ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei und freiwillig.
Woher erhalte ich die wichtigsten Informationen?
Bei Informationen zur Entwicklung der Corona-Pandemie empfehlen wir immer seriöse Quellen, im besten Falle von offizieller Stelle. Wir empfehlen daher folgende Links:
Weitere Informationen bezüglich der Todesfälle und Infiziertenzahlen, Genesenen und der längsten Zeiträume ohne Neuinfektion erhalten Sie im Anhang zu diesem Bericht unter www.tip-verlag.de Benjamin Kloos / Stadtverwaltung Lampertheim
Weitere Informationen
Todesfälle
Den ersten Todesfall im Zusammenhang mit Corona in Lampertheim gab es am 29. März 2020. Dies war zugleich auch der erste Todesfall im Kreis Bergstraße. Insgesamt haben zehn Personen aus Lampertheim in Zusammenhang mit Corona ihr Leben verloren. Dabei war die jüngste Person 66 Jahre und die älteste Person 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Todesfälle liegt bei 84 Jahren. 21,74 Prozent aller Todesfälle im Kreis sind in der Spargelstadt zu verzeichnen.
Bestätigte Neuinfektionen
Die seit Beginn der Pandemie höchste Zahl an bestätigten Neuinfektionen in Lampertheim an einem Tag liegt bei 23 (am 11.11.2020). In der Kalenderwoche 46 (9. – 15.11.2020) gab es mit 71 Fällen die höchste Zahl an bestätigten Neuinfektionen in einer Woche und der November 2020 war mit 236 Fällen der Monat mit der höchsten Zahl an bestätigten Neuinfektionen in Lampertheim. Zwischen 11. und 17. November 2020 gab es außerdem mit 86 Fällen die höchste Zahl an bestätigten Neuinfektionen in Lampertheim innerhalb von sieben Tagen.
Genesene Personen
Am 1. Dezember 2020 lag die höchste Zahl an gemeldeten genesenen Personen an einem Tag bei 23. Mit 67 genesenen Personen war die Kalenderwoche 49 (30.11. – 06.12.2020) die Woche mit den meisten gemeldeten genesenen Personen und der November 2020 mit 167 Personen der Monat, mit den meisten gemeldeten genesenen Personen. Die höchste Zahl an gemeldeten genesenen Personen innerhalb von sieben Tagen gab es von 28. November bis 4. Dezember 2020 mit 67 Personen.
Inzidenz
Die höchste Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Lampertheim betrug am 17.11.2020 263,94. Im Vergleich dazu lag die höchste Inzidenz in der ersten Welle in Lampertheim bei 73,62 (am 27.03.2020). Am 22. November 2020 gab es in Lampertheim mit 160 Personen die höchste Zahl an aktiv infizierten Personen seit Beginn der Pandemie.
Längste Zeiträume
27 Tage war der längste Zeitraum ohne bestätigte Neuinfektionen in Lampertheim (24.05. – 19.06.2020). Der längste Zeitraum ohne gemeldete genesene Personen lag bei 23 Tagen (13.06. – 05.07.2020). Und am längsten „coronafrei“ war Lampertheim 8 Tage (12.06. – 19.06.2020).