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  • Fr., 28. Oktober 2016, 08:30 Uhr
    Lions Club und Rotary Club machen sich für Schulprojekt in Ecuador stark

    Dr. Jürgen Haist berichtete über „Schule baut Schule“

    Im voll besetzten Sitzungssaal des Alten Rathauses berichtete Dr. Jürgen Haist aus Ecuador und warb um weitere Spenden für das Schulaufbauprojekt nach dem Erdbeben im April. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Ein heftiges Erdbeben erschütterte am 16. April weite Teile von Ecuador, besonders Gebiete an der Küste, aber auch im Hochland waren zerstört. Dr. Jürgen Haist zeigte bei seinem Vortrag am Donnerstagabend im voll besetzten Saal des Alten Rathauses Bilder, die betroffen machten, zeigten sie doch Schäden großen Ausmaßes in Städten und Dörfern. Eine Katastrophe für die Menschen eines armen Landes, das vom Erdölexport abhängig ist. 600 Menschen starben und 500 Schulen wurden zerstört oder stark beschädigt. Lions Club und Rotary Club hatten zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen, das Haist Gelegenheit bot, für das Aufbauprojekt seiner Schule für weitere Spenden zu werben. Rotarier-Präsident Hans-Jürgen Brems und der Lions-Vizepräsident Dieter Herb begrüßten die Clubmitglieder und Gäste, die dem Referenten zahlreiche Fragen stellten. Unter dem Motto „Schule baut Schule“ läuft im Hochland von Ecuador im tausend Einwohner zählenden Ort La Codicia im Kanton Flavio Alfaro gerade ein Schulaufbauprojekt an, das im April 2017 fertig sein soll. Am Schulbau wirken viele Menschen ehrenamtlich mit, dennoch fehle es noch an Geld. Haist hofft, dass die benötigten 250.000 Dollar durch weitere Spenden auch aus Lampertheim zusammenkommen. Auf einer zweitausend Quadratmeter großen Fläche entsteht im ersten Bauabschnitt eine neue Schule in leichter Bauweise ohne schweres Betondach. Das Erdbeben hatte die bisherige Schule für 200 Schüler einstürzen lassen, die Betontrümmer mussten geräumt werden. „Die Kinder sind noch traumatisiert“, berichtete Haist. Aufgefallen sei ihm, dass die Kinder nicht resigniert und nicht verwahrlost sind. Aus dem Schulbauprojekt soll in Zusammenarbeit mit „World Vision“ ein langfristiges Bildungsprojekt werden – die Organisation werde von der UNO und der Bundesregierung unterstützt. Die elf Lehrkräfte werden vom Staat bezahlt, die Lehrmittel wie Bücher ebenfalls. Seit 2013 leitet der frühere Schulleiter des Lessing-Gymnasiums die Deutsche Schule in der Hauptstadt Quito, die den Titel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ trägt. In 180 Kilometer Entfernung vom Epizentrum hatte Haist das Beben mit seiner Frau im Arbeitszimmer miterlebt. Anschaulich schilderte er, wie die Deckenlampen ausschlugen.

    Die Nationalflagge von Ecuador zeigt die wichtigen Bereiche des Landes, die Dr. Jürgen Haist seinen Zuhörern erklärte. Fischfang, besonders der Thunfisch sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Export. Foto: Hannelore Nowacki


    Ein Besuch mit dem Flugzeug an der Küste offenbarte die Zerstörungen, eine ganze Innenstadt sei wegen der Gefahr von Plünderungen und Einsturz abgesperrt gewesen. „Das war schon gespenstisch“, machte Haist deutlich. Die Landepiste sei jedoch nicht beschädigt gewesen. Danach sei es noch zu über 300 mittelschweren und leichteren Nachbeben gekommen. Das letzte schwere Beben davor sei 1987 gewesen. Aus Angst hätten die Menschen draußen, in Zelten oder im Auto geschlafen, wie ein Taxifahrer mit seiner fünfköpfigen Familie. Mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala hatte das Beben die Küstenregion getroffen, in Quito wurde die Stärke 4,3 gemessen. Schon am nächsten Tag, ein Sonntag, traf sich das Schulleitungsteam, um eine Soforthilfe in Gang zu setzen. 50 Tonnen Hilfsgüter wurden in der Schule gesammelt und ins Katastrophengebiet transportiert. Doch die dreitausend Menschen zählende Schulgemeinde der Deutschen Schule tat noch mehr. Ein Solidaritätslauf der Schüler brachte 75.000 Dollar ein, für Haist überraschend, da es für Schüler und Eltern eine völlig neue Aktionsform gewesen sei. Bislang sind insgesamt 220.000 Dollar durch Spenden zusammenkommen. Mit seiner Präsentation nahm Haist die Zuhörer auf eine wunderschöne Reise durch Ecuador mit – eindrucksvolle Bilder von den Anden, einem Hochland mit Sechstausendern und einem aktiven Vulkan, der nur eine Stunde von der Deutschen Schule in Quito entfernt Asche und Wasserdampf herausbläst. Haist erzählte vom Erlebnis der Ruhe im Urwald, von nachtaktiven Tieren, der Küste und den wunderbaren Galapagos-Inseln. 15 Millionen Einwohner hat Ecuador, das kleiner ist als Deutschland, aber das nach Größe artenreichste Land sei, wie Haist anmerkte. Hannelore Nowacki

    Spendenkonto

    Begünstigter: AEACE – Deutsche Schule Quito

    Name der Bank: Commerzbank Berlin

    IBAN: DE58 1004 0000 0251 1244 00

    BIC/SWIFT: COBADEFFXXX

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