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Mo., 27. September 2021, 11:17 Uhr
BUNDESTAGSWAHL: Auch Till Mannsmann (FDP) im Bundestag vertreten / SPD im Kreis stärkste Kraft vor CDU, Grünen und FDP / Wahlbeteiligung liegt bei 77,45 Prozent
Dr. Michael Meister zieht knapp als Direktkandidat in den Bundestag ein
Konnte die meisten Erststimmen im Kreis Bergstraße auf sich vereinigen und zieht damit erneut direkt in den Bundestag ein: Dr. Michael Meister (CDU). Foto: oh
KREIS BERGSTRASSE – Deutschland hat gewählt, das Ried hat gewählt: Für den Kreis Bergstraße ziehen mit Dr. Michael Meister (CDU) als gewählter Direktkandidat und Till Mansmann (FDP) zwei Bergsträßer Abgeordnete in den Bundestag ein. Für Sven Wingerter (SPD), der als Nachfolger für die bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete und Justizministerin Christine Lambrecht antrat, reichte es hingegen trotz eines Achtungserfolg bei der Wahl des Direktkandidaten nicht für den Einzug in den Deutschen Bundestag – hierfür war Platz 16 auf der Landesliste in Verbindung mit vielen gewonnenen Direktkandidaten der SPD in Hessen nicht ausreichend. Damit ist der Kreis Bergstraße statt wie bisher mit drei nur noch mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten.
Dabei kam es bei den Erststimmen zu einem denkbar knappen Sieg für für Dr. Michael Meister von der CDU: Er kam nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 30,49 Prozent der Stimmen und zieht damit trotz Verlusten von mehr als 8 Prozent im Vergleich zu 2017 direkt in den Bundestag ein. Sein direkter Konkurrent Sven Wingerter (SPD) verlor mit 27,19 Prozent der Stimmen, lag aber damit über dem Ergebnis von Christine Lambrecht vor vier Jahren.
Die drittmeisten Stimmen erreichte Moritz Müller von den Grünen, 13,85 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für ihn – eindeutig ein Achtungserfolg, hatte er vor vier Jahren doch noch bei 7,64 Prozent der Stimmen gelegen.
Die FDP erzielte im Kreis Bergstraße gute Ergebnisse. In Zahlern ausgedrückt waren es für Till Mannsmann 10,69 Prozent – und damit nochmal klare drei Prozent mehr als 2017. Insgesamt reichte das Ergebnis der Liberalen auch für ihn für den Einzug in den Bundestag.
Mit 9,49 Prozent landete Thomas Fetsch (AfD) im Kreis Bergstraße auf dem fünften Rang bei der Direktwahl. Starke Verluste gab es für Sascha Bahl (Die Linke), der im Vergleich von 5,54 Prozent der Stimmen nun nur 2,74 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Damit lag er noch hinter Kerstin Bucher von den FREIEN WÄHLERN mit 2,84 Prozent.
Ina Rodewald von dieBasis errang aus dem Stand heraus 1,82 Prozent der Stimmen, Heike Grammbitter landete bei 0,25 Prozent und Gabriele Ermen bei 0,63 Prozent.
Etwas anderssieht es nach dem vorläufigen Endergebnis bei den Zweitstimmen aus: Hier wird die SPD mit plus fünf Prozent im Vergleich zu 2017 und 27,16 Prozent der Stimmen stärkste Kraft im Kreis vor der CDU, die um mehr als acht Prozent auf 24,47 Prozent abstürzt. Neue drittstärkste Kraft sind wie im Bund die Grünen mit 24,17 Prozent, dicht gefolgt von der FDP mit 13,49 Prozent – beide mit Gewinnen. Verluste müssen die AfD mit mehr als drei Prozent und jetzt 9,49 Prozent der Stimmen und Die Linke mit jetzt 3,06 Prozent hinnehmen – diese verliert damit die Hälfte des letzten Ergebnisses. Auffällig waren im Kreis zudem die Ergebnisse der Tierschutzpartei, die 2 Prozent der Stimmen erreichte sowie der Freien Wähler mit 1,82 und dieBasis mit 1,62 Prozent der Stimmen.
Sven Wingerterin Lampertheim vorn
In der Spargelstadt Lampertheim verlor Dr. Michael Meister sieben Prozent und errang hier mit 27,24 Prozent der Stimmen nur noch das zweitbeste Ergebnis – klarer Sieger hier: Sven Wingerter (SPD) mit 31,17 Prozent. Ähnliches Ergebnis bei den Zweitstimmen: Hier setzte sich die SPD mit 30,22 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft vor der CDU mit nur noch 22,42 Prozent durch. Auf Rang drei die FDP mit 13,40 Prozent vor den Grünen mit 11,83 und der AfD mit 11,25 Prozent der Stimmen. Die Linke spielte hier wie im gesamten Ried mit 2,99 Prozent der Stimmen keine Rolle und wurde fast noch von der Tierschutzpartei mit 2,20 Prozent überholt.
Bürstadt Meister-Hochburg
Traditionell stark war die CDU zumindest bei den Erststimmen in Bürstadt – auch wenn hier ebenfalls deutliche Verluste zu verzeichnen waren. Hier lag Dr. Michael Meister (CDU) mit 31,50 Prozent vor Sven Wingerter (SPD) mit 27,02 Prozent. Bei den Zweitstimmen aber gab es ein anderes Bild: Hier kam die SPD auf 27,73 Prozent und sicherte sich fünf Prozent mehr als vor vier Jahren – und damit auch den ersten Platz in der Rangliste vor der CDU, die mit 26,88 Prozent mehr als sieben Prozent verlor. Die FDP kommt auf 12,36 Prozent, die Grünen auf 11,28 Prozent und die AfD auf 10,11 Prozent – fünf Prozent weniger als 2017. Auch hier kann die Tierschutzpartei mit 2,11 Prozent nah an die schwächende Linke mit 2,66 Prozent heran.
Die FDP ist wieder im Bundestag vertreten – dank des starken Ergebnis der Liberalen wird auch Till Mannsmann Abgeordneter in Berlin. Foto: oh
Dr. Meister in Biblis vorn
Ein starkes Ergebnis gab es für Dr. Michael Meister (CDU) in Biblis: Mit 32,44 Prozent gab es einen deutlichen Vorsprung vor Sven Wingerter (SPD) mit 27,28 Prozent. Bei den Zweitstimmen lag die SPD mit 26,80 Prozent kann vor der CDU mit 26,66 Prozent — das ist ein Unterschied von genau sieben Stimmen! Die FDP liegt hier mit 13,34 Prozent vor der AfD mit 11,77 Prozent und den Grünen mit 10,10 Prozent.
Groß-Rohrheim wählt SPD
In Groß-Rohrheim wurde sowohl bei den Erst- als auch den Zweitstimmen die SPD klar stärkste Kraft vor der CDU. Sven Wingerter (SPD) kam auf starke 33,30 Prozent der Stimmen, Dr. Michael Meister (CDU) lediglich auf 24,32 Prozent. Bei den Zweitstimmen erreichten die Sozialdemokraten 32,04 Prozent vor der CDU mit nur noch 20,16 Prozent und den Grünen mit 12,98 Prozent. Hier auf Rang 4: Die FDP mit 12,29 Prozent vor der AfD mit 10,05 Prozent. Positiv fielen hier die Freien Wähler auf, die immerhin auf 2,88 Prozent der Stimmen kamen sowie die Tierschutzpartei mit 2,70 Prozent.
Ein Blick auf die Wahlbeteiligung: Diese lag bei 77,45 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau der Bundestagswahl von 2017. Ein besonderer Dank geht an alle Wahlhelfer, die zum reibungslosen Ablauf der Bundestagswahl beigetragen haben! Und natürlich an alle Menschen im Ried, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und somit ein klares Zeichen für die Demokratie gesetzt haben. Benjamin Kloos