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  • So., 18. August 2019, 19:52 Uhr
    80 Jahre Friedensverantwortung werden bei neuer Veranstaltungsreihe in Wort, Bild und Musik ausgedrückt

    Durch „Erinnern und Gedenken“ Frieden bewahren

    Wollen sich mit der Veranstaltungsreihe „Erinnern und Gedenken – 80 Jahre Friedensverantwortung“ für ein friedliches Miteinander einsetzen: Rolf Hecher, Pfarrerin Sabine Sauerwein, Bürgermeister Gottfried Störmer, Kantorin Heike Ittmann, Dekan Karl Hans Geil und Silke Reis (v.l.). Foto: Nadine Schütz


    LAMPERTHEIM – „Erinnern und Gedenken – 80 Jahre Friedensverantwortung“. So heißt die Veranstaltungsreihe vom 1. September bis zum 9. November, in deren Rahmen der Beginn des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren, aber auch der Erhalt des Friedens und dadurch der Weg zu einem friedvollen Miteinander thematisiert wird. Ausstellungen, Vorträge, Gottesdienste und Konzerte werden im Rahmen dieser Reihe stattfinden. Die Veranstalter sind die Evangelische Lukasgemeinde Lampertheim zusammen mit dem Evangelischen Dekanat Bergstraße, unterstützt durch die EKHN-Stiftung und in Kooperation mit der Stadt Lampertheim.

    Es sei sicherlich kein Ruhmesblatt für uns, dass von unserem Boden aus ein zweiter Weltkrieg angezettelt wurde, leitete Bürgermeister Gottfried Störmer die Vorstellung der Veranstaltungsreihe ein. Gut aber sei, dass es nach Ende des Krieges Menschen gegeben habe, die sich über die Landesgrenzen hinweg gefunden haben und Freundschaften entwickelt haben. „In dieser Veranstaltungsreihe sehe ich die Möglichkeit, den Gedanken der Freundschaft in Europa zu tragen.“

    Rolf Hecher, Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Ehrenamt, sprach den Vertretern der Kirche, gerade auch in Bezug auf den Titel-Abschnitt „Friedensverantwortung“ ein Lob aus: „Sie finden einfach immer die richtigen Worte.“ Was im Weltlichen etwas schwerfällt zu sagen, könnten sie sehr gut darstellen. Weiterhin vermittelte er seine Dankbarkeit gegenüber den kirchlichen Vertretern, dass es so gut gelungen sei, diese Veranstaltungsreihe in dieser Tiefe anzubieten.

    Die Initialzündung sei von Heike Ittmann, Kantorin der Lukasgemeinde, ausgegangen, erklärte Karl Hans Geil, Prodekan Ev. Dekanat Bergtraße. Sie habe bei der kirchenmusikalischen Planung vor zwei Jahren bereits an diesen runden Jahrestag gedacht, woraufhin Geil den Gedanken ausweitete, es nicht bei einem einzelnen Konzert zu belassen. So sei eine ganze Veranstaltungsreihe daraus geworden.

    Man wolle die Erinnerung als einen der Schwerpunkte darstellen, da die Zeitzeugen weniger würden, so Geil. In diesem Zuge hat Bernd Biewendt, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Dekanats, Interviews mit 16 „Kriegskindern“ aus dem Kreis Bergstraße geführt, darunter drei Lampertheimer. Die Porträts werden in der Ausstellung „Verstehen – Vergeben – Versöhnen“ den regionalen Aspekt hervorheben. Über die Grenzen hinweg wolle man die Verbindung nach Polen in besonderer Weise beleuchten. Dafür kommt die Ausstellung „In der Wahrheit leben“ zu uns nach Lampertheim. Sie war bis vor kurzem ausschließlich auf dem Hofgut Kreisau zu sehen, wo die Verträge zur Verschwisterung von Lampertheim und Schweidnitz unterzeichnet wurden.

    Der musikalische Gesichtspunkt der Veranstaltungsreihe liegt in Ittmanns Hand. Sie erklärte: Mit Musik kann man Dinge ausdrücken, die man mit Worten oft nicht kann.“ In Ihrer Zusammenstellung der Lieder für das Konzert unter dem Titel „Wie liegt die Stadt so wüst“, wolle sie bewusst an den Kriegsbeginn erinnern. Die Werke sind endsprechend emotional anrührend und sprechen den Zuhörer auf einer tiefgehenden Ebene an. Aber auch das Thema Friedensverantwortung wird in Ihrem Programm musikalischen Ausdruck finden.

    Sabine Sauerwein, Pfarrerin der Lukasgemeinde, betonte die besondere Bedeutung der Domkirche in Bezug auf diese Veranstaltungsreihe, ist sie doch ein geschichtsträchtiges, vom Krieg geprägtes Symbol in Lampertheim. Der Gedenkgottesdienst zu Beginn der Reihe solle kein klassischer Predigt-Gottesdienst werden, erläuterte Sauerwein, die zusammen mit Pfarrer Sven Behnke bereits an der Ausformung des Gottesdienstes arbeitet. Vielmehr solle er die Möglichkeit zum Innehalten und zum Gebet für den Frieden geben. Er bildet den Auftakt der Reihe am 1. September um 10 Uhr in der evangelischen Domkirche. Nadine Schütz

     

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