Interaktive Ausstellung „Echt fair” zur Prävention von (häuslicher) Gewalt macht in der Alfred-Delp-Schule Station
Echt faires Verhalten erfahren und erlernen
Die Ausstellung „Echt fair” informiert Jugendliche über den richtigen Umgang mit verschiedensten Formen von Gewalt. Am Montag wurde diese in der Alfred-Delp-Schule durch die 1. Vorsitzende des Frauenhaus Bergstraße Christine Klein, Bürgermeister Gottfried Störmer, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und ADS-Schulleiterin Silvia Maier (v.l.) eröffnet. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Ab sofort ist eine besondere interaktive Ausstellung zur Prävention von (häuslicher) Gewalt in der Alfred-Delp-Schule zu sehen. Ziel dieser Ausstellung ist es, Jugendliche frühzeitig und nachhaltig darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist nein zu sagen und ihnen zu erklären, wo diese Hilfe finden können.
Wo fängt bei mir Gewalt an? Wie sieht es diesbezüglich in meiner Familie aus? Diesen und vielen weiteren Fragen sollen sich Schüler stellen und sich mit den einzelnen Stufen von Gewalt auseinandersetzen. Besucht wird Ausstellung wird von Schülern der Alfred-Delp-Schule, der Elisabeth-Selbert-Schule, des Lessing-Gymnasiums, des Litauischen Gymnasium, der Nibelungenschule Hofheim sowie der Erich-Kästner-Schule aus Bürstadt. Begleitet werden die Schüler durch Lehrer, die zuvor extra geschult worden sind. Anschließend wird das Thema anhand eines Fragebogens, der in der Ausstellung ausgefüllt wird, in den Klassen besprochen. „Die Ausstellung ist zudem an zwei Tagen für interessierte Familien und Besucher geöffnet: Am 2. November von 16 bis 18 Uhr sowie am 9. November von 17 bis 19 Uhr”, betonte Sonja Niederhöfer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim, die die Ausstellung organisierte. Zudem findet am Mittwoch, 7. November, um 18 Uhr begleitend zur Ausstellung in der Mensa der Alfred-Delp-Schule ein Fachvortrag zum Thema „Ausmaß und Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder und Jugendliche” statt.
Die Ausstellung greift die unterschiedlichsten Facetten von Gewalt auf, klärt aber auch über die Zusammenhänge von häuslicher Gewalt und die Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen auf. Denn häusliche Gewalt kommt in vielen Familien vor und Kinder befinden sich in der Regel mitten im Gewaltgeschehen. Entweder sind sie unmittelbar anwesend oder aber „Hörzeugen” der Partnerschaftsgewalt. Das Aufwachsen in einer gewalttätigen Umgebung hat zudem massive Auswirkungen auf das Schulleben und den Schulerfolg von betroffenen Jugendlichen sowie auf deren eigens Gewalthandeln und Gewalterleben. Nicht selten werden sie selbst Opfer von direkter oder psychischer Gewalt. Sie tragen ein höheres Risiko, selbst gewalttätig oder im Erwachsenenalter erneut Opfer von Gewalt zu werden. Je früher Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein über die Auswirkungen von Gewalt erlangen, desto eher wird es ihnen möglich sein, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die Ausstellung begegnet diesem sensiblen Thema und bietet Informationen, Orientierung und Handlungsalternativen, um Schutz und Hilfe zu finden. Die Ausstellung ist bewusst interaktiv gestaltet, um die Jugendlichen besser erreichen zu können. Hierzu enthält sie Klappen, die sich öffnen lassen, Hörstationen, Schiebetafeln, einen Touchscreen, Spiegel vor denen die Schüler sich nach Regieanweisungen als Schauspieler ausprobieren dürfen und vieles mehr.Dabei ist sie in sechs Stationen zu den Themen „Gewaltig“, „Strittig“, „Mit Gefühl“, „Ich und Du“, „Hilfe“ und „Mit Recht“ gegliedert.
„Danke, dass Sie nicht müde werden, sich diesen wichtigen Themen anzunehmen und in die Schule zu bringen“, lobte die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung am Montag. „Gewalt ist vielfältig, seelisch und körperlich. Es ist wichtig hinzuschauen und sich diesem Thema zu stellen. Dazu dient diese Ausstellung. Je früher Hilfen und Prävention ansetzen, desto mehr kann man erreichen.”
Bürgermeister Gottfried Störmer betonte, dass „es uns in Lampertheim wichtig ist, Prävention zu betreiben, gerade auch durch das Netzwerk Null Toleranz gegen Gewalt. Zahlen sind nicht alles, wir wissen, dass diese nur ein Teil der Wahrheit sind. Prävention wie diese ist besonders wichtig, damit es erst gar nicht zu Taten kommen kann. Und es ist wichtig, dass Menschen in Not wissen, wen sie ansprechen können.” Benjamin Kloos