Feierlicher Konfirmationsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche / Musikalische Gestaltung durch Evangelischen Posaunenchor, „Next Monday“ und Eva Selzer
„Du bist ein Geschenk Gottes für die Welt“
Die diesjährigen 26 Konfirmandinnen und Konfirmanden vor dem Einzug in die Martin-Luther-Kirche zum gemeinsamen Festgottesdienst. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM - Als „wichtige Station auf dem Lebensweg" der evangelischen Jugendlichen bezeichnete Pfarrer Ralf Kröger die Konfirmation – das Leben bekommt durch das Glaubensbekenntnis einen neuen Sinn, indem die jungen Menschen Orientierung und Stärke erhalten durch den Glauben an Gott, der sie durch alle Höhen, aber auch Tiefen des Lebens begleiten wird.
Um gemeinsam mit den 26 Jugendlichen das Fest der Konfirmation zu feiern, hatten sich am Sonntagvormittag zahlreiche Familienangehörige und Freunde der Konfirmanden in der Martin-Luther-Kirche versammelt, um den feierlichen Gottesdienst gemeinsam zu erleben. Der Evangelische Posaunenchor Lampertheim unter der Leitung des Dirigenten Andrew Connor eröffnete das musikalische Programm mit dem Einzug der Konfirmanden in die Kirche und sorgte für festliche Atmosphäre im Gotteshaus. Der Wormser Chor „Next Monday“, geleitet von Eckhardt Schwöbel, wirkte ebenfalls bei der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes mit und sorgte mit den Gesangsvortrag „shine, Jesus, shine“ zu Beginn für eine feierliche Stimmung – hervorgehoben durch die klangvolle Stimme der Solistin Irene Schwöbel.
Pfarrer Kröger zeigte sich einerseits glücklich, ließ aber auch ein wenig Wehmut durchblicken, da die gemeinsame Konfirmandenzeit an diesem Tag zu Ende geht – es sei denn, der Ein oder Andere engagiert sich weiterhin im Konfi-Team. Kröger erwähnte, dass ihm die jungen Menschen im Laufe des vergangenen Jahres beim gemeinsamen Unterricht, den Ausflügen und allen weiteren durchgeführten Aktivitäten sehr an's Herz gewachsen sind. Grund zur Freude gab ihm die voll besetzte Kirche am Veranstaltungstag.
„Wir wollen jetzt 'online' gehen zu Gott“ teilte Kröger mit, um sich der Umgangssprache der Jugendlichen ein wenig anzupassen. Ein vielleicht etwas ungewöhnlicher, aber absolut passender Vergleich wurde von Pfarrer Kröger in seiner Predigt behandelt: „Die Kirche, aber auch der Mensch, ist wie ein Überraschungs-Ei“, während die in der Kindheit beliebten Überraschungs-Schokoladeneier an die Anwesenden in der Kirche verteilt wurden – als Symbol. Kröger gelang es damit, die Gäste zum Nachdenken anzuregen. So wie das Schokoladenei verfügt auch der Mensch über eine äußere Hülle und Schokoladenseiten, die einen gewissen Ausdruck und eine Wirkung auf die Mitmenschen haben, während das Innere, die Persönlichkeit jedes Einzelnen, zunächst nicht sichtbar ist - und vorerst eine Überraschung bleibt. Die Schokoladenseiten sind lecker, aber irgendwann wie vom Erdboden verschwunden. Das, was den Menschen im Grunde ausmacht, nämlich das Wesen, bleibt zunächst nicht sichtbar. „Jeder von euch ist eine Persönlichkeit geworden mit Stärken und Schwächen“ ergänzte Kröger und betonte, dass sich der Kern, die Persönlichkeit eines jeden im Laufe des Lebens formt und ändert. Als Fazit stellte er heraus, dass der Kern genau das ist, was bleibt und den Menschen ausmacht. „Ihr seid Gottes Kinder, egal was passiert“ fügte er hinzu. Selbstverständlich durften auch die Konfirmanden ihr Überraschungs-Ei öffnen – im Innern befand sich eine Kette mit einem Kreuz – das Kreuz symbolisch für den Kern, die Persönlichkeit jedes einzelnen Konfirmanden und als schöne Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Auch die Eltern richteten Grußworte und Segenswünsche an die Jugendlichen – voller Freude, sie bei diesem Schritt auf dem Lebensweg begleiten zu dürfen. Loslassen und gleichzeitig da sein, wenn man gebraucht wird, gehört in dieser Lebensphase zu einer der schwierigen Herausforderungen für alle Eltern.
Ihr Talent konnte auch die 16-jährige Orgelspielerin Eva Selzer zeigen, die an diesem Tag zum ersten Mal einen kompletten Gottesdienst an der Orgel mitgestaltet hatte. Während des gemeinsamen Abendmahls aller Christen ertönten erneut feierliche Klänge des Posaunenchors, der auch die Konfirmanden beim Auszug aus der Kirche musikalisch begleitete. Sigrid Samson