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Fr., 15. Oktober 2021, 08:31 Uhr
HERBSTFERIENSPIELE: Motto „Fair Play und Toleranz – Integration durch Sport“ pädagogisch umgesetzt
Drei Erlebnistage mit Sport, Spiel und Kreativspaß
Beim Basteln, Malen und Gestalten bewiesen die Jungen und Mädchen viel Kreativität. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Fröhliches Lachen und übermütiges Kreischen war am Donnerstagvormittag im Jugendhaus zu hören, so hört sich Ferienspaß an, wenn am Tischkicker der Ball fliegt und beim Billardspiel gut eingelocht ist. Ralph Dobner, Teamleiter des Jugendhauses, hatte alles im Blick und sah zufrieden aus, es lief gut. An den drei Tagen von Dienstag bis Freitag waren jeweils um die 30 Kinder im Alter bis zu 12 Jahren zu den Herbstferienspielen der Stadt Bürstadt angemeldet. Das Motto: „Fair Play und Toleranz – Integration durch Sport“. Neben pädagogisch betreuten Fußballturnieren waren allerlei kreative und spielerische Beschäftigungen angeboten, in Gruppen oder auch allein. Harmonie und Begeisterung waren überall spürbar, mal laut und mal leise. Die beiden Jungen, die sich einen Turmbau mit vielen kleinen Holzbalken vorgenommen hatten, waren konzentriert bei der Sache. Ein ziemlich standfester Turm entsteht.Aber was passiert, wenn man hier und da einen Balken herauszieht? Betreuer Janik, der sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Jugendhaus entschieden hat, gibt den beiden Turmbauern Tipps. Erstaunlicherweise hält sich der Turm trotz vieler fehlender Balken. Ein spannendes Spiel mit der Schwerkraft. Im Erdgeschoss kann man sich auch alleine beschäftigen, zum Beispiel den heißen Draht geschickt führen und ein paar Meter mit dem Skateboard durch den Raum gleiten. Draußen stand gerade ein Fußballturnier auf dem Plan mit einer ganz besonderen Art zu spielen. Die Jungen sind motiviert am Ball und laufstark. Fairplay und Toleranz sind angesagt, so wie auch das Motto dieser dreitägigen Herbstferienspiele heißt. Die Betreuer von der Hessischen Sportjugend haben die Fußballarena mitgebracht, zwei kleine Tore gibt es, aber keinen Torwart. Von der Trainerbank aus beobachten die sechs pädagogischen Fußballexperten das Geschehen sehr genau, denn es geht um mehr als Tore, es geht darum, dass man gut miteinander umgeht und fair spielt. Im Anschluss wird das Verhalten mit den jungen Fußballern besprochen. Für faires Spiel gibt es Extrapunkte, es kommt nicht nur auf die Zahl der erzielten Tore an, eine Mannschaft kann auch durch die Extrapunkte gewinnen, wenn das Miteinander gut gelaufen ist. Bis zum Mittagessen war noch Zeit für Spiel und Spaß im Jugendhaus. Kein Kind werde zu etwas gezwungen, betonte Teamleiter Dobner, das gehöre zum Konzept des Jugendhauses. Zwei Fußballspieler blieben lieber draußen, jagten den Ball ins Tor und übten sich geschickt im Dribbling. Die beiden zertifizierten Sportcoaches der Stadt Bürstadt unterstützten die Ferienspiele, Fares Abou Raed, der auch ausgebildeter Integrationslotse ist, und Rainer Uhrig, Jugendleiter des JFV Bürstadt (Jugendförderverein). Was passierte im Obergeschoss? Zu hören war unten nichts, aber hier war einiges los - voller Elan und Freude waren die Jungen und Mädchen kreativ. Anna und Valeria, die einzigen Mädchen bei diesen Ferienspielen, hatten sich fürs Malen und Gestalten anstatt Fußball entschieden. Viele glitzernde Tattoos sind am Basteltisch schon fertig. Strahlend bunte Bilder mit Regenbogen sind noch in Arbeit. Am Tisch von Valeria wird mit Gips gearbeitet, ihr weißer Gipshandschuh muss noch trocknen, bevor sie ihn bemalen kann. Die beiden Betreuer von der Sozialagentur Fortuna, Panagiotis Katsoupis und Samuel Huy, haben wertvolle Tipps für Anna und auch selbst Spaß am Gipsen. Die Jungen am Tisch von Leon Vogelsgesang, der als FSJ-Mitarbeiter beim JFV tätig ist, basteln mit Perlen, die sie auf Steckvorlagen zu Mustern komponieren. Durch anschließendes Bügeln werden die Perlen zusammengeschweißt, fertig sind kleine Kunstwerke, die sich vielseitig verwenden lassen. Jugendhaus-Teamleiter Dobner, der auch zur Sozialagentur Fortuna gehört, erklärte im Gespräch mit dem TIP, dass die Hälfte der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund kommt und alle fließend deutsch sprechen. Bei den Kindern hier seien Nationalitäten und Kulturen kein Thema. „Das ist schön zu sehen“, freute er sich. Sportcoach und Integrationslotse Fares Abou Raed erzählte, dass er über das Interkulturelle Büro Kontakt zu Familien mit Migrationshintergrund aufgenommen und sie mit Informationen zu den Herbstferienspielen versorgt hatte. Volles Programm war auch am Freitag geplant, mit Schwerpunkt Monkey Climbing, das beliebte Klettern im Baum auf dem Gelände des Jugendhauses wie schon bei den Sommerferienspielen. Hannelore Nowacki
Um Spaß und Geschicklichkeit ging es beim Fußballspielen nach dem Turnier. Auf faires Spiel und Verhalten kam es bei den betreuten Fußballturnieren an. Foto: Hannelore Nowacki